Bob in der Eiskanalkurve
1,2
Bob in der Eiskanalkurve
1,2
Bob in der Eiskanalkurve
1,2
Bob in der Eiskanalkurve
1,2
Mobilität

Volle Power in sicheren Bahnen

Mobilität

Volle Power in sicheren Bahnen

Text von Nadine Kaminski
Fotografie von Bernhard Spöttel

Beeindruckende Kraft freisetzen, dabei immer die Kontrolle behalten, in anspruchsvollem Terrain zu Höchstform auflaufen: So geht purer Fahrspaß mit dem T-Roc R (Kraftstoffverbrauch in l/100 km: innerorts 9,5-9,1 / außerorts 6,6-6,5 / kombiniert 7,7-7,5; CO2-Emissionen kombiniert, g/km: 176-171; Effizienzklasse: D). Und so funktioniert auch der Sport von Benny Maier – deshalb liebt er ihn so sehr. Wir besuchten den Bobpiloten und sein Team im verschneiten Österreich. Und schickten bei der Gelegenheit den T-Roc R zum Härtetest auf Schnee und Eis.

Text von Nadine Kaminski
Fotografie von Bernhard Spöttel

Beeindruckende Kraft freisetzen, dabei immer die Kontrolle behalten, in anspruchsvollem Terrain zu Höchstform auflaufen: So geht purer Fahrspaß mit dem T-Roc R (Kraftstoffverbrauch in l/100 km: innerorts 9,5-9,1 / außerorts 6,6-6,5 / kombiniert 7,7-7,5; CO2-Emissionen kombiniert, g/km: 176-171; Effizienzklasse: D). Und so funktioniert auch der Sport von Benny Maier – deshalb liebt er ihn so sehr. Wir besuchten den Bobpiloten und sein Team im verschneiten Österreich. Und schickten bei der Gelegenheit den T-Roc R zum Härtetest auf Schnee und Eis.

„Das Aufregendste am Bobfahren? Es vereint Gegensätze“, erzählt uns Benny Maier, als wir ihn zum ersten Mal treffen – im Landessportzentrum Tirol, direkt neben den olympischen Sportanlagen von Innsbruck. Hier trainiert Benny, Bobpilot, Achtplatzierter bei den letzten Olympischen Spielen, heute mit seinen Teamkollegen im Kraftraum. Er antwortet weiter: „Du hast diesen schnellen, explosiven Start – und plötzlich musst du ganz ruhig und fokussiert sein. Zwar setzt du den 200-Kilo-Schlitten mit voller Power in Bewegung. Aber danach ist es mehr wie eine Sinfonie.“ Benny schweigt kurz, ruft sich vielleicht den letzten Wettkampf in Erinnerung. „Ja, genau. Es ist wie Hard Rock, gefolgt von einer klassischen Sinfonie.“

Im Kraftraum wird deutlich, wie viel geballte Power Benny Maier tatsächlich in seinem Team vereint. Und wie vielseitig das Training eines Bobfahrers ist. Markus Sammer, der Bremser des Teams, stemmt gerade prustend riesige Eisengewichte. Benny selbst nimmt einen Medizinball hoch, wirft ihn an die Wand, fängt ihn wieder auf – so lässig, als sei es ein Volleyball. Danach ist für alle noch eine Runde Hürdenlauf angesagt, dann Seilhüpfen, Sprint, Bankdrücken.

Wir nutzen Trainingseinheiten aus dem olympischen Gewichtheben und dem Sprint, denn das Bobfahren vereint Elemente beider Sportarten.
Benny Maier

Dass Markus Sammer beim Gewichtheben völlig in seinem Element zu sein scheint, ist kein Wunder: Benny hat ihn aus dieser Sportart rekrutiert und für das Bobfahren begeistert. Das ist eine der Schlüsselfunktionen eines Bobpiloten. Er stellt sein Wettkampfteam zusammen, indem er vielversprechende Athleten aus anderen Disziplinen scoutet und sie dann im Training zu einer eingespielten Mannschaft heranzieht. „Markus war Gewichtheber; Danut, Sascha und Mark kommen aus dem Sprint“, zählt Benny auf. Er selbst habe als Kind mit dem Skeleton angefangen, also auf dem Sportschlitten. „Kopf voran“, wie er zum richtigen Verständnis hinzufügt. Erst mit 15 wechselte er zum Bob. „Und zwar eigentlich nur, weil damals die Olympischen Jugendspiele bevorstanden und ich unbedingt dabei sein wollte. Um im Skeleton anzutreten, war ich bereits zu alt.“ Nach den Jugendwettkämpfen sollte er wieder zum Kopf-voran-Schlitten zurückkehren und in der Erwachsenenliga antreten, so der Plan. „Doch dann hat mich dieser Sport gepackt. Allein der Teamgeist! Im Skeleton freust du dich im Ziel allein. Beim Bob freust du dich eben zu viert.“

