Volkswagen Nutzfahrzeuge ist im Volkswagen-Konzern für das weltweite Geschäft mit leichten Nutzfahrzeugen verantwortlich. Die aktuelle Modellpalette umfasst vier Baureihen und reicht vom leichten Stadtlieferwagen Caddy über den Transporter T5 und den Lastentransporter Crafter bis hin zum neuen Volkswagen Amarok. Jede einzelne Baureihe orientiert sich an den individuellen Transport- und Mobilitätsbedürfnissen ihrer Kunden. Nützliche Vielfalt, das bedeutet für VWN maßgeschneiderte Produkte auf höchstem technischem Niveau für Handel, Gewerbe und viele private Kunden.
Die 1995 gegründete Marke mit Produktionsstätten in Hannover (D), Poznan (PL) und Pacheco (AR) hat ihre Markenzentrale am Standort Hannover, wo etwa 12.500 Mitarbeiter beschäftigt sind. 2009 liefen dort etwa 100.000 Fahrzeuge der Baureihe T5 (Transporter, Caravelle, Multivan und California) in mehreren hundert Modellvarianten vom Band. Seit 1956 wurden rund neun Millionen Volkswagen-Transporter und andere leichte Nutzfahrzeuge in Hannover produziert.
Im Jahr 2009 startete am Standort Hannover zudem die Serienproduktion der lackierten Rohkarosse des Modells Porsche Panamera. Täglich werden zwischen 100 und 150 Karossen in einer werkseigenen hochmodernen Verladehalle vollautomatisch auf Bahnwaggons verladen und zum Porsche Standort in Leipzig transportiert, wo die Endmontage stattfindet.
Zusätzlich werden in Hannover verschiedene Komponenten für die weltweite Konzernfertigung hergestellt (Kühler für Öl, Dieselkraftstoff und Wasser, Leichtmetallgusskomponenten sowie Pressteile).
Den betrieblichen Umweltschutz steuert und koordiniert eine Stabstelle, deren Leiter der Umweltbeauftragte und Umweltmanagementvertreter des Werkes ist.
Umweltmanagementsystem
Im Jahr 2000 wurde ein nach EG-Öko-Audit-Verordnung (EMAS) zertifiziertes Umweltmanagementsystem zur langfristigen und systematischen Gestaltung des Umweltschutzes eingeführt. Im Jahr 2005 erfolgte zusätzlich die Zertifizierung nach der weltweit gültigen Norm ISO 14001. Das Umweltmanagementsystem wird jährlich durch unabhängige Gutachter überprüft. Durch die Zertifizierung nach EMAS bzw. ISO 14001 verpflichtet sich Volkswagen Nutzfahrzeuge freiwillig, den betrieblichen Umweltschutz kontinuierlich zu verbessern. Über die Einhaltung umweltrechtlicher Vorschriften hinaus zielt der Aufbau des Umweltmanagementsystems darauf ab, die betrieblichen Abläufe systematisch zu erfassen, regelmäßig und objektiv zu bewerten und zu verbessern. Zur Vorbereitung aller Mitarbeiter auf die regelmäßig durchzuführenden Audits werden zahlreiche Instrumente zur Mitarbeiterinformation, -motivation und -qualifizierung eingesetzt. Mit den qualifizierten „Sachkundigen für Umweltschutz“, die in allen Bereichen am Standort tätig sind (insgesamt ca. 80 Mitarbeiter), existiert ein Netzwerk von Multiplikatoren, welches sich durch einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch untereinander und durch intensiven Kontakt zur zentralen Umweltschutzabteilung auszeichnet.
Global denken – lokal handeln
Dass betrieblicher Umweltschutz ein selbstverständlicher Bestandteil der Unternehmenskultur von Volkswagen Nutzfahrzeuge ist, zeigt sich auch durch die Mitwirkung in lokalen Netzwerken. So beteiligt sich der Standort Hannover seit mehreren Jahren am – ein Kooperationsprojekt zwischen Stadt und Region Hannover sowie dort ansässigen Betrieben – mit dem Ziel, durch Netzwerkarbeit umweltbezogene Erfahrungen und Innovationen auszutauschen und so zur Verbesserung der Lebensqualität in Hannover und zur Einsparung von Kosten in den Unternehmen beizutragen.
Des Weiteren beteiligt sich Volkswagen Nutzfahrzeuge an der 2007 durch Stadt und Stadtwerke Hannover initiierten . Gemeinsam mit den weiteren Beteiligten aus Industrie, Dienstleistungsunternehmen und weiteren Institutionen und Organisationen wird am Ziel der Verringerung des hiesigen CO2-Ausstoßes um 40 Prozent bis zum Jahr 2020 gearbeitet.
Reduzierung der CO2-Emissionen
Die direkten CO2-Emissionen (z.B. durch die Verbrennung von Erdgas zum Betrieb von Abluftreinigungsanlagen) am Standort Hannover sind vergleichsweise gering im Verhältnis zu den indirekten CO2-Emissionen, die an anderer Stelle bei der Energieerzeugung entstehen. Ein Beitrag zum Klimaschutz kann daher vor allen Dingen auch über die Reduktion des Energieeinsatzes und damit der indirekten CO2-Emissionen geleistet werden.
