Ein Handy für den FischotterEin Handy für den Fischotter

Spende an das Naturschutzprojekt „Renaturierung Untere Havel“

Fast jeden Monat bringen die Hersteller ein neues Mobiltelefon auf den Markt. Die Verlockung auf das neueste Modell ist riesengroß. Und so sind Schätzungen zu Folge in Deutschland rund 70 Millionen alte oder defekte Handymodelle im Umlauf. Doch wohin mit dem alten Telefon? In der Schublade aufbewahren? Oder im Internet für eine Handvoll Euros versteigern? Volkswagen und Kooperationspartner Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) bieten eine nachhaltige Lösung für nicht mehr verwendete Mobilfunkgeräte: Das Sammeln alter Handys durch die Belegschaft und anschließendes Recycling für einen guten Zweck. Der Gegenwert von drei Euro pro Handy geht als Spende an das Naturschutzprojekt „Renaturierung Untere Havel“. So kamen von Ende 2011 bis Ende September diesen Jahres bereits über 12.000 Euros zusammen.

Die acht Boxen an acht Eingängen fielen auf: Zwei Monate lang konnten die Mitarbeiter des Volkswagen Werkes Wolfsburg auf dem Weg zur Arbeit oder nach Feierabend ihre alten Handys in die blauen, 80 Zentimeter hohen Behältern mit der Aufschrift „Moorfrosch sucht Mobiltelefon“ werfen. Diese hatten die in das Projekt eingebundenen Volkswagen Auszubildenden extra für diesen Zweck angefertigt. Die Aktion war ein Riesenerfolg: 3027 Handys kamen in den zwei Monaten in Wolfsburg zusammen. Die Emdener sammelten 333 Geräte, in Hannover geht die Sammelaktion Ende September/Anfang Oktober zu Ende.

Die vielen Althandys der Autobauer wurden den NABU-Ortsgruppen in Wolfsburg, Emden und Hannover überreicht. Ganz im Sinne von Think Blue. werden sie von NABU und dem Netzanbieter E-Plus, beide kooperieren bei der Handy-Kampagne seit 2006, anschließend fachgerecht recycelt. Die Rohstofftrennung beim Elektroschrott übernimmt ein auf Handyrecycling spezialisierte Firma in Süddeutschland. Und dieses Recycling lohnt sich: Denn ein altes Handy enthält bis zu 40 wertvolle Rohstoffe, darunter Metalle wie Seltene Erden, Gold, Silber oder Palladium, die auf diese Weise wiedergewonnen werden können. Die Akkus gehen an die Stiftung für Altbatterien, die diese ebenfalls wiederverwertet.

„Unsere Mitarbeiter haben für ein hervorragendes Ergebnis gesorgt. Mit der Geldsumme kann unser Projektpartner NABU einiges bewegen. Wichtig war es uns aber auch, das Umweltbewusstsein unserer Mitarbeiter zu schärfen und jeden Einzelnen für den richtigen Umgang mit Rohstoffen zu sensibilisieren“, zog Michael Kühn, Konzernforschung Umwelt Produkt, ein durchweg positives Zwischenfazit. „Wir wollten zeigen, wie wichtig es ist, Produkte wiederzuverwenden und in die Produktion zurückzuführen.“

Hierfür ist die Spende: Die Untere Havel ist mit rund 18.700 Hektar das größte Feuchtgebiet des Binnenlandes im westlichen Europa. Dort existiert eine unermessliche Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten – darunter Seeadler, Ringelnattern und Fischotter. Mehr als 1.100 Tiere und Pflanzen der Unteren Havelniederung sind stark gefährdet und zum Teil sogar vom Aussterben bedroht. Der NABU verfolgt das Ziel, den Fluss in den kommenden zwölf Jahren wieder naturnah zu gestalten und in der Region Naturparadiese zu schaffen. „An ihr führt der NABU das größte Flussrenaturierungsprojekt Europas durch. Unser langjähriger Kooperationspartner Volkswagen unterstützt uns nun auch in diesem für den Schutz der biologischen Vielfalt wichtigen Vorhaben“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Übrigens: Auch die weitere Verwendung der nach Projektende nicht mehr benötigten blauen Handy-Boxen ist nachhaltig: Die hüfthohen Behälter werden dem NABU zur weiteren Nutzung für ihre Naturschutzzentren in ganz Deutschland zur Verfügung gestellt. Michael Kühn: „Wir haben schon weitere Umwelt-Projekte mit dem NABU in der Schublade.“ An weiteren Volkswagen Standorten soll die erfolgreiche Handy-Sammelaktion fortgesetzt werden. Im Gespräch sind die Werke Braunschweig und Kassel.

Weitere Infos gibt es unter: www.NABU.de/handyrecycling

Volkswagen und der NABU

Volkswagen und der NABU arbeiten bereits seit 1999 zusammen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, in gemeinsamen Projekten konkrete Beiträge für eine nachhaltige Entwicklung in Deutschland zu erbringen. Dazu gehören neben der Bereitstellung von Fahrzeugen als Dauerleihgabe für den NABU auch die Spritspartrainings und im Rahmen der Kampagne "Willkommen Wolf!" Unterstützung für den Aufbau eines ehrenamtlichen Wolfsbetreuer-Netzwerkes. Auch in der Öffentlichkeitsarbeit arbeiten Volkswagen und der NABU eng zusammen. Mit Workshops und Diskussionsforen zu Themen aus dem Verkehrsbereich werden Impulse für die gesellschaftspolitische Debatte gegeben.