Teammitglied Markus Sammer beim Krafttraining

Skigebiet Kühtai, Innsbruck

Am Mittag überlassen wir die Jungs ihrem Muskelaufbau und wagen uns mit dem T-Roc R ins frisch verschneite Gebirge. Im Kühtai, zwischen Innsbruck und Sölden, soll es eine weite Fläche geben, auf der wir Allradantrieb, Fahrwerk und Bremssystem testen können, ohne den aufkommenden Wintersportbetrieb zu stören. 

Die Witterungsverhältnisse sind heikel: Nachdem der Schnee zuerst auf sich warten ließ, fallen nun seit Tagen dicke Flocken; nachts sinken die Temperaturen weit unter den Nullpunkt, so dass den frisch gefallenen Schnee inzwischen mehrere Eiskrusten durchziehen.

Auf dem verlassenen Parkplatz angekommen, kann sich unser Fahrer einen kurzen Drift nicht verkneifen. Die Auspuffanlage brüllt auf – so hören sich also vier Titanrohre an! Auf gerader Strecke überzeugt uns der Allradantrieb, in den Kurven werden wir in die Sportsitze gedrückt, die genau deshalb auf Seitenhalt ausgelegt sind. Schließlich wurde dieser CUV-Racer in der Nordschleife des Nürburgrings entwickelt. Das spürt man, das sieht man – und das macht Spaß.

1,2
Modernste Lenk- und Bremstechnik sorgen im T-Roc R dafür, dass man das 221 kW (300 PS) starke Kraftpaket stets unter Kontrolle hat. 
Der T-Roc R im Halbprofil auf zerfahrenem Schnee
2,1
Details T-Roc R (durchdrehende Felgen, R-Emblem)

Auch auf kompliziertem Untergrund spürt man die Power der 221 kW (300 PS) bei jedem Tritt aufs Gaspedal. Die Assistenzsysteme greifen intuitiv, geben uns das Gefühl völliger Kontrolle. Besonders beim Anfahren vermittelt der T-Roc R echtes Rennwagen-Feeling. Nur eben mit besserem Überblick dank der höheren Sitzposition. 

Auf der Rückfahrt wird die Sicht schlechter und schlechter. Wir sind froh um die prägnanten Tageslichtscheinwerfer (eingelassen in den Frontstoßfänger im „R“-Styling): So sind wir auch im weißen Gestöber der Serpentinenstraßen rechtzeitig für den Gegenverkehr erkennbar. Direkt neben der schmalen Fahrbahn türmen sich Schneemassen, und dahinter – wer weiß? Hier während eines beherzten Manövers von der Strecke abzukommen, wäre wahrscheinlich fatal. Wir stellen uns vor, wie sich Benny im Eiskanal fühlen muss. Wo in besonders steilen Kurven das Wohl und Wehe der Teamkollegen von seiner Souveränität abhängt.

Der Start ist immer wieder unvergleichlich: Die Menge feuert uns an, wir platzen fast vor Energie – dann geht das grüne Licht an, und alles wird kurz ganz still, bevor wir lossprinten. Die Ruhe vor dem Sturm.
Benny Maier

Bobbahn Altenberg, Erzgebirge

Szenenwechsel. Eine Woche ist seit unserem Besuch in Innsbruck vergangen. Und das steinharte, glitzernde Kunsteis der Bobbahn wirkt tatsächlich mindestens so respekteinflößend wie ein Bergpass voller Neuschnee. Besonders, da es in steilen, nur von Flutlicht beschienen Windungen ins Dunkel führt. Team Benny Maier und andere internationale Bobmannschaften trainieren heute im weltmeisterschaftserprobten ENSO-Eiskanal bei Dresden. Wir dürfen erneut dabei sein.

