Fünf Würfel mit Pictogrammen zur Elektromobilität.
Fünf Würfel mit Pictogrammen zur Elektromobilität.
Fünf Würfel mit Pictogrammen zur Elektromobilität.

Experten entwickeln die Mobilität von morgen

Wer stellt die Weichen für die Zukunft der Mobilität in Deutschland? In der breiten Öffentlichkeit nur wenig bekannt ist die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität (NPM). Das Expertengremium definiert im Auftrag der Bundesregierung aus einem ganzheitlichen Blickwinkel Grundsätze und konkrete Konzepte für bezahlbaren, nachhaltigen und klimabewussten Verkehr.

Wer stellt die Weichen für die Zukunft der Mobilität in Deutschland? In der breiten Öffentlichkeit nur wenig bekannt ist die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität (NPM). Das Expertengremium definiert im Auftrag der Bundesregierung aus einem ganzheitlichen Blickwinkel Grundsätze und konkrete Konzepte für bezahlbaren, nachhaltigen und klimabewussten Verkehr.

Eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen im Jahr 2020: Dieses griffige Ziel von Bundeskanzlerin Angela Merkel stand 2010 als Arbeitsauftrag am Anfang der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE). Auch wenn das pointierte Versprechen der Kanzlerin aus vielerlei Gründen nicht verwirklicht werden konnte, ist der Nutzen eines solchen Expertengremiums unbestritten. Als Nachfolgeorganisation der NPE nahm 2018 die neue Nationale Plattform Zukunft der MobilitätOpens an external link ihre Arbeit auf.

Die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität (NPM)

  • gibt Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Handlungsempfehlungen für ein treibhausgasneutrales und umweltbewusstes Verkehrssystem,
  • sorgt für Abstimmung technischer Fragen, präzisiert Entwicklungsmöglichkeiten und initiiert Förderprojekte, 
  • informiert durch Newsletter und Fortschrittsberichte transparent über ihre Arbeit.

Was genau ist die NPM?

Die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität ist eine Initiative der Bundesregierung und wurde im Koalitionsvertrag nach der Bundestagswahl 2017 vereinbart. In diesem Gremium wird die Arbeit der Nationalen Plattform Elektromobilität weitergeführt. Die Elektromobilität bleibt damit ein Fokusthema der Politik, wird aber in den breiteren Kontext einer nachhaltigen, klima- und umweltbewussten, sozial gerechten, flexiblen, wettbewerbsfähigen und verkehrsträgerunabhängigen Mobilität gestellt.

Welche Ziele werden verfolgt?

Das Gremium diskutiert strategische Weichenstellungen im Mobilitätsbereich und klärt aus übergeordneter Sicht Fakten zu den komplexen Themen rund um Verkehr und Elektromobilität. Aus den entwickelten Handlungsempfehlungen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft soll sich ein Arbeitsprogramm für die Bundesregierung zur Gestaltung einer zukunftsfähigen Mobilität ergeben. Im Zentrum stehen verkehrsträgerübergreifende und -verknüpfende Lösungen für ein weitgehend treibhausgasneutrales und umweltbewusstes Verkehrssystem. Dieses soll im Personen- und Güterverkehr eine effiziente, hochwertige, flexible, hoch verfügbare, sichere und bezahlbare Mobilität ermöglichen. Außerdem soll eine wettbewerbsfähige Automobilindustrie und die Förderung des Beschäftigungsstandortes Deutschlands sichergestellt werden. Die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Treiber werden dabei als wichtige Veränderungsprozesse der zukünftigen Mobilität stets gemeinsam berücksichtigt.

Wer arbeitet mit?

Die Nationale Plattform bindet relevante Stakeholder, Fachwissen und Politik ein. Die breite Basis soll die verschiedenen Interessen in der Gesellschaft ausgewogen berücksichtigen. Zentrales Steuerungsgremium und fachlich-inhaltlicher Impulsgeber ist der Lenkungskreis unter Vorsitz von Prof. Dr. Henning Kagermann. Der Physiker, IT-Experte und Manager war CEO von SAP sowie Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften e. V. und ist ein wichtiger Berater der Bundesregierung in Zukunftsfragen.

Die technologieneutrale inhaltliche Arbeit leisten Experten aus Wissenschaft, Forschungseinrichtungen, Industrie, Verbänden, Gewerkschaften und NGOs. Sechs Arbeitsgruppen behandeln folgende Themen:

  • AG 1: Klimaschutz im Verkehr
  • AG 2: Alternative Antriebe und Kraftstoffe für nachhaltige Mobilität
  • AG 3: Digitalisierung für den Mobilitätssektor
  • AG 4: Sicherung des Mobilitäts- und Produktionsstandortes, Batteriezellproduktion, Rohstoffe und Recycling, Bildung und Qualifizierung
  • AG 5: Verknüpfung der Verkehrs- und Energienetze, Sektorkopplung
  • AG 6: Standardisierung, Normung, Zertifizierung und Typgenehmigung

Übrigens: Alle Mitglieder der Arbeitsgruppen sind ehrenamtlich und unentgeltlich tätig. Auch Experten von Volkswagen arbeiten in den Fachgremien mit.

