Häuser mit Solarzellen auf dem Dach.
Nachhaltigkeit

Photovoltaik und Stromspeicher: Die schlaue Kombination

Nachhaltigkeit

Photovoltaik und Stromspeicher: Die schlaue Kombination

15.05.2019
15.05.2019

Wer über ein Elektroauto nachdenkt, stellt sich auch die Frage, wo er das Fahrzeug laden kann. Am bequemsten ist es natürlich daheim. Autarke Ladesäulen mit privater Photovoltaikanlage und Stromspeicher wären eine mögliche Lösung. Ob das etwas für Sie ist, erfahren Sie hier.

Das erfahren Sie hier:

  • Warum es sich anbietet, Solarstrom selber zu erzeugen – und selber zu nutzen
  • Wieviel Strom eine Photovoltaikanlage für das Elektroauto bereitstellen kann
  • Wie sich Besitzer von Stromspeichern untereinander vernetzen
  • Welche Impulse die Photovoltaik für die Elektromobilität insgesamt setzt

Wer an sonnigen Tagen in Deutschland Strom mit der eigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach produziert, erhält für die Einspeisung ins Netz eine feste Vergütung. Dies ermöglicht das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG). Lag die EEG-Umlage nach ihrer Einführung im Jahr 2000 für produzierten Solarstrom bei 50 Cent, gibt es heute vom Staat 12 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Erneuerbare Energie aus der Steckdose kostet dagegen im Vergleich fast das Dreifache.

Daher bietet es sich an, möglichst viel des selbsterzeugten Solarstroms auch selber zu nutzen. Und gerade deshalb ergänzen sich Photovoltaik-Anlage und Elektroauto ideal: Nirgends kann man so günstig die Batterie auftanken wie im heimischen Carport oder in der Garage. Aber nur rund ein Viertel des Solarstroms ist direkt nutzbar – da die Sonne ausgerechnet dann am stärksten scheint, wenn man tagsüber beispielsweise mit dem Elektrofahrzeug unterwegs ist. Da ergibt es natürlich wenig Sinn, am Abend den teuren Ökostrom vom Energieversorger zu beziehen. Die Alternative: Ein Stromspeicher in Form eines großen Akkus. Der speichert tagsüber die Energie und gibt sie nachts wieder ab, um etwa das Elektroauto zu laden.

 

Lächelnde Frau zuhause auf ihrem Sofa.
Energiereich: Für Besitzer von Photovoltaik-Anlagen ist es sinnvoll, den selbst erzeugten Strom auch selber zu nutzen.

Photovoltaik bringt Elektroautos zum Laufen

Im Schnitt erhöht der Speicher den Eigenverbrauch auf mindestens 50 Prozent und senkt zugleich den Bezug von einem Versorger um 60 Prozent. Das Marktforschungsunternehmen „EUPD Research“ hat analysiert, dass der Besitz einer Photovoltaikanlage inklusive Batteriespeicher auch die Kaufabsicht für ein Elektroauto positiv beeinflusst. Die Experten sehen PV-Anlagenbesitzer sogar als „Early Adopter“ für Elektrofahrzeuge. Schließlich kann die jährliche Leistung einer PV-Anlage mit 3.000 Kilowattstunden Strom ein E-Auto rund 14.000 Kilometer lang emissionsfrei betreiben. Inzwischen werden die meisten aller neuen Solarstromanlagen nach Angaben des „Bundesverbandes Solarwirtschaft“ gemeinsam mit einem Batteriespeicher installiert. Damit eröffnet sich auch ein Geschäftsmodell für die Besitzer: Wieso nicht den eigenen Anschluss als Solartankstelle für die Nachbarschaft anbieten? Eigenheimbesitzer profitieren allerdings seit 2019 nicht mehr von einem Förderung durch die KfW-Bank für Stromspeicher. Jedoch wird weiterhin der Kauf einer Photovoltaik-Anlage mit zinsgünstigen Krediten und einem Tilgungszuschuss gefördert. Eine Photovoltaikanlage kostet derzeit laut dem “Solar Cluster Baden-Württemberg e.V.” rund 1.300 Euro pro kWp (Kilowatt Peak), ein Solarstromspeicher rund 1.200 Euro pro nutzbare kWh.

Intelligente Vernetzung von Batteriespeichern

Einfamilienhäuser in dörflicher Umgebung.
Digitale Dorfgemeinschaft: Auf einer virtuellen Sharingplattform können Haushalte Strom untereinander tauschen.

Das Angebot an Stromspeichern ist groß. Beim Marktführer „Sonnen können Nutzer mit der eigenen Ladebox nicht nur Solarstrom tanken, sondern das Elektroauto wird Teil einer „Community“: Eine virtuelle Sharingplattform vernetzt die Kunden miteinander, die hier überschüssigen Strom tauschen. Dabei handelt es sich um Haushalte mit einer Solaranlage und einem Stromspeicher, aber auch um Personen, die nur den Ökostrom produzieren oder lediglich beziehen. Im „Smartmodus“ kalkuliert die intelligente Steuerung über eine Schnittstelle zum Solarspeicher die bestmögliche Ladezeit für das E-Fahrzeug mit Rücksicht auf den Eigenverbrauch im Haushalt und auf Wetterprognosen. Reicht die Eigenproduktion nicht aus, wird Energie aus der Gemeinschaft bezogen. Der Anbieter „Senec“ setzt indes auf das System Cloud to Go: Besitzer von PV-Anlage und Speicher lassen sich ihren nicht verbrauchten Strom auf ein virtuelles Konto gutschreiben. Müssen sie externen Strom beziehen, bekommen sie diesen in Höhe des eingespeisten Solarstroms umsonst. Das Guthaben kann außerdem an öffentlichen Ladestationen im In- und Ausland genutzt werden.

Impuls für die flächendeckende Elektromobilität

2018 wurden bundesweit 40.000 Stromspeicher installiert. Nimmt man alle hiesigen Heimspeicher – rund 110.000 – zusammen, kommt man auf fast 1.000 Megawatt Batteriekapazität. Das entspricht in etwa der Leistung eines großen Pumpspeicherwerks. Wissenschaftler der TU Braunschweig“ gehen davon aus, dass durch heimische Solaranlagen und PV-Batteriespeicher ein flächendeckendes Netz von Ladepunkten für Elektrofahrzeuge möglich ist.So ließe sich der erforderliche Leitungs- und Netzausbau deutlich reduzieren, wenn alles intelligent verzahnt wird. In der Studie kommen die Forscher zum Schluss, dass sich damit die Ladekapazität gegenüber einem klassischen Niederspannungsverteilnetz verdoppeln würden. In Vorstädten mit überwiegend Ein- und Zweifamilienhäusern könnten schon heute 60 Prozent der Haushalte mit einer eigenen 11-kW-Ladestation für Elektroautos versorgt werden. Dafür müssen die dezentralen Batteriespeicher aber Strom aus dem allgemeinen Versorgungsnetz aufnehmen und wieder abgeben dürfen. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen und Möglichkeiten für eine Förderung hierfür wurden kürzlich von der EU auf den Weg gebracht. In Zukunft könnte sogar hierüber die Komplettversorgung mit privaten Ladepunkten in Dörfern erreicht werden. Und dann wird auch die Elektromobilität auf dem Land immer mehr Realität.

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