Die acht Boxen an acht Eingängen fielen auf: Zwei Monate lang konnten die Mitarbeiter des Volkswagen Werkes Wolfsburg auf dem Weg zur Arbeit oder nach Feierabend ihre alten Handys in die blauen, 80 Zentimeter hohen Behältern mit der Aufschrift „Moorfrosch sucht Mobiltelefon“ werfen. Diese hatten die in das Projekt eingebundenen Volkswagen Auszubildenden extra für diesen Zweck angefertigt. Die Aktion war ein Riesenerfolg: 3027 Handys kamen in den zwei Monaten in Wolfsburg zusammen. Die Emdener sammelten 333 Geräte, in Hannover geht die Sammelaktion Ende September/Anfang Oktober zu Ende.
Die vielen Althandys der Autobauer wurden den NABU-Ortsgruppen in Wolfsburg, Emden und Hannover überreicht. Ganz im Sinne von Think Blue. werden sie von NABU und dem Netzanbieter E-Plus, beide kooperieren bei der Handy-Kampagne seit 2006, anschließend fachgerecht recycelt. Die Rohstofftrennung beim Elektroschrott übernimmt ein auf Handyrecycling spezialisierte Firma in Süddeutschland. Und dieses Recycling lohnt sich: Denn ein altes Handy enthält bis zu 40 wertvolle Rohstoffe, darunter Metalle wie Seltene Erden, Gold, Silber oder Palladium, die auf diese Weise wiedergewonnen werden können. Die Akkus gehen an die Stiftung für Altbatterien, die diese ebenfalls wiederverwertet.
„Unsere Mitarbeiter haben für ein hervorragendes Ergebnis gesorgt. Mit der Geldsumme kann unser Projektpartner NABU einiges bewegen. Wichtig war es uns aber auch, das Umweltbewusstsein unserer Mitarbeiter zu schärfen und jeden Einzelnen für den richtigen Umgang mit Rohstoffen zu sensibilisieren“, zog Michael Kühn, Konzernforschung Umwelt Produkt, ein durchweg positives Zwischenfazit. „Wir wollten zeigen, wie wichtig es ist, Produkte wiederzuverwenden und in die Produktion zurückzuführen.“
Hierfür ist die Spende: Die Untere Havel ist mit rund 18.700 Hektar das größte Feuchtgebiet des Binnenlandes im westlichen Europa. Dort existiert eine unermessliche Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten – darunter Seeadler, Ringelnattern und Fischotter. Mehr als 1.100 Tiere und Pflanzen der Unteren Havelniederung sind stark gefährdet und zum Teil sogar vom Aussterben bedroht. Der NABU verfolgt das Ziel, den Fluss in den kommenden zwölf Jahren wieder naturnah zu gestalten und in der Region Naturparadiese zu schaffen. „An ihr führt der NABU das größte Flussrenaturierungsprojekt Europas durch. Unser langjähriger Kooperationspartner Volkswagen unterstützt uns nun auch in diesem für den Schutz der biologischen Vielfalt wichtigen Vorhaben“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Übrigens: Auch die weitere Verwendung der nach Projektende nicht mehr benötigten blauen Handy-Boxen ist nachhaltig: Die hüfthohen Behälter werden dem NABU zur weiteren Nutzung für ihre Naturschutzzentren in ganz Deutschland zur Verfügung gestellt. Michael Kühn: „Wir haben schon weitere Umwelt-Projekte mit dem NABU in der Schublade.“ An weiteren Volkswagen Standorten soll die erfolgreiche Handy-Sammelaktion fortgesetzt werden. Im Gespräch sind die Werke Braunschweig und Kassel.
Weitere Infos gibt es unter: www.NABU.de/handyrecycling