Die Jazz-Band neben dem offenen Sharan – die Instrumente sind zum Teil schon verstaut
Die Jazz-Band neben dem offenen Sharan – die Instrumente sind zum Teil schon verstaut
Die Jazz-Band neben dem offenen Sharan – die Instrumente sind zum Teil schon verstaut
Die Jazz-Band neben dem offenen Sharan – die Instrumente sind zum Teil schon verstaut
Lifestyle

Tour de Jazz – im Rhythmus der Nacht

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Tour de Jazz – im Rhythmus der Nacht

Text von Jan Schlüter
Fotografie von Robert Grischek

Drei Hamburger Musiker wollen ein spontanes Livekonzert im quirligen Stadtteil Sternschanze geben. Doch wie kommen Band und Instrumente bequem und sicher vom Proberaum ins Szeneviertel? Die Rettung heißt Sharan. Er bietet ausreichend Platz und erweist sich im Laufe des Abends sogar selbst als mobiler Konzertsaal.

Text von Jan Schlüter
Fotografie von Robert Grischek

Drei Hamburger Musiker wollen ein spontanes Livekonzert im quirligen Stadtteil Sternschanze geben. Doch wie kommen Band und Instrumente bequem und sicher vom Proberaum ins Szeneviertel? Die Rettung heißt Sharan. Er bietet ausreichend Platz und erweist sich im Laufe des Abends sogar selbst als mobiler Konzertsaal.

Es ist ganz leicht, den Proberaum zu finden. Als ich den verwinkelten Hinterhof betrete und für einen Moment suchend umherblicke, kann ich mich sofort an den rhythmischen Klängen aus dem Untergeschoss orientieren. Da muss ich lang. Immer nur der Basstrommel folgen und schon ist die richtige Eingangstür gefunden. Der Proberaum liegt am Rande der Hamburger Sternschanze in einer kleinen, ruhigen Seitenstraße. Roter Backstein, den die norddeutschen Baumeister so gern verwenden, leuchtet in der untergehenden Sonne. Auf dem Hinterhof befinden sich eine Tanzschule, die obligatorische Autowerkstatt sowie ein Fotostudio, in dem gerade ein Modeshooting stattfindet. Ganz klar – ich befinde mich im Szeneviertel Sternschanze, wo Hamburgs Kreative leben, arbeiten und feiern. Natürlich ist keine Klingel am Eingang. Bei dem lauten Getrommel brauche ich auch gar nicht erst zu versuchen, den Drummer auf dem Handy zu erreichen. Ich klopfe deshalb mehrmals ans Kellerfenster. In einer kurzen Spielpause hört er mich und öffnet die Tür. Christoph Kähler ist eben nicht so leicht von seinem Instrument zu trennen. Als Kind hat er sein erstes Schlagzeug bekommen, nahm jahrelang fleißig Unterricht und ist den Drums bis heute treu geblieben. Mittlerweile verdient er sein Geld als Studio- oder Livemusiker für Bands wie Fettes Brot und die Fantastischen Vier oder arbeitet mit Künstlern wie Nneka und Wolf Mahn zusammen. Aktuell hat er ein Engagement als Drummer im Altonaer Theater für die Bühneninszenierung des Films „Absolute Giganten“.

 

Sängerin Jamie Watson vor dem Sharan
Die Sängerin Jamie Watson hat mit ihrer Band Jupiter 7 bereits im legendären Hamburger Club Birdland gespielt.
Band beim Verladen der Instrumente in den Kofferraum des Sharan
Band beim Verladen der Instrumente in den Kofferraum des Sharan
Wir warten in der Spätnachmittagssonne bei einem Plausch vor der Tür auf zwei weitere Musiker, die Christoph eingeladen hat.
Jamie Watson auf dem Beifahrersitz des Sharan

 

 

Fabio Papais, ein ehemaliger Bandkollege von Christoph, der Gitarre und E-Bass spielt, sowie die Sängerin Jamie Watson sollen gleich eintreffen. Das Trio hat sich verabredet, um zu jammen und all das zu spielen, worauf es spontan Lust hat. Die drei verstehen solche Abende als kreativen Ausgleich für Berufsmusiker. Wer professionell Musik macht und damit seinen Lebensunterhalt verdient, empfindet es als angenehm und erholsam, Songs zu spielen, die sonst nicht zum Repertoire gehören – so wie Leistungssportler, die einen Ausgleichssport betreiben. Die Jam-Session soll jedoch nicht im Proberaum stattfinden. Ein Ortswechsel steht also an.

