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Mit dem Elektro Longboard in der Stadt fahren
Mobilität

Elektro-Skateboards: Da rollt was auf uns zu

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Elektro-Skateboards: Da rollt was auf uns zu

09.04.2019
09.04.2019

Elektro-Skateboard, E-Longboard und E-Mountainboard nehmen Fahrt auf – doch rechtlich werden sie noch ausgebremst. Das soll aber nicht so bleiben. Damit du dabei bist, wenn das E-Board richtig in Schwung kommt, liest du jetzt alles Wichtige zum Thema E-Skaten.

Das erfährst du hier:

  • Wie es wirklich ist, auf einem E-Board zu skaten
  • Zwischen welchen Motoren du die Wahl hast
  • Was du brauchst, um dein altes Skateboard aufzurüsten
  • Wie die Rechtslage für Elektro-Skateboards aussieht

Das Elektro-Skateboard schafft ein neues Fahrgefühl

Was das E-Skateboard von einem normalen Skateboard unterscheidet? Hier erstmal nur der eine Buchstabe. Wer dann aber auf einem elektrischen Skateboard steht, merkt schnell: Der kleine Motor, angetrieben durch den Lithium-Ionen-Akku, macht einen echten Unterschied. Das gilt sowohl für die Fahrweise als auch für das Fahrgefühl. Vor allem für E-Board-Anfänger eignet sich darum ein Elektro-Longboard. Das längere Brett (Deck) ist prädestiniert für schnelles, stabiles Surfen auf dem Asphalt.

Mit dem E-Skateboard anfahren
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Der Start auf dem E-Skateboard ist eine kleine Herausforderung. Doch einmal in Schwung, hält dich nichts mehr auf.

Und genau so fühlt sich die Fahrt auf dem Elektro-Board an – wie Wellenreiten oder Snowboarden. Nach einem Initialschwung, um nicht aus dem Stand einen Kaltstart hinzulegen, übernimmt der Motor den Antrieb. Durch Gewichtsverlagerung, Fernbedienung oder Remote-App steuerst du das Board. Ganz ohne schweißtreibendes Abstoßen mit dem Fuß (Pushen) erreicht das elektrische Skateboard oder Longboard dann Geschwindigkeiten von bis zu 48 km/h. Je nach Akkuleistung, Fahrergewicht und Wetter kommst du mit einer vollen Batterie bis zu 30 Kilometer weit.

Das Dahingleiten ist dir zu langweilig? Dann gibt es immer noch die Offroad-Variante namens E-Mountainboard. Mit dem bretterst du auch über steinige Pisten. Das Board besitzt, im Gegensatz zu den anderen Skateboards, zwei Schlaufen für die Füße und wesentlich dickere, geländetaugliche Reifen statt Rollen. Beim Kauf entscheiden bei allen E-Skateboards die Qualität des Decks, Leistung des Motors und die Reichweite darüber, wie tief du in die Tasche greifen musst – von 150 bis 2500 Euro kann der Fahrspaß kosten.

E-Skateboard: Drei verschiedene Motoren

Galt es beim Skaten früher vor allem auf das Deck und die Ausführung der Rollen zu achten, hast du beim Elektro-Skateboard zusätzlich die Wahl zwischen unterschiedlichen Antrieben.

  • Motoren mit Keilriemen fahren etwas schwerfällig, haben dafür aber ordentlich Grip. Beschleunigen und Bremsen macht mit dieser Variante am meisten Spaß. Allerdings ist der Keilriemen auch die größte Schwachstelle des Skateboards, denn er kann rutschen oder sogar reißen.
  • Das Problem hast du beim Radnabenmotor nicht. Er ist direkt am Rad befestigt. Das macht ihn wasser- und staubdicht. Die Position des Motors ermöglicht das regenerative Bremsen, bei dem Energie zurück in den Akku gespeist wird (Rekuperation).
  • Die dritte Variante für E-Skateboards ist noch nicht so verbreitet, wird aber immer beliebter: der Direktantriebsmotor, auch DirectDrive genannt. Er kann in den Rollen verbaut werden und treibt Skateboard und Longboard von dort direkt an. Damit vereint er die Vorteile der anderen Motoren in sich. Die geschlossenen Rollen sind wenig schadensanfällig, und die Fahrweise ist dabei noch dynamischer als mit Keilriemen.

Im Zweifelsfall geht aber Praxis vor Theorie. Bei einer Probefahrt beim Fachhändler findest du das beste Elektro-Skateboard für dich.

Die Alternative: Altes Skateboard nachrüsten

Longboard und Skateboard nachrüsten mit Akku

Das alte Skateboard tut es eigentlich noch, aber liegt schon länger in der Ecke? Den E-Motor gibt es auch zum Nachrüsten, zum Beispiel von „Mellow Drive“. Die Firma produziert ihren E-Motor in Deutschland – was eher selten ist. Er passt unter jedes Deck und wird wie eine normale Radachse angebracht. Der geringe Rollwiderstand führt laut Hersteller dazu, dass du dein Board auch weiter ohne Motor nutzen kannst, ohne einen wesentlichen Unterschied zum klassischen Skateboard zu spüren. Wenn es dann elektrisch vorwärts gehen soll, kommt das Elektro-Skateboard auf bis zu 40 km/h.

Politiker wollen das elektrische Skateboard endlich legalisieren

Auf öffentlichen Straßen und Wegen darfst du momentan noch keine Skateboards und Longboards mit elektrischem Antrieb fahren. Denn laut Bundesverkehrsministerium fehlt den Boards so einiges – zum Beispiel Außenspiegel oder Bremslicht. Und das ist leider kein Scherz: Das Ministerium zählt die Skateboards mit E-Motor zu den Kraftfahrzeugen. Denn sie können immerhin mit 11 bis 48 km/h durch die Stadt rollen – zu schnell, um ohne Zulassung und Versicherung unterwegs zu sein.

Eine Zulassung als Kraftfahrzeug bekommen die Skateboards also nicht. Und ohne Zulassung gibt es auch keine Versicherung für die E-Boards. Das verbannt die E-Skateboards auf private Wege. Wer illegal mit dem Board auf öffentlichen Straßen und Fußwegen fährt, riskiert eine Geldbuße, einen Punkt in Flensburg und ein Strafverfahren.

Doch es könnte sich etwas ändern. Matthias Gastel, Verkehrspolitiker und Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, sagte dem „Spiegel“ im Juni 2018: „Die Nutzung von E-Kleinstfahrzeugen muss unter klaren Bestimmungen in punkto Sicherheit sowohl für die Nutzerinnen und Nutzer als auch für die anderen Verkehrsteilnehmer legalisiert werden.“ Die Schaffung einer eigenen Fahrzeugklasse, wie es bei Segways bereits der Fall ist, oder eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 20 km/h sind denkbar.

Den Skatern würde die einfachste Variante gefallen: eine Gleichstellung mit Fahrrädern. Um Einfachheit geht es auch dem Grünen-Politiker Gastel. Er sieht in Elektro-Skateboards und anderen E-Kleinstfahrzeugen neben dem Spaßfaktor auch den Nutzen für die Städte. Wege zum Bus und zur Bahn könnten mit den kleinen Flitzern wesentlich angenehmer werden und so den öffentlichen Personennahverkehr für viele Menschen attraktiver machen. Dann trüge auch eine der lässigsten Varianten der Elektromobilität in Zukunft dazu bei, CO2-Emissionen zu reduzieren. Für welche Lösung sich das Bundesverkehrsministerium entscheidet, bleibt abzuwarten.

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