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Technologie

Zurück in die Zukunft: Die Geschichte des Elektroautos bei Volkswagen

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Zurück in die Zukunft: Die Geschichte des Elektroautos bei Volkswagen

Wie sahen die Anfänge der Elektromobilität aus? Wir werfen einen Blick in die Vergangenheit dieser zukunftsorientierten Technik und haben dafür jemanden getroffen, der sie schon vor 50 Jahren auf unsere Straßen brachte: Elektropionier Dr. Adolf Kalberlah.

Das und mehr erfahren Sie hier:

  • 1835 wird das wahrscheinlich erste Elektrofahrzeug der Welt vorgestellt, ein Dreirad.
  • Der erste elektrische Volkswagen – ein Bulli T2 – wird 1972 gebaut.
  • Die ID. Modelle bilden die erste rein elektrische Modellfamilie des Unternehmens.

Die Anfänge der Elektromobilität

Die Geschichte der Elektromobilität geht tatsächlich bis ins 19. Jahrhundert zurück. Einer ihrer Pioniere ist der Brite Robert Anderson, der 1835 auf einer Ausstellung sein elektrisches Dreirad präsentiert, das wahrscheinlich erste Elektrofahrzeug der Welt. 1851 konstruiert der US-Amerikaner Charles Grafton Page eine Lokomotive, die von Elektromotoren angetrieben wird.

1880 baut der Franzose Gustave Trouvé einen von ihm überarbeiteten und verbesserten Elektromotor in ein Dreirad ein. Sein Trouvé Tricycle hat eine Reichweite von bis zu 26 km. William Morrison, ein weiterer Amerikaner, konstruiert 1890 ein Elektroauto, das äußerlich noch einige Ähnlichkeit mit einer Kutsche hat. 1899 stellt ein Elektroauto des Franzosen Charles Jeantaud einen Geschwindigkeitsrekord auf: 92,7 km/h werden gemessen. Aber anscheinend ist die Zeit damals noch nicht reif für Elektrofahrzeuge und der Verbrennungsmotor setzt sich durch – bis die Leistungen von Forschern und Entwicklern wie Adolf Kalberlah endgültig den Weg für eine neue Mobilität bereiten.

Portät von Dr. Adolf Kalberlah
ADOLF KALBERLAH

Elektrochemiker und Spezialist auf dem Gebiet Batterieforschung.

  • Stattet den Bulli T2 mit einer Elektrobatterie aus.
  • Entwickelt den ersten Golf mit Elektroantrieb.
  • Realisiert in den 1980ern den Golf I City-STROMer in Kleinserie.

Grundsteinlegung der E‑Mobilität bei Volkswagen 

Als Volkswagen 1970 das Zentrum für Zukunftsforschung gründet, besteht die Aufgabe von Adolf Kalberlah darin, mit einem kleinen Team für Volkswagen den ersten „Antrieb der Zukunft“ zu entwickeln. Er selbst passt als Elektrochemiker und Spezialist der Batterieforschung perfekt zu dem Job, bei dem es vor allem darum geht, die Entwicklungen der Elektromobilität voranzutreiben. Und während alle anderen noch forschen, gelingt dem Pionier der Durchbruch: Mit seinem zehnköpfigen Team treibt er die Entwicklungen für ein Batteriesystem voran. Er testet Prozessoren zur Steuerung von Motoren und bringt bereits zwei Jahre später das erste Fahrzeug auf die Straße: den Bulli T2 mit Elektroantrieb.

Aber warum arbeitet Volkswagen schon in den 1970er Jahren an einem solch ehrgeizigen Projekt? Die Antwort ist simpel: Damals nimmt man an, dass sich in den 1990er Jahren die Ressourcen an Erdöl erschöpfen würden. Stichwort „Autofreier Sonntag“: Während der Ölpreiskrise verhängt die Bundesrepublik Deutschland an vier Sonntagen ein allgemeines Fahrverbot. Also forscht man nach Alternativen zum Verbrennungsmotor.

Röntgen-Ansicht des Bulli
  • Bulli T2 mit Elektroantrieb
  • Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h
  • Reichweite: etwa 70 Kilometer
  • Ladezeit: zehn Stunden
  • Leergewicht T2 Elektro-Transporter (1972): 2,2 Tonnen
  • Batterie des Elektrotransporters: 850 kg - schwerer als ein damaliger Käfer
  • Mit Akku mehr als: 3 Tonnen

Die Sensation: der erste Bulli mit Elektroantrieb

Allen Prognosen und Befürchtungen zum Trotz bleibt die Ölknappheit aber aus. Dafür wird mit dem Bulli T2 mit Elektroantrieb eines der ersten E-Autos für die Stadt geboren: Mit einer Batterieladung kommt man circa 70 Kilometer weit und auch das Nachladen ist kein Problem. Das geht ganz bequem mit einem Ladekabel über jede 220-Volt-Steckdose. Eine revolutionäre Leistung. Einziger Nachteil: Das Gewicht des sauberen Antriebs von fast einer Tonne macht die regelmäßige Wartung der Batterie zu einer echten Herausforderung. Die Lösung ist eine Schnellwechseltechnik, mit der die leere gegen eine volle Batterie ausgetauscht werden kann.

Aber damit nicht genug: Kalberlah und sein Team testen und tüfteln weiter. Denn sie glauben an die Zukunft des Elektroantriebs. 1976 folgt dann tatsächlich der erste elektrisch angetriebene Golf. Und als das Museum of Modern Art in New York im selben Jahr einen Wettbewerb um das Taxi der Zukunft ausschreibt, wird Kalberlah mit seinem CityTaxi – einem T2 Elektrotransporter mit Hybridantrieb – praktisch über Nacht berühmt. Auch in Deutschland erlangt er nach seiner Rückkehr aus New York als „Vater des Elektroantriebs“ Kultstatus: Mit dem gelben e-Bulli fährt er vor laufenden Kameras ins Live-Studio der TV-Sendung „Die aktuelle Schaubude“.

Adolf Kalberlah blättert in einem Fotoalbum mit Bildern vom e-Bulli
Liebevolle Erinnerungen verbinden Mr. e-mobility mit dem e-Bulli.
Wir waren stolz auf unseren Elektrotransporter. Er schien die perfekte Alternative für den Einsatz auf kurzen Strecken zu sein: in kommunalen Fuhrparks, als Servicefahrzeug oder für den lokalen Lieferverkehr.
Adolf Kalberlah