Am VWN-Standort Hannover gibt es bereits seit dem Jahr 2000 in allen Fertigungsbereichen speziell geschulte „Energiebeauftragte“, die das Thema konsequent verfolgen und nach Einsparmöglichkeiten suchen.
Kontinuierlich werden Begehungen durchgeführt, um Optimierungspotenziale aufzuspüren und zu realisieren. Vorhandene oder geplante Maßnahmen werden zudem im regelmäßigen Erfahrungsaustausch der Energiebeauftragten auf Übertragbarkeit für andere Bereiche geprüft. Dabei geht es zum einen um einfache organisatorische Maßnahmen: Im Werkurlaub wird beispielsweise ein Energieteam eingesetzt, um das Abschalten nicht notwendiger Verbraucher während der Urlaubszeit konsequent umzusetzen. Zum anderen werden verfahrenstechnische Änderungen geprüft und umgesetzt, die mit entsprechenden Investitionskosten verbunden sind.
Der nachhaltige Ideentransfer sowie die Umsetzung der Maßnahmen werden dabei durch Eingabe sämtlicher Ideen und Maßnahmen in ein EDV-System sichergestellt, auf das alle Teilnehmer Zugriff haben und das eine Zielverfolgung und Auswertung der erreichten Erfolge ermöglicht.
Im Zeitraum von 2004 bis 2009 konnte der Gesamtenergiebedarf am Standort Hannover um 14,4 Prozent gesenkt werden. Das entspricht einer Reduktion der CO2-Emissionen um knapp 60.000 Tonnen.
Nachbarschaftsdialog
Aufgrund der historisch gewachsenen räumlichen Nähe des VWN Standortes Hannover zu den umliegenden Wohngebieten lassen sich Einflüsse durch die Fertigungsprozesse auf die Nachbarschaft – zum Beispiel Gerüche und Lärm – nicht völlig ausschließen, aber vermindern. Um Anliegen der Anwohner und Interessen des Unternehmens zusammenzuführen, wurde 1998 der „Nachbarschaftsdialog“ ins Leben gerufen, der sich schnell zu einem intensiven und konstruktiven Meinungsaustausch entwickelte. Besonders intensiv ist der Dialog mit der aus dem Teilnehmerkreis gewählten Kontaktgruppe, die sich mehrmals jährlich zu Gesprächen mit Unternehmensvertreten einfindet. Die Vertreter der Kontaktgruppe geben wichtige Informationen an die Nachbarschaft weiter und bündeln gleichzeitig die Interessen und Vorschläge der Anwohner. Zahlreiche Anregungen, Wünsche und Vorschläge aus der Nachbarschaft wurden vom Unternehmen bereits aufgegriffen und realisiert.
Inzwischen sind die regelmäßigen Treffen von Unternehmensvertreten mit direkten Anwohnern und Vertretern institutioneller Gruppen wie Schulen, Umweltverbänden und Behörden gute Tradition geworden und haben ein Vertrauensverhältnis zu beiderseitigem Nutzen entstehen lassen.
Produktionsintegrierter Umweltschutz – Bsp. anorganische Kernfertigung in der Gießerei
Als eine der ersten Fertigungsstätten in Deutschland hat die Gießerei Hannover mit der Großserienproduktion von anorganisch gebundenen Kernen für hochkomplexe Zylinderköpfe begonnen.
Im Sinne produktionsintegrierter Umweltschutzmaßnahmen beschäftigt man sich in Hannover bereits seit 2004 intensiv mit dem Einsatz anorganischer Bindemittel im Produktionsprozess. Bei herkömmlichen organischen Verfahren entstehen während des Gießprozesses sogenannte Pyrolysegase und Gerüche. Die Verbrennungsgase müssen aufwändig abgesaugt und gefiltert werden, um Mensch und Umwelt nicht zu belasten. Durch den Einsatz der anorganischen Bindersysteme werden Emissionen und Gerüche komplett vermieden. Somit kann die aufwändige Abluftreinigung entfallen und Geruchsimmissionen in der Nachbarschaft werden vermieden.
Darüber hinaus bietet das neue Verfahren eine Reihe weiterer Vorteile: Unter anderem wird weniger Energie benötigt und gleichzeitig werden die Werkzeuge geschont.
Umweltschutz in der Ausbildung
Zusammen mit der Volkswagen Coaching GmbH, Niederlassung Hannover integrierte VW Nutzfahrzeuge das Thema Umweltschutz fest in die Schulung seiner Auszubildenden. Ein wichtiger Bestandteil sind dabei auch Projektarbeiten, die von der Erstellung eines Abfallleitfadens bis hin zum Bau einer Solaranlage reichen. Das Gesamtkonzept der VW Coaching GmbH Hannover zur Integration des Umweltschutzes in die Berufsausbildung ist von der Deutschen UNESCO-Kommission offiziell in den Kreis der deutschen Projekte der UN-Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ aufgenommen worden. Ziel der auf dem Weltgipfel im Jahr 2002 in Johannesburg von der Vollversammlung der Vereinten Nationen für die Jahre 2005 bis 2014 beschlossenen Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ist es, durch Bildungsmaßnahmen zur Umsetzung der Agenda 21 beizutragen und die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung in den nationalen Bildungssystemen zu verankern.