VW ID. R Pikes Peak beim Bergrennen
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E-Rallyes: Motorsport für jedermann

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E-Rallyes: Motorsport für jedermann

22.05.2019
22.05.2019

Mit einem Geschwindigkeitsrekord auf dem Pikes Peak hat Volkswagen im Jahr 2018 gezeigt, zu welchen Leistungen Elektromobilität imstande ist. Es muss aber nicht immer der technologisch hochgezüchtete Sportwagen sein, um Spaß mit E-Autos zu haben. In Deutschland begeistern sich immer mehr Motorsport-Fans für Amateur-Rallyes, an denen jeder mit seinem E-Mobil teilnehmen kann.

Das erfahren Sie hier:

  • Warum Rennen mit Elektroautos besonders viel Spaß machen
  • Warum es bei E-Rallyes nicht auf das leistungsstärkste Auto ankommt
  • Worauf die Fahrer besonders achten müssen
  • Welche unterschiedlichen E-Rallyes es bereits gibt

Elektroautos: Rasant und rekordverdächtig

Es war ein historisches Ereignis: 2018 überflügelte ein elektrisch angetriebenes Modell von Volkswagen die gesamte Konkurrenz – inklusive der etablierten Modelle mit konventionellem Antrieb: Beim legendären Bergrennen auf den Gipfel des Pikes Peak (4302 Meter) im US-Bundesstaat Colorado stellte der ID. R Pikes Peak von Volkswagen mit 7:57,148 Minuten einen neuen Streckenrekord auf. Schneller war auf der knapp 20 Kilometer langen Serpentinenstraße mit 156 Kurven noch kein anderer Rennwagen in 102 Jahren. Der Wagen ist der sportliche Vorbote der elektrischen ID. Familie, die Volkswagen ab 2020 auf den Markt bringt.

Was alle elektrischen Autos eint, ist ihr schneller Antritt, der auch bei Hobby-Rennpiloten für ausgeprägten Fahrspaß sorgt. Diese Spritzigkeit der Elektromotoren ist technisch bedingt: Elektroautos können ihr maximales Drehmoment aus dem Stand abrufen und beschleunigen daher schon im unteren Geschwindigkeitsbereich äußerst rasant. So erreichen viele elektrische Fahrzeuge Beschleunigungswerte, die bei Verbrennern den Sportwagen vorbehalten sind.

Elektroautos punkten mit ihren Fahreigenschaften

Der Elektromotor braucht weniger Kühlung als ein Verbrenner, daher kann die Frontpartie um einiges windschnittiger ausfallen. Die Akkus der Elektroautos sind zwar relativ schwer, sorgen so mit ihrem Gewicht und ihrer tiefen Einbaulage aber auch für Spurstabilität und verbessern so das Fahrverhalten. Kein Wunder also, dass sich bundesweit bereits mehrere E-Rallyes für jedermann etabliert haben, bei denen die E-Autos auf dem Parcours ebenso regelmäßig wie eindrucksvoll zeigen, was in ihnen steckt.

 

Auf der Rennstrecke zeigen Elektroautos, was in ihnen steckt.

Tanken ohne Zwischenstopp

Der besondere Kick beim Elektro-Rennen: Um mit seinem Auto als erster im Ziel einzutreffen, muss der Fahrer nicht zwangsläufig mit Vollgas unterwegs sein. Vielmehr hilft eine bedachte Fahrweise: Zum einen gilt es, die Strecke inklusive Stopps gut zu planen. Auch die örtlichen Gegebenheiten gilt es einzubeziehen: Gibt es Anstiege oder Gefälle auf dem Parcours, kostet das auf dem Weg nach oben zwar mehr Strom, bergab lässt sich die Batterie allerdings problemlos wieder aufladen – ganz ohne Zwischenstopp – dank der sogenannten Rekuperation. Zudem sollte jeder Fahrer den Punkt kennen, an dem Verbrauch und Geschwindigkeit optimal austariert sind.

