Vorteile des Elektroautos
1
Vorteile des Elektroautos
1
Vorteile des Elektroautos
1
Vorteile des Elektroautos
1
Lifestyle

Elektroautos: Diese Vorteile haben sie im Alltag

Lifestyle

Elektroautos: Diese Vorteile haben sie im Alltag

Kostenloses Aufladen, reservierte Parkplätze und freie Fahrt im Stadtverkehr – die Besitzer von Elektroautos genießen in Deutschland in bestimmten Städten und Kommunen zahlreiche Vorteile. Tendenz: steigend.

Diese und weitere praktische Vorteile bieten Elektroautos:

  • Kommunen können E-Autos verschiedene Vorrechte einräumen.
  • Ein E-Kennzeichen am Fahrzeug lohnt sich.
  • Länder wie Norwegen und Österreich können Vorbild sein.

Diese Vorrechte haben Elektroautos je nach Stadt oder Kommune gegenüber Verbrennern

Für E-Fahrzeuge sind in Deutschland verschiedene Vorrechte und Möglichkeiten gesetzlich vorgesehen:

  • Sie dürfen häufig günstiger oder kostenfrei im öffentlichen Raum und an Ladestationen parken. Unter Umständen gibt es besonders gekennzeichnete Parkbereiche.
  • Kommunen können das Befahren von Bus- und Taxispuren erlauben, ein echter Vorteil in dichtem Berufsverkehr.
  • Es gibt eine Ausnahme von bestimmten Zufahrtsbeschränkungen und Durchfahrtverboten, die zum Schutz vor Lärm und Abgasen gelten.
  • Im öffentlichen Raum sowie vor Geschäften wie Supermärkten, Einrichtungshäusern oder Baumärkten sind zahlreiche kostenfreie Ladestationen zu finden.

     
Diese Regelungen sind im Elektromobilitätsgesetz (EmoG) verankert, das 2015 in Kraft getreten ist. Es soll gezielt die Verbreitung der Elektromobilität unterstützen und weitere Anreize für die Nutzung von E-Autos schaffen, zusätzlich zu den Subventionen beim KaufOpens an external link, den Investitionen in den Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Befreiung von der Kfz-Steuer. Die Kommunen erhalten mit den möglichen Privilegien einen Spielraum, den sie individuell gestalten können. Die Bundesregierung hat das EmoG zunächst bis 2030 befristet.

Damit ein E‑Auto diese Vorteile nutzen kann, muss es als solches gekennzeichnet sein. Für in Deutschland zugelassene Fahrzeuge heißt das, dass ein E-Kennzeichen beantragt werden muss. Bei diesem Autokennzeichen wird nach der Nummernkombination ein "E" ergänzt.

Umsonst parken, Förderungen nutzen   

Wie das ganz praktisch aussehen kann, zeigt ein Blick in verschiedene deutsche Großstädte. Hamburg beispielsweise ist bundesweit die Stadt mit den meisten öffentlichen Ladestationen. An mehr als tausend Ladestellen dürfen alle Elektrofahrzeuge mit E-Kennzeichen bis zu zwei Stunden kostenlos parken – selbst, wenn sie gerade nicht ihren Akku laden. In vielen anderen Städten gilt das nur, wenn das Fahrzeug auch an die Ladestation angeschlossen ist. Parken Autos mit Verbrennungsmotor auf diesen Plätzen, können sie abgeschleppt werden. Die Chance auf einen Parkplatz in der Innenstadt steigt mit E‑Auto und E-Kennzeichen also deutlich. Zusätzlich sind in der Hansestadt alle gebührenpflichtigen Parkplätze für Elektrofahrzeuge umsonst.  

Auch in Düsseldorf darf an rund 12.000 Parkplätzen mit Parkscheinautomat kostenlos geparkt werden. Dafür müssen Fahrzeughalter ihr E‑Auto vorab per E-Mail beim Umweltamt registrieren. Außerdem bezuschusst die Stadt DüsseldorfOpens an external link den Kauf einer WallboxOpens an external link für zu Hause mit bis zu 500 Euro, wenn der Haushalt Strom aus erneuerbaren EnergienOpens an external link bezieht.

In Stuttgart kann auf gebührenpflichtigen Parkplätzen sowie in Bewohnerparkgebieten kostenfrei geparkt werden, während Leipzig Elektroautobesitzer mit kostenlosem Parken für vier Stunden privilegiert.

Berlin bietet nicht nur kostenloses Parken während des Ladevorgangs, sondern hat auch das Förderprogramm "Wirtschaftsnahe ElektromobilitätOpens an external link" (WELMO) für kleine und mittelständische Unternehmen ins Leben gerufen. Sie sollen dabei unterstützt werden, ihre Flotte auf elektrisch betriebene Fahrzeuge umzustellen und Ladepunkte für ihre Mitarbeiter bereitzustellen.

Straße in einer Großstadt, im Hintergrund Wolkenkratzer
Den Kommunen steht es frei, E-Autofahrern zahlreiche Sonderrechte einzuräumen.