Weiteres Gremium ist die Beratende Kommission als Schnittstelle in den Deutschen Bundestag. Sie informiert das Parlament über die Ergebnisse der Plattform und spielt der Plattform Feedback aus der Politik zurück.

Wie sehen Ergebnisse der Plattformarbeit aus?

Die Nationale Plattform Elektromobilität hat mit ihrer Arbeit seit 2010 unter anderem die Abstimmung technischer Fragen vorangetrieben, Entwicklungsmöglichkeiten präzisiert und Förderprojekte initiiert. Dass die Bundesregierung in der Marktvorbereitungsphase von 2010 bis 2014 Förderung und Weiterentwicklung der Elektromobilität mit 1,5 Milliarden Euro unterstützt hat, geht wesentlich auf Empfehlungen der NPE zurück. Auch die Kaufprämien für Elektroautos als ein wichtiger Faktor im Markthochlauf sind ein konkretes Ergebnis. Im September 2018, mit der Vorlage des Fortschrittsberichts 2018, kam die Nationale Plattform Elektromobilität zu einer zuversichtlichen Prognose. Die NPE erwartete für die Elektromobilität in Deutschland ein stimmiges Gesamtsystem aus attraktiven Fahrzeugangeboten, bedarfsgerechter Ladeinfrastruktur und klimafreundlichem Energiesystem. Konkret erwartet die AG 1, dass rund ein Drittel – dies entspricht ca. 14 Millionen – der Pkw im Fahrzeugbestand 2030 und mehr als drei Viertel der Pkw-Neuverkäufe Ende des Jahrzehnts elektrifiziert sind.

Ein VW ID.3 (Stromverbrauch kombiniert: 15,4–13,1 kWh/100 km (NEFZ); CO2-Emission kombiniert: 0 g/km; Effizienzklasse: A+) wird an einer Schnelladestation geladen. Im Hintergrund ist eine herkömmliche Benzin-Tankstelle zu sehen.
Die Ladeinfrastruktur ist ein Thema, für das die Experten in der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität Lösungen entwickeln. Hier ein Volkswagen ID.3 (Stromverbrauch kombiniert: 15,4–13,1 kWh/100 km (NEFZ); CO2-Emission kombiniert: 0 g/km; Effizienzklasse: A+) an einer Schnelladestation von IONITY.

Ein sehr gutes praktisches Beispiel für die Erfolge der Arbeit in den Expertengremien ist die Entwicklung bei der Ladeinfrastruktur, die eine entscheidende Voraussetzung für den Durchbruch der E‑Mobilität darstellt. Neben der hohen Dichte und gleichmäßigen Verteilung ist vor allem die einfache Benutzung von Ladesäulen ein Ziel. Auf Betreiben der Plattform wurde mit der ISO 15118 bereits 2014 ein Standard für die Basiskommunikation zwischen Elektrofahrzeug sowie öffentlichen und privaten Ladepunkten geschaffen und seitdem permanent an die technischen Entwicklungen angepasst. Diese Basis ermöglichte Funktionalitäten wie Plug & Charge, die Bündelung mehrerer Plug & Charge-Ladeverträge mit einem Fahrzeug und das bidirektionale Laden Vehicle2Grid. So entsteht im Zuge der Elektromobilität durch die Industrie ein deutlicher Mehrwert für Nutzerinnen und Nutzer rund um das Laden eines E-Autos.

Die Nationale Plattform hat dabei nicht nur die technischen Voraussetzungen im Blick. Für eine breite, zeitnahe und vollständige Marktetablierung der Plug & Charge- und Vehicle2Grid-Funktionalitäten empfehlen die Mitglieder der Arbeitsgruppen 5 und 6 konkrete Maßnahmen. Dazu gehören faire wettbewerbliche Bedingungen, ein klarer Pfad der Normungs-Entwicklung, die Updatefähigkeit von Elektrofahrzeugen und Ladesäulen auf neue Standards, die Berücksichtigung der Zusammenarbeit auf europäischer Ebene sowie das Monitoring der flächendeckenden Umsetzung.

1.
ID.4: Stromverbrauch kombiniert: 16,9–15,5 kWh/100 km (NEFZ); CO2-Emission in g/km: 0; Effizienzklasse: A+
2.
Bildliche Darstellungen können vom Auslieferungszustand abweichen.

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