Alexander Posthuma sitzt auf der Ladefläche des Touran. Dicke Hortensienblüten ragen aus dem Kofferraum.
Lifestyle

Flower Power

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Text von Redaktion loved GmbH
Fotografie von Robert Grischek

Wie transportiert man Emotionen? Indem man Blumen sprechen lässt. Wir haben den Floristen Alexander Posthuma in Amsterdam besucht und halfen ihm beim Blumentransport – mit dem Touran, dessen Raumkonzept auch ganz individuellen Ansprüchen gerecht wird. Genau wie Alexanders charaktervolle Bouquets. 

Text von Redaktion loved GmbH
Fotografie von Robert Grischek

Wie transportiert man Emotionen? Indem man Blumen sprechen lässt. Wir haben den Floristen Alexander Posthuma in Amsterdam besucht und halfen ihm beim Blumentransport – mit dem Touran, dessen Raumkonzept auch ganz individuellen Ansprüchen gerecht wird. Genau wie Alexanders charaktervolle Bouquets. 

Der kleine Blumenladen sieht aus, wie man sich einen idealen kleinen Blumenladen vorstellt. Ein schmales altes Backsteinhäuschen im Amsterdamer Antiquitäten- und Künstlerviertel rund um die Prinsengracht. Vor einem zweiflügligen Fenster stehen Töpfe unterschiedlichster Größen. Sie sind nicht zu ordentlich, sondern sehr lässig bepflanzt: mit Sukkulenten, Gräsern, Lupinen, Dahlien, Kakteen. Zwischen ihnen ragt ein Orangenbäumchen auf, außerdem eine große Vase mit wuscheligen Malven. Gerade haben es die ersten Strahlen der Morgensonne über die Dächer geschafft, da öffnet sich die rote Tür des Ladens. Heraus eilen Alexander, einen riesigen Blumenstrauß haltend, und Melissa mit einer Kamera in der Hand. Er: groß, ruhig und blond; sie: klein, quirlig und dunkelhaarig. Sie schiebt ihn sanft, aber bestimmt vor die Tür des Nachbarhauses. Dort bittet sie ihn, die Blumen ein Stück höher zu halten, und macht schließlich ein Foto. Fertig. Das Bouquet kann nun im Touran ausgeliefert werden – und das entstandene Bild liken wenig später eifrige apbloem-Follower auf Instagram.

Alexander Posthuma in seinem Blumenladen, eine Kollegin macht Fotos. Rechtes Bild. Das Heck des Touran auf der Straße im Hintergrund.
Das schönste Kompliment? Wenn man ein Bouquet verschenkt und der Empfänger sagt: ‚Das sind genau meine Blumen – du hast mich erkannt.‘ 
Alexander Posthuma
Alexander Posthuma steht mit einem großen Bouquet am geöffneten Kofferraum des Touran

„Melissas Arbeit macht den Unterschied. Sie trägt unsere Arbeit nach draußen. Sie macht aus unserem kleinen Blumenladen einen großen“, erklärt uns Alexander Posthuma. Er ist der Florist und Blumenkünstler hinter A.P Bloem, Melissa Whelan die Stylistin und Markenchefin. Durch eine elegante Website mit Galerie, einen Webshop und einen täglich aktuellen Instagram-Account wird aus dem Schaufenster in der Kerkstraat 151 zusätzlich ein virtueller Showroom mit Auslieferungsservice für das ganze Land. „Aber wir finden es nach wie vor wichtig, ein tatsächliches Geschäft zu unterhalten. Der Kontakt zur Nachbarschaft bedeutet uns viel, und aus vielen Kunden sind mittlerweile Freunde geworden“, erzählt Alexander. Der „Blumenzauberer“ kennt seine Kunden am liebsten persönlich; so kann er seine Kompositionen besonders individuell auf den Empfänger zuschneiden. 

Was macht die oder den Beschenkten aus? Welche Farben liebt sie oder er? Welche Landschaften, Reisen, Melodien, Düfte? Kein Strauß gleicht dem anderen. Weil jeder Kunde anders ist. Und schließlich reproduziert ja auch die Natur, auf deren Produkte Alexander angewiesen ist, nicht immer nur das Gleiche. Eine bestimmte Rose wächst beispielsweise das ganze Jahr über in Kolumbien, trotzdem kann ihre Ausprägung je nach Jahreszeit sehr variieren. Vielleicht hat es viel geregnet? Oder die Temperaturen waren niedriger als sonst?

