Telemetrie zur Suche
Eine weitere Methode, den scheuen Wildtieren auf die Spur zu kommen, ist die Telemetrie. Seit es gelungen ist, einer Fehe nach erfolgreicher Lappjagd ein Halsband mit Sender überzustreifen, wissen die Biologinnen, dass das Revier des Rudels zwischen 150 und 350 Quadratkilometer groß ist. Auch in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen gibt es einer Habitat-Studie zufolge weitere potenzielle Wolfsreviere.
Für Volkswagen ist es daher selbstverständlich, den NABU auch in dem Bemühen zu unterstützen, die Habitate zu erhalten, die für den dauerhaften Verbleib der Wolfsrudel erforderlich sind. Denn Wölfe benötigen Rückzugsräume, in denen sie ihre Ruhephasen verbringen und ungestört ihren Nachwuchs aufziehen können.
Ängste abbauen
„Wir haben keinen Grund anzunehmen, dass die Lausitzer Wölfe Menschen gefährlich werden“, so Gesa Kluth. Denn der Mensch passe einfach nicht ins Beuteschema. Der Wolf meidet ihn. In den vergangenen Jahrzehnten wurde gerade einmal eine Handvoll Übergriffe auf den Menschen dokumentiert. Zum Problemwolf könnte der europäische Wolf nur dann werden, wenn er vom Menschen angefüttert oder vom Fuchs mit Tollwut infiziert wird.
Dennoch wollen rund zehn Prozent der Bevölkerung mit dem Wolf in direkter Nachbarschaft nichts zu tun haben, wie eine Studie des Forstzoologischen Instituts der Universität Freiburg aus dem Jahr 2006 zeigt. Denn mit der räumlichen Nähe zum freilebenden Wolf steigt auch die Ablehnung.
Bei so viel Gegenwind war es wichtig, dass der niederschlesische Oberlausitzkreis mit Rückendeckung des Freistaates Sachsen schon Ende 2004 eine öffentliche Informationsstelle einrichtete. Schüler, Jäger und immer mehr Besucher melden sich im „Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz“ zu Vorträgen oder Führungen an. Nicht selten sind die Veranstaltungen lange im Voraus ausgebucht, erklärt Diplom-Forstwirtin Jana Schellenberg, Leiterin des Kontaktbüros.