 

Das Raumwunder

Die Fahrt mit Instrumenten zum Veranstaltungsort bedeutet für Bands immer eine logistische Herausforderung. Als alle beisammen sind, wird deshalb sofort mit den Transportvorbereitungen begonnen. Christophs Drum-Set ist das Erste, was verladen werden muss. Das weitere Equipment, Fabios Gitarre und sein E-Bass sowie Jamies Bühnenklamotten sind dagegen fast Kleinkram. Ich bin ratlos, wie die Band sich mit dem Material, das nun an der Straße steht, irgendwohin hinbewegen will. Außerdem verstehe ich nun besser, warum Popbands immer mit einem riesigen Tourbus und mehreren LKW für das Equipment unterwegs sind. Aber Christoph beruhigt seine Musikerkollegen, er hat die Lösung für das Logistikproblem gleich um die Ecke geparkt – einen Sharan Comfortline.

Der Sharan von hinten vor der Kulisse des abendlichen Hamburger Hafens
Blick aus dem Cockpit des Sharan auf die Straße
Viel zu sehen und viel zu hören. Das übersichtlich gestaltete Cockpitdesign lenkt nicht von der Außenwelt ab. Der Blick ist frei für die wesentlichen Dinge. Das optionale Dynaudio Contour Soundsystem sorgt für die musikalische Untermalung in Studioqualität.

Für einen Schlagzeuger – dazu noch einen mit Kindern – muss der private Wagen sehr geräumig sein, damit alles hineinpasst. Also rasch die Sitze umgeklappt – was durch die praktische EasyFold Umklappfunktion kein Problem darstellt – und das Einladen kann beginnen.

 

Lange Nacht und kurze Wege

Als Auftrittsort hat sich das Trio seinen Lieblingsplatz in der Hamburger Sternschanze ausgesucht. Es ist ein umgebauter Bauwagen, in dem am Wochenende Konzerte stattfinden. Die perfekte Location für den Gig, denn nebenan ist ein großer Parkplatz. Bequemer geht es kaum.

 

Die linke Heckleuchte des Sharan
Für eine Band ist das genutzte Fahrzeug mehr als ein Transportmittel. Nicht nur auf den Fahrstrecken verbringen die Musiker viel Zeit im Wagen. Oft finden auch Pausen und Besprechungen dort statt. Für unser Trio zeigte sich schnell: Der Sharan bekommt das Gütesiegel „bandgeeignet“ – geräumig, bequem, komfortabel und stilsicher.
Schlagzeuger Christoph steuert den Sharan
Gitarrist Fabio auf dem Beifahrersitz des Sharan
Mit dem Sharan durch den Elbtunnel
Ein nahezu perfekter Frühlingsabend. Mit Freunden für Freunde zu musizieren – mehr geht nicht.
Christoph Kähler

Mitten in der Woche geht es hier recht entspannt zu, ganz im Gegensatz zu den Wochenenden, an denen das Partyvolk die Schanze überflutet. Das Ausladen geht fix und bei den geöffneten Schiebetüren des Sharan kommt jeder der drei bequem an seine Instrumente und Taschen. Christoph wird deshalb sogar zügiger als erwartet mit dem Aufbau seines Schlagzeugs fertig. Nur noch schnell die elektrischen Schiebetüren verriegeln und ab auf die kleine Bühne. Die drei haben sich ein paar Freunde für ihre Jam-Session eigeladen. Ohne Zuhörer – und selbst wenn es nur eine Handvoll sind – macht das Live spielen nur halb so viel Spaß. In dem umgebauten Bauwagen, in dem es sogar eine kleine Bar gibt, passen höchstens 25 Menschen, und die Partylocation füllt sich schnell. Die Stimmung ist familiär und lässig fängt das Trio einfach an zu spielen. Eine lange Anmoderation ist  überflüssig. Jamies Stimme zieht sofort alle in ihren Bann. Gespielt wird eine anspruchsvolle Mischung aus Jazz, Soul und Funk. Dabei mischt die Band gekonnt unbekannte Songs mit eigenen Versionen von Motown-Klassikern und Bluenote-Hits. Dem Publikum gefällt‘s, es feiert und tanzt.