Und E-Rallyes werden immer beliebter: Jedes Jahr starten neue Events, bei denen sich immer mehr begeisterte E-Mobilisten anmelden. Und daneben gibt es die etablierten Rennen, die sich über Jahre bereits eine Fangemeinde erarbeitet haben. Beispiele gefällig? Hier kommen drei interessante E-Rallyes:

Von der Stadt ans Meer: Die „Nordeuropäische E-Mobil Rallye“

Bereits zum zehnten Mal steigt 2019 die „Nordeuropäische E-Mobil Rallye“, die ihre Teilnehmer quer durch Schleswig-Holstein führt: Start ist auf dem historischen Lübecker Rathausmarkt, im weiteren Verlauf geht es durch die Landeshauptstadt Kiel, entlang der Ostsee über Timmendorfer Strand nach Travemünde. Dort, direkt an der Strandpromenade, wo sonst Touristen ihr Fischbrötchen genießen, findet auch der Zieleinlauf statt.

Die Teilnehmerliste ist jedes Mal international bestückt, regelmäßig starten Teams aus China, Luxemburg, Frankreich, Schweiz, Dänemark und Belgien. Und für die geht es nicht nur darum, wer als Erster die Ziellinie überquert, auf den einzelnen Etappen müssen sie diverse Aufgaben bewältigen: Direkt nach dem Start gilt es einen Slalom-Parcours zu meistern, es folgen Orientierungsaufgaben sowie Gleichmäßigkeits- und Leistungsprüfungen. Nur wer sich die wenigsten Fehler leistet und die Zeiten einhält, ist ganz vorne dabei.

Elektroauto-Rallye führt entlang der Ostsee
Traumziel in Deutschland: Die „Nordeuropäische E-Mobil Rallye“ führt entlang der Ostsee.

24 Stunden-Rennen: Der „Eco Grand Prix“

Das Vorbild für dieses Rennen ist ein Klassiker: Wie beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans kreisen die Teilnehmer Tag und Nacht auf dem Parcours – 2019 übrigens auf dem mindestens ebenso legendären Hockenheimring. Die Aufgabe ist es, so viele Runden wie möglich zu fahren. Beim „Eco Grand Prix“ treten Teams verschiedener Hersteller mit ihren eigenen Firmenfahrzeugen gegen Privatbesitzer an, um den Rundenrekord in ihrer Klasse aufzustellen. 2018 nahm sogar die erfolgreiche Rallye-Raid-Fahrerin Jutta Kleinschmidt teil.

In den Wettbewerben der letzten Jahre hat sich gezeigt, dass nicht das vermeintlich beste Auto gewinnt, sondern das beste Team. Denn es gilt, die Fahrerwechselzeit zu optimieren, die Ladestrategie an die Wetterverhältnisse anzupassen und vor allem energieeffizient zu fahren. Zudem gibt es einige Auflagen zu beachten: Kein Fahrer darf mehr als acht Stunden insgesamt fahren, spätestens nach vier Stunden muss ein Fahrerwechsel stattfinden.

Quer durch Deutschland: „Der „E-Cannonball“

Das elektrische Rennen E-Cannonball geht auch durch Hamburg

Der Name ist tatsächlich etwas irreführend: Ursprünglich war der „Cannonball“ ein illegales Hochgeschwindigkeitsrennen auf den Highways der USA. Der „E-Cannonball“ allerdings ist weder gesetzwidrig, noch geht es um schlichte Vollgas-Fahrten. Vielmehr ist eine ausgeklügelte Strategie gefragt, um das Jedermann-Rennen von Hamburg nach München zu gewinnen. Rund 60 Elektro-Pkw wollen auch 2019 die 837 Kilometer lange Strecke auf deutschen Autobahnen effizient zurücklegen.

Die Herausforderung auf der langen Tour in freier Wildbahn: Energieverbrauch und Geschwindigkeit optimieren und Ladepunkte im Blick behalten, um die Strecke mit wenig Stopps zurückzulegen. 2018 lag der Bestwert bei rund 8,5 Stunden. Teilnehmen kann jeder, der sich für Elektromobilität interessiert, selbst wenn er bisher kein eigenes Elektroauto hat – zugelassen sind auch geliehene Fahrzeuge.

Fazit: Motorsport mit E-Autos ist attraktiv

Die steigende Zahl an Teilnehmern als auch an E-Rallyes macht eines deutlich: Immer mehr Menschen interessieren sich für die sportliche Seite der Elektroautos. Die guten Beschleunigungswerte und der große Fahrspaß – das macht Motorsport mit E-Autos so attraktiv.

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