Herr Dr. Krebs, wie funktionieren eigentlich Erdgas-Blockheizkraftwerke?
„Es sind im Grunde kleine Kraftwerke, die mit einem Erdgasmotor betrieben werden und an einen elektrischen Generator angeschlossen sind. Die Blockheizkraftwerke basieren auf dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Das heißt bei der Stromerzeugung wird zugleich Wärme produziert, die direkt vor Ort gespeichert und genutzt werden kann. Ein Prinzip, das übrigens auch in großen Kraftwerken zum Tragen kommt – dort allerdings mit einem deutlich niedrigeren Wirkungsgrad. Der erreicht bei unseren Anlagen mehr als 90 Prozent. Ein konventionelles Großkraftwerk kommt lediglich auf 50 Prozent: Dies zeigt der Wasserdampf, der aus den Kühltürmen in die Umwelt steigt.“
Wie würden Sie die größten Vorteile der Blockheizkraftwerke definieren?
„Wir nutzen Abwärme, die in anderen Kraftwerken meist mit dem Kühlwasser verloren geht. So sparen wir Energie, erreichen einen sehr hohen Wirkungsgrad und senken CO2-Emissionen. Ziel ist es, in unserem Werk sämtliche Wärmeverbraucher wie Waschräume oder technische Waschmaschinen, die außerhalb der Heizperiode Wärme benötigen, dezentral aus solchen Minikraftwerken zu versorgen.“
Wann kam das erste Blockheizkraftwerk „EcoBlue“ im Motorenwerk Salzgitter zum Einsatz und wie viele sind es heute?
„Der erste Prototyp ging Mitte 2008 ans Netz, um einen Waschraum mit warmem Wasser zu versorgen und zusätzlich den erzeugten Strom ins Netz einzuspeisen. Heute kommen in Salzgitter 19 dieser hocheffizienten Anlagen zum Einsatz, bis Ende 2010 sollen es 25 sein.“