Es herrscht reges Treiben im sächsischen Nadelwald kurz vor Einbruch der Dämmerung. Wir sehen internationale Teams am Startplateau des Eiskanals eintreffen und ihre Schlitten ausladen. Zwischen den meist überdurchschnittlich großen, stämmigen Bobfahrern fädeln sich leichten Schrittes die Skeletonisten, deren Trainingseinheit gerade zu Ende ist. Denn Bahnen wie diese sind für beide Sportarten ausgelegt – Bobsleigh und Skeleton. Schließlich biegt auch der Transporter mit den Österreichern um die Ecke. Startzeit für alle Bobteams ist 17 Uhr, die Reihenfolge wird spontan bekannt gegeben. Wer wie lange in der Kälte stehen und seinen Konkurrenten bei ihren jeweils drei Durchläufen zusehen muss, weiß vorher niemand. Vielleicht gerade deswegen ist die Stimmung am Start gelassen. Von verbissenem Kampfgeist keine Spur. Man grüßt höflich und bemüht sich, einander im Getümmel ausreichend Platz zu machen. Auch Team Austria scheint guter Dinge zu sein: Mit Schwung springen Bennys Männer und zwei weitere österreichische Mannschaften aus dem Wagen und machen sich daran, die schweren Schlitten abzuladen. Zunächst werden alle drei Bobs vorsichtig in Seitenlage platziert. Denn vor jedem Durchlauf gilt es, die Kufen zu präparieren. „Wir sind jetzt seit einigen Tagen hier in Altenberg, und bisher laufen die Fahrten ganz gut“, erzählt uns Benny. Nur habe er sich leider etwas gezerrt und müsse daher im Sitzen starten. Ein Teamkamerad spottet herzlich (und zur Erheiterung aller): „Gutes Timing, du Faultier!“

Bobteam beim Startsprint: Füße
Bobteam beim Startsprint: Totale von vorne
52 Sekunden lang muss Benny völlig fokussiert bleiben. So lange dauert eine Fahrt. Alle Eventualitäten hat er bereits im Kopf durchgespielt. Jetzt heißt es: durchziehen.

Zwei Stunden nach Ankunft ist Team Benny Maier dann endlich an der Reihe. Die Österreicher fahren heute als vorletztes Team die eisigen Kurven hinab, bevor es morgen von vorne losgeht und danach alle abreisen. In ihre Heimatländer oder zur nächsten Rodelbahn, die vor der diesjährigen Worldcup-Phase noch getestet werden muss. Weltweit gibt es nur 16 Eiskanäle, und während der Saison werden die Teams an verschiedenen Orten ihre Worldcup-Platzierungen verteidigen. „Als Nächstes geht es für uns in die USA, nach Lake Placid. Dort steht die schwierigste Bahn der Welt.“

Doch auch Altenberg gilt als kompliziertes Terrain, erzählt uns Trainer Gerhard Rainer. Noch während er seine Sportler am Start zur Konzentration anhält, kommt von unten die Meldung: Es gab den ersten Sturz des Tages. Rainer sieht nun besorgt aus. „Wie schon gesagt: Konzentration!“ Training ist in diesem Sport nie einfach nur Training. Die Bedingungen sind die gleichen wie im Rennen, deshalb können auch bei einem Trainingslauf ernste Unfälle passieren.

Benny muss sich die Strecke im Vorfeld genauestens einprägen. Auch heute sind alle Piloten den Eiskanal mehrmals zu Fuß abgegangen. „Du setzt dich nicht einfach in deinen Schlitten, fährst runter und schaust, was passiert. Man reagiert nicht – man sieht voraus. Ich weiß vorher, auf welchem Abschnitt welche Justierungen erforderlich sind. Ich habe einen Plan A für die ganze Strecke. Und einen Plan B, zu dem ich beim Eintreten bestimmter Eventualitäten übergehe. Spontan reagieren? Dafür sind wir einfach zu schnell.“ Nun verstehen wir seinen anfänglichen Sinfonie-Vergleich noch besser: Benny komponiert die Bewegungsabläufe im Kopf – und spielt sie dann während des Rennens ab. Dafür braucht er bei Geschwindigkeiten von bis zu 155 km/h starke Nerven. Und eine ruhige Hand.

„Ich bin kein Speed-Junkie“, verrät der 25-Jährige uns noch, bevor er in den Bob steigt und in die Nacht rast. „Aber gerade meine besonnene Fahrweise macht mich zu einem guten Piloten. Dass ich weiß, wie ich die Power meines Teams in sichere Bahnen lenke. Dass ich jedes kleine Detail sorgsam einkalkuliere. Und dass ich nie die Kontrolle verliere.“

T-Roc R beim Drift: von hinten

/ Januar 2020

Leider ist Ihr Browser veraltet.

Wir empfehlen Ihnen eine neuere Version oder einen alternativen Browser zu verwenden, um die volle Funktionalität unserer Seite zu erhalten.