Die Band tritt auf
Sängerin Jamie Watson am Mikro

Zugabe

Der Abend neigt sich langsam seinem Ende zu. Jamie verabschiedet sich von der Bühne, während Fabio und Christoph die finalen Takte spielen. Der letzte Ton verklingt, die Freunde nehmen noch ein Getränk, bedanken sich für die Aufmerksamkeit und Zuneigung des Publikums und machen sich auf den Weg in die Nacht. Jamie zieht kurzentschlossen weiter auf „die Schanze“ und Fabio wird von seiner Freundin abgeholt. 

Christoph packt die letzte Tasche in den Sharan. „Na, soll ich dich nach Hause fahren?“ Wir steigen ein und Christoph spielt mir Musik für sein neues Soloalbum vor. Der Klang ist enorm gut, raumfüllend und dynamisch. Mein Blick spricht wohl Bände, denn Christoph fragt: „Klingt klasse, der Sound, oder?“  In der Tat, so ein präziser Klang ist selten und entfaltet sich im Van besonders gut, fast wie in einer Konzerthalle. Kein Wunder, verbaut ist ein optionales Dynaudio Contour Soundsystem – die Gesamtleistung der acht Verstärker liegt bei über 300 Watt. Die besten Tonstudios der Welt verwenden Lautsprecher des dänischen Herstellers Dynaudio. Wie ich später erfahre, waren dessen Soundingenieure schon bei der Fahrzeugentwicklung eingebunden und haben das System auf die akustischen Bedingungen des Sharan zugeschnitten. 

 

Infotainment-Steuerung per Touchscreen
Das Farbdisplay und die intuitive Touchscreen-Steuerung machen es Fahrer und Beifahrer leicht, die Infotainment-Funktionen anzusteuern. Ins Navi schauen Christoph und Fabio nur kurz. In der Hamburger Sternschanze kennen sie sich aus.
Linke Frontleuchte des Sharan mit Lichtreflektionen
Der Sharan von hinten abends auf der Oberhafenbrücke


Es stört nicht, dass wir längst am Ziel angekommen sind. Wir parken vor dem Haus und hören noch zwei weitere Songs. Als ich mich von Christoph verabschiede, versprechen wir uns, dass unser nächstes Wiedersehen nicht wieder so lange auf sich warten lässt. Christoph wendet in der Einfahrt und der Sharan im jazz-coolen Atlantic Blue Metallic verschwindet in die Nacht. Die Musik aus dem offenen Fenster klingt noch eine Weile nach, bis nur noch das vertraute Hintergrundrauschen der Stadt zu hören ist.

 

Zum Showroom

 

Jazz lebt

Der Hamburger Jazzclub Birdland steht stellvertretend für ein Jazz-Revival in der Hansestadt. Die Traditionslocation hat sich unter neuem Management zur echten Erfolgsstory entwickelt. Zudem haben sich in Hamburg in den letzten Jahren gleich zwei  international renommierte Jazz-Festivals etabliert. Das bekannteste ist das Elbjazz. Das Festival, das immer Ende Mai stattfindet, gehört mittlerweile zu den Pflichtterminen für Liebhaber des Genres. Viele Konzerte finden unter freiem Himmel statt, einige auf Schiffen, die im Hafen liegen und sogar in der Elbphilharmonie gibt es Auftritte. 

Das zweite Festival ist das im November stattfindende Überjazz. Dort wird erfrischend innovativ kuratiert und es gibt jedes Jahr aufregende neue Musik zu hören. Die Genre-Grenzen zwischen traditionellem Jazz und modernen Spielarten werden beim Überjazz-Festival fein und fachgerecht verwischt.

 

/ September 2019

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