Willkommen Wolf.Willkommen Wolf.

Volkswagen unterstützt Artenschutzprojekt in der Lausitz

„Wir müssen erst wieder lernen, mit dem Wolf in unserer Nachbarschaft zu leben“, sagt Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU). Seit Jahren setzt der sich dafür ein, dass Mensch und Wolf friedlich nebeneinander leben können. Um hartnäckige Vorurteile zu zerstreuen, rief der NABU bereits 2005 die Informationskampagne „Willkommen Wolf“(http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/wolf/) ins Leben. Tatkräftige Unterstützung gibt es bis heute von Volkswagen, der Stadt Wolfsburg und dem Fußballbundesligisten VfL Wolfsburg.

Der Wolf kehrt zurück
Eine Wolfsexpertin, die an dem Projekt tatkräftig mitwirkt, ist Gesa Kluth. Bei ihren Erkundungsspaziergängen im früheren Tagebau Nochten in der nördlichen Oberlausitz muss die Biologin nie lange nach einer Wolfsfährte suchen. So hat sie viel über Wölfe gelernt, seit sie 2004 das „Wildbiologische Büro LUPUS“ in Spreewitz mitbegründete. Gemeinsam mit Biologin Ilka Reinhardt erforscht sie seither den Lebensstil der Raubtiere.

Nachdem der Wolf hierzulande nahezu 100 Jahre als ausgestorben galt, konnten Revierförster im Jahr 1998 auf dem Truppenübungsplatz in der Oberlausitz erstmals wieder seine Spur sichern. Inzwischen sind einige Wölfe sesshaft geworden und haben sich sogar vermehrt. In der Lausitz lebten Ende 2009 auf sächsischem und brandenburgischem Territorium sechs Wolfsrudel und ein kinderloses Wolfspaar. Das macht schätzungsweise zwischen 40 und 45 Tiere allein in Sachsen.

Auf Spurensuche
Das ist ganz zur Freude von Gesa Kluth und Ilka Reinhardt. Denn um den Wolf und seine Herkunft erforschen zu können, müssen die beiden Biologinnen viele Spuren auswerten. Dabei ist vor allem die Losung des Wolfes ihre wertvollste Erkenntnisquelle. So bestätigten erste Genanalysen früh den Verdacht, dass die sächsischen Wölfe aus dem nahen Polen eingewandert sein müssen. Dort sollen aktuell noch 500 bis 600 Artgenossen in freier Wildbahn leben.

Telemetrie zur Suche
Eine weitere Methode, den scheuen Wildtieren auf die Spur zu kommen, ist die Telemetrie. Seit es gelungen ist, einer Fehe nach erfolgreicher Lappjagd ein Halsband mit Sender überzustreifen, wissen die Biologinnen, dass das Revier des Rudels zwischen 150 und 350 Quadratkilometer groß ist. Auch in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen gibt es einer Habitat-Studie zufolge weitere potenzielle Wolfsreviere.

Für Volkswagen ist es daher selbstverständlich, den NABU auch in dem Bemühen zu unterstützen, die Habitate zu erhalten, die für den dauerhaften Verbleib der Wolfsrudel erforderlich sind. Denn Wölfe benötigen Rückzugsräume, in denen sie ihre Ruhephasen verbringen und ungestört ihren Nachwuchs aufziehen können.

Ängste abbauen
„Wir haben keinen Grund anzunehmen, dass die Lausitzer Wölfe Menschen gefährlich werden“, so Gesa Kluth. Denn der Mensch passe einfach nicht ins Beuteschema. Der Wolf meidet ihn. In den vergangenen Jahrzehnten wurde gerade einmal eine Handvoll Übergriffe auf den Menschen dokumentiert. Zum Problemwolf könnte der europäische Wolf nur dann werden, wenn er vom Menschen angefüttert oder vom Fuchs mit Tollwut infiziert wird.

Dennoch wollen rund zehn Prozent der Bevölkerung mit dem Wolf in direkter Nachbarschaft nichts zu tun haben, wie eine Studie des Forstzoologischen Instituts der Universität Freiburg aus dem Jahr 2006 zeigt. Denn mit der räumlichen Nähe zum freilebenden Wolf steigt auch die Ablehnung.

Bei so viel Gegenwind war es wichtig, dass der niederschlesische Oberlausitzkreis mit Rückendeckung des Freistaates Sachsen schon Ende 2004 eine öffentliche Informationsstelle einrichtete. Schüler, Jäger und immer mehr Besucher melden sich im „Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz“ zu Vorträgen oder Führungen an. Nicht selten sind die Veranstaltungen lange im Voraus ausgebucht, erklärt Diplom-Forstwirtin Jana Schellenberg, Leiterin des Kontaktbüros.

Prominente als Paten
Mit finanzieller Hilfe der Europäischen Union und von Volkswagen eröffnete im Oktober 2007 in Rietschen ein Wolfsmuseum. Prominente Paten wie der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff oder Schauspieler Hardy Krüger Jr. sollen Sympathien für den europäischen Wolf weiter fördern. Die Organisation von Museum und Kontaktbüro sind sehr aufwändig. Das zeigt ein Blick auf die angebotenen Freizeit-Highlights: Radtouristen können einen Wolfslehrpfad erkunden, Kinder und Jugendliche lassen sich im „Wolfscamp“ zu geübten Fährtenlesern weiterbilden.

„Willkommen Wolf“ – das Projekt
Volkswagen, die Stadt Wolfsburg und der VfL Wolfsburg – Spitzname „Die Wölfe“ – unterstützen gemeinsam mit zahlreichen prominenten Paten das Nachhaltigkeitsprojekt „Willkommen Wolf“. Das Projekt wurde vom NABU initiiert.

Mit ihrem Engagement für den Wolf wissen sich NABU und Volkswagen in Übereinstimmung mit der Politik. NABU-Präsident Olaf Tschimpke ist optimistisch, dass ein friedliches Miteinander durchaus gelingen kann. Der Wolf sei schließlich kein Feind oder Konkurrent des Menschen, sondern eine Bereicherung – eben ein Zeichen für funktionierende Naturräume. Volkswagen und der NABU sind bereits seit sieben Jahren gemeinsam in der Projektarbeit tätig. Im Fokus steht die nachhaltige Entwicklung in Deutschland. Zu den gemeinsamen Aktivitäten zählen etwa unentgeltliche Spritspartrainings oder auch politische Dialogforen über Klimaschutz und Mobilität. In Fachkreisen gilt die Zusammenarbeit von Europas größtem Automobilhersteller und Deutschlands größtem Umweltverband längst als Best Practise.

Volkswagen und der NABU

Volkswagen und der NABU arbeiten bereits seit 1999 zusammen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, in gemeinsamen Projekten konkrete Beiträge für eine nachhaltige Entwicklung in Deutschland zu erbringen. Dazu gehören neben der Bereitstellung von Fahrzeugen als Dauerleihgabe für den NABU auch die Spritspartrainings und im Rahmen der Kampagne "Willkommen Wolf!" Unterstützung für den Aufbau eines ehrenamtlichen Wolfsbetreuer-Netzwerkes. Auch in der Öffentlichkeitsarbeit arbeiten Volkswagen und der NABU eng zusammen. Mit Workshops und Diskussionsforen zu Themen aus dem Verkehrsbereich werden Impulse für die gesellschaftspolitische Debatte gegeben.