Welche Fülle die Blumenwelt zu bieten hat, erleben wir, während wir Alexander auf seiner typischen Einkaufstour begleiten. In Amsterdam findet man den größten Blumenhandel der Welt: Royal FloraHolland. Auf einer Fläche von 1,5 Quadratkilometern werden 40.000 verschiedene Blumensorten per Auktion an Kunden aus ganz Europa verkauft. Die Logistik hinter 100.000 Verkaufsaktionen pro Tag sei noch viel komplexer als die des nahegelegenen Flughafens Amsterdam Schiphol, erläutert Alexander, während wir auf das Gelände zusteuern.

 

Front des Touran angeschnitten, Fahrzeug im Mittelgrund auf der Straße, im Vordergrund Cafégäste.
Blick in den offenen Kofferraum des Touran, er ist mit gerade gekauften Blumen gefüllt.

 

 

Alexander dirigiert uns und den Touran über gigantische Parkplätze und durch imposante Lagerbauten. Schließlich landen wir in der Zufahrt zu einer Kühlhalle: bei Alexander Posthumas „Special Dealer“, wie er sagt. Hier findet er Blumen und Pflanzen, die eher außergewöhnlich sind. Dicke exotische Blüten, die pro Stück durchaus mal 40 Euro kosten können. Für Kunden, die das Exklusive wertschätzen und sich an einem seltenen Anblick erfreuen. Hier auf dem Markt findet Alexander aber auch Schätze, die in den Augen anderer höchstens Kompostwert haben: riesige Büschel von dornigen Rosentrieben ohne Blüten, Kohl, der auf Stängeln gen Sonne gewachsen ist. Vergessene Pflanzen, halb vertrocknet, preisreduziert, die Alexander in seinem eigenen Gewächshaus in Alsmeer später umtopft und einfach zusieht, was passiert. Diese Experimente machen das Besondere an seinen Kreationen aus. Er kombiniert ungewöhnliche Farben. Üppige Dolden mit filigranen Gräsern. Lange Stiele mit kurzen. Buschige Hortensien mit knorrigen Wüstengewächsen. Vielleicht ist auch ein Stab aus Papier, eine Feder aus Metall das fehlende Detail? Die Ideen entstehen beim Machen.

Beim Verstauen zeigt sich, warum der Touran so gut in Alexanders Alltag passt. Wenn wie heute ausschließlich Blumen mitfahren, braucht Alexander Platz für ausladende Kübel voller Hortensien, Rosen, Wicken. Oder für Kisten mit kleinen Vasen und Sträußchen für Hochzeiten und Hotel-Aufträge. An anderen Tagen müssen mehrere Personen mitfahren. Zum Beispiel zu großen Veranstaltungen, bei denen das gesamte Team von A.P Bloem gebraucht wird. In Amsterdam sind Parkplätze spärlich gesät – da ist Carpooling immer eine gute Idee. In den Touran passen bis zu sieben Mitfahrer. Sein großes Plus: Er hat trotz seiner großzügigen, flexiblen Sitz- und Ladeflächen großstadttaugliche Maße und lässt sich wendig manövrieren.

Alexander beim Entspannen in seinem Gewächshaus
Alexander wässert Blumenbeete vor seinem Gewächshaus. Neben ihm steht der Touran.
Mein Wille zur Perfektion, meine Kreativität und meine Suche nach Originalität begleiten mich unentwegt.
Alexander Posthuma
Alexander Posthuma beim Kreieren eines Bouquets

Im Alltag ist Alexander selten lange am gleichen Ort. Die meiste Zeit pendelt er zwischen Blumenladen, Blumenmarkt und Gewächshaus hin und her. Letzteres befindet sich in Alsmeer, südwestlich von Amsterdam. Es ist für ihn Produktionsstätte, Ideenlabor, Lagerhalle und Entspannungsoase in einem. Sogar sein Klavier steht hier. Mit Blick auf Natur, Wiesen und einen kleinen Kanal kann er seinem kreativen Geist freien Lauf lassen. „Ruhezeiten muss ich mir dringend selbst verordnen. Dabei hilft mir dieser Ort. Beim Klavierspielen muss ich mich auf etwas anderes konzentrieren, das entspannt mich. Musik machen, den Blick schweifen lassen. Einfach durch etwas Abwechslung dafür sorgen, dass meine Faszination für Blumen frisch bleibt.“ 

Mit dem Wort Paradies sollte man nicht allzu inflationär umgehen. Aber Teile davon darf man sich ruhig so vorstellen wie den kleinen Blumenladen und das lichtdurchflutete Gewächshaus. Emotionen, die von hier aus transportiert werden, können einfach nur gute sein.

 

 

 

Der Touran vor dem Gewächshaus, Totale

/ Oktober 2019

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