Das Volkswagen Werk Poznan ist 1993 hervorgegangen aus einem Joint-Venture der Volkswagen AG mit dem polnischen Automobilhersteller Tarpan. Seit 1996 ist es eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Volkswagen-Konzerns. Das Werk Poznan stellt sowohl Bauteile für den Konzern wie auch Fahrzeuge für VW Nutzfahrzeuge her. Jährlich produzieren die 6.000 Mitarbeiter rund 4,5 Millionen Saugrohrmodule, Zylinderköpfe und Lenkgehäuse und 155.000 Fahrzeuge der Modelle Caddy und Transporter T5. Über 95 Prozent der Fahrzeuge und 74 Prozent der Gussteile und Module gehen ins Ausland. Damit ist VW Poznan schon heute der zweitgrößte Exporteur Polens.
Wettbewerbsfähig durch Spezialisierung und Lieferanteneinbindung
Das Volkswagen Werk in Poznan will seine Wettbewerbsfähigkeit permanent verbessern. Dies geschieht einerseits durch Spezialisierung auf neue Technologien. Die Mitarbeiter in Poznan bauen zum Beispiel auf Basis des Caddys Spezialfahrzeuge und rüsten Fahrzeuge auf Erdgasbetrieb um. Volkswagen will andererseits, dass in der Region insgesamt hohe Qualität zu wettbewerbsfähigen Preisen angeboten wird. Ziel ist es, die lokalen Lieferanten in die Wertschöpfungskette einzubinden und weitere Zulieferer für die Ansiedlung vor Ort zu gewinnen. Dies erhöht nicht nur die Qualität der Produkte, sondern sorgt im Werk für eine flexible Produktion „just in time“ und reduziert somit die Kosten. Beim Caddy stammen bereits 36 Prozent des Fertigungsmaterials von örtlichen Produzenten.
Umweltschutz
Für das Volkswagen Werk in Poznan ist der aktive Umweltschutz eine Notwendigkeit zur Produktion qualitativ hochwertiger Produkte. Volkswagen Poznan ist nach ISO 14001 zertifiziert und besitzt auch integrierte Genehmigungen für die Lackiererei und für ausgewählte Bereiche der Giesserei. Dabei geht das Werk über die geforderten EU-Maßstäbe und die durch Zertifizierung erworbenen technischen Standards hinaus. Die Umweltpolitik der Fabrik in Poznan ist auch auf die Gestaltung des Bewußtseins der Mitarbeiter und deren Verständnis für die Umweltschutzthematik gerichtet. Die polnische Gesetzgebung sieht regelmäßige Arbeitssicherheitsschulungen vor. Umweltschutzschulungen sind darin bisher nicht vorgeschrieben. VW Poznan hat sein Schulungsprogramm um Umweltschutzthemen erweitert. Im Jahr 2004 haben 3747 Mitarbeiter am Programm teilgenommen.
Transformationsprozess
Unter dem Motto „Wir entfalten unsere Flügel“ wurde in 2005 die zweite Etappe des Transformationsprozesses bei VW Poznan gestartet. Während im Zentrum der ersten Etappe die Prozessgestaltung im Hinblick auf die Entwicklung des Standortes Poznan von einem CKD-Werk zu einer kompletten Automobilfabrik stand, wurde der Schwerpunkt in 2005 auf die Weiterentwicklung überfachlicher Kompetenzen der Mitarbeiter gelegt. In zahlreichen Projekten, wie zum Beispiel „Übernahme und Delegation von Verantwortung“ oder „Gesundheitsförderung bei VW Poznan“, arbeiteten mehr als 100 Mitarbeiter engagiert mit. Die Ergebnisse der Projektgruppen wurden in einer Großgruppenveranstaltung mit ca. 650 Mitarbeitern diskutiert und im Rahmen von sieben Aktionswochen zu Einzelprojekten weiter verfolgt. Während der Aktionswochen wurden die Belegschaft über die Projekte informiert und weitere Mitarbeiter in die Projekte involviert. Im Herbst 2005 startete die dritte Etappe des Transformationsprozesses. Unter dem Motto „Flügel entfalten – Zukunft gestalten“ sollen bereichsbezogene Strategien und Maßnahmen entwickelt werden, die die Zukunftsfähigkeit des Standortes Poznan im Hinblick auf Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung sichern.