Generell ermöglicht es das Elektromobilitätsgesetz allen Kommunen, kostenlose Parkplätze zu schaffen und die Benutzung von Busspuren zu erlauben. Aus einem Evaluierungsbericht der Regierung im Auftrag des Bundesverkehrs- und des Bundesumweltministeriums geht jedoch hervor, dass nur 57 Prozent der Kommunen von dieser Möglichkeit wissen. Das ist deutlich zu wenig, wenn Kommunen die Elektromobilität fördern können sollen. Und eine bislang mangelnde Informationspflicht führt dazu, dass der Überblick über alle bundesweit umgesetzten Maßnahmen noch lückenhaft ist. Das ist aktuell noch ein Nachteil für Deutschland. Wie es gehen könnte, zeigen zum Beispiel Norwegen und Österreich. Sie haben der Elektromobilität bereits mit weiteren Maßnahmen mehr Reichweite verschafft.

E‑Mobilität in Norwegen: Auf der Busspur am Stau vorbei

In Norwegen ist es ein ganz normales Bild: E-Autos dürfen auf der Busspur am Stau vorbeiziehen, wenn mindestens zwei Personen im Auto sitzen. Ihre Fahrer parken überall umsonst, laden kostenlos Strom an mehr als 19.000 öffentlichen Stationen (Stand: Januar 2021) und zahlen nur die halbe Kfz-Steuer. Von der Mehrwertsteuer sind sie ganz befreit. Dass das der richtige Weg zu einer neuen Mobilität ist, zeigen die Zulassungszahlen. In Norwegen fahren prozentual die meisten Elektroautos und Plug-in-Hybride. 

 

Die elektrische Stadt: Oslo hat die meisten Elektroauto-Neuzulassungen in ganz Norwegen.

Der Plan, durch staatliche Förderung und Vorteile im Alltag das Elektroauto zu einer attraktiven Alternative aufzubauen, geht auf: Bis Ende 2018 sollten auf Norwegens Straßen 50.000 Elektroautos unterwegs sein, bis Ende 2025 der Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotor sogar komplett eingestellt werden – tatsächlich sind es mittlerweile mehr als 440.000 elektrische und teilelektrische Fahrzeuge. AktuellOpens an external link entfallen drei von vier zugelassenen Neufahrzeugen auf Elektroautos und Hybrid-Fahrzeuge, wobei sich der ID.3 (Stromverbrauch kombiniert: 15,6–13,1 kWh/100 km (NEFZ); CO2-Emission kombiniert: 0 g/km; Effizienzklasse: A+) großer Beliebtheit und hoher Absatzzahlen erfreut.

Norwegen führte zusätzlich die 50-Prozent-Regel ein. Damit können Städte Elektroautobesitzern bis zu 50 Prozent der Parkgebühren erlassen. Diese Regel wird auch angewandt auf Autoüberfahrten mit der Fähre und Fahrten auf Mautstraßen. Die steuerlichen Vergünstigungen für reine Elektroautos wurden zudem bis Ende 2021 verlängert. So sparen Käufer eines neuen E-Autos weiterhin die Mehrwertsteuer von 25 Prozent, Steuern auf Importfahrzeuge und Neuwagenabgaben.

Elektroautos auf der Überholspur:
In Österreich dürfen E-Autos schneller fahren als Verbrenner

Einen bisher einmaligen Ansatz für Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb hat Österreich auf die Straße gebracht. Seit 2019 gilt für Elektroautos auf bestimmten Autobahnabschnitten ein anderes Tempolimit als für Modelle mit Verbrennungsmotor. Die Höchstgeschwindigkeit liegt für Elektrofahrzeuge bei 130 km/h statt 100 km/h. Dieses Privileg gilt auf etwa 440 Kilometern Strecke, und zwar auf solchen, die unter einer besonders hohen Emissionsbelastung leiden. Weil E-Autos lokal CO2-frei unterwegs sind, dürfen sie an den anderen Fahrzeugen vorbeiziehen. Achtung: Diese Regelung gilt nur für in Österreich zugelassene Elektrofahrzeuge. Überschreitet ein in Deutschland zugelassenes Fahrzeug die erlaubte Geschwindigkeit, führt das zu einem Bußgeld. Und Verstöße gegen das Umwelt-Tempolimit werden strenger bestraft als reguläre Geschwindigkeitsverstöße.

Zusätzlich zur Temporegelung gibt es Steuererleichterungen: Reine Elektrofahrzeuge sind sowohl von der motorbezogenen Versicherungssteuer ausgenommen als auch von der Normverbrauchsabgabe, einer Zulassungssteuer, die unter anderem beim Kauf eines neuen Personenkraftwagens anfällt. 

Anreize setzen

Was Deutschland von diesen Beispielen hat? Eine ganze Menge. Der Erfolg staatlicher Förderungen und Privilegien in anderen Ländern hat Vorbildfunktion. Davon profitieren Fahrer von E-Autos hierzulande – vor allem, wenn sie bereits ein E-Kennzeichen besitzen. Es signalisiert Parkwächtern und Ordnungshütern: Dieses Auto fährt mit E-Motor. Wer so ein E-Kennzeichen besitzt, kann sich über Vorteile freuen. Dabei sind Hamburg, Düsseldorf, Berlin, München und Stuttgart Vorreiter, wenn es um die Förderung von Elektromobilität in Deutschland geht.

Natürlich sorgen diese und andere Vorteile nicht allein dafür, dass bald nur noch Elektro-Pkw auf den Straßen zu sehen sind. Aber Anreize in Verbindung mit einem steigenden Umweltbewusstsein sowie die ständige Weiterentwicklung von Reichweite und Ladeinfrastruktur werden langfristig dazu führen, Elektromobilität flächendeckend auf die Straße zu holen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Einsteigen und Elektromobilität erleben

Das könnte Sie auch interessieren: