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Flugtaxi von „Lilium“ landet.
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Mobilität

Flugtaxi: Von der Straße in die Luft

Mobilität

Flugtaxi: Von der Straße in die Luft

07.06.2019
07.06.2019

Flugtaxis könnten ein Teil der Mobilität der Zukunft sein. Sie bieten einige Vorteile gegenüber ihren Gegenstücken auf dem Land. Sie sind nicht an feste Wege gebunden und somit flexibel unterwegs, den Verkehr lassen sie einfach auf dem Boden zurück. Ganz nebenbei bekommen die Nutzer noch einen schönen Blick über die Dächer der Städte.

 

Das erfährst du hier:

  • Wie weit Flugtaxis heute bereits sind
  • Welche konkreten Konzepte und Prototypen es gibt
  • Warum die Technik auch eine Chance für Start-ups bietet
  • Wie die Politik Flugtaxis zu einem erfolgreichen Start verhelfen kann

Im Verkehr steht ein großer Wandel an. Elektrische Antriebe verdrängen zunehmend die klassischen Verbrennungsmotoren. Doch nicht nur das Elektroauto ist auf dem Vormarsch, auch völlig neue Mobilitätskonzepte sind es. Das Carsharing erfreut sich immer größerer Beliebtheit, und Ridesharing-Dienste wie MOIA bringen ihre Kunden entspannt an ihr Ziel.

All das spielt sich aktuell noch auf den Straßen ab. In Zukunft könnten sich Teile des Verkehrs allerdings in die Luft verlagern. Das Stichwort: Flugtaxis. Sie sind weitaus kleiner als handelsübliche Flugzeuge, werden von lokal emissionsfreien Elektromotoren angetrieben und haben das Potenzial, den Straßenverkehr in der Stadt deutlich zu entlasten.

Zahlreiche Unternehmen sind bereits dabei, solche Fluggeräte zu entwickeln. Erstaunlich dabei ist, dass die bereits sehr weit sind. In vielen Fällen ist sogar ein Start in einigen Jahren denkbar. Doch welche Konzepte sind das und welche Voraussetzungen müssen für Flugtaxis geschaffen sein?

Audi und „Airbus“: Der „Italdesign Pop.Up Next“

Eine Verbindung aus Auto und Flugzeug ist bereits seit vielen Jahrzehnten der Traum der Menschheit. Besonders populär gemacht hatte das Prinzip der Kultfilm „Zurück in die Zukunft II“. Darin reiste Marty McFly (Michael J. Fox) in einem fliegenden Auto durch die Zeit.

Die Audi-Tochter Italdesign arbeitet bereits seit 2016 an der Verwirklichung dieses Traums. Unterstützung bekommen die Unternehmen dabei von dem europäischen Flugzeughersteller „Airbus“. Die Firma steuert das notwendige Wissen rund um den Flugbetrieb bei. Audi ist der Experte für Autos und Italdesign für die gestalterische Umsetzung.

Ein Konzept steht dabei bereits. Es hört auf den Namen „Pop.Up Next“ und besteht im Grunde aus drei Teilen. Die Fahrgastzelle bietet Platz für zwei Menschen. Sie lässt sich auf einem Fahrwerk anbringen, der sie zum autonomen Auto macht. Das bringt die Passagiere zum nächstgelegenen Landeplatz. Dort entkoppelt sich die Kapsel und dockt an einer Flugdrohne an.

Sie übernimmt den größten Teil der Reise, fliegt die Personen also möglichst nah an ihren Zielort heran. Dort wartet wieder eines der Fahrwerke, die für die letzten Meter auf der Route zuständig sind. Vom Start bis zum Ziel operiert das System dabei vollkommen autonom.

Einen Prototypen im verkleinerten Format gibt es schon jetzt. Der zeigte auf der „Drone Week“ in Amsterdam, dass die Idee grundsätzlich funktioniert. Audi, „Airbus“ und Italdesign arbeiten jetzt an einer Umsetzung in Lebensgröße. Nutzen soll den „Pop.Up Next“ später jeder können, denn er soll im Rahmen eines On-Demand-Services zum Einsatz kommen.

„CityAirbus“: Ein Flieger für Vier

Ohne Räder kommt der „CityAirbus“ aus, den „Airbus“ zusammen mit „Siemens“ entwickelt. Somit ist er auf feste Landepunkte angewiesen. Das Prinzip ähnelt damit mehr einem Bus oder einer Bahn als einem Taxi.

„CityAirbus“ steht auf Flugplatz.
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Vollelektrisch durch die Städte: Der „CityAirbus“.

In dem großen Fluggerät finden bis zu vier Menschen Platz. Das Abheben und Landen erfolgt dabei senkrecht, wie beim „Pop.Up Next“. Das schmälert den Platzbedarf für die Stationen innerhalb der Städte. Auch der „CityAirbus“ soll vollelektrisch durch die Luft fliegen. Damit könnte auch er eine geringere Lärmbelastung und weniger Schadstoffe verursachen.

Seine Weltpremiere feierte das Flugtaxi in Ingolstadt. Das ist kein Zufall, denn „Airbus“ will erste Testflüge in der bayerischen Stadt durchführen. Sie ist Teil des EU-Projekts „Urban Air Mobility“ (UAM). Die Zukunft der Verkehrs könnte hierzulande deshalb am Heimatort von Audi beginnen.

„Volocopter“, „Lilium“ & Co.: Auch Start-ups mischen mit

Geht es um Flugtaxis, ist Deutschland technologisch ganz weit vorne. Das zeigen auch junge Start-ups, die sich mit dem Thema beschäftigen. Dazu gehört etwa „Volocopter“ aus Bruchsal (Baden-Württemberg). Das Unternehmen arbeitet an seinem zweiten Prototypen – dem „Volocopter X2“. Der hat schon einige Flugtests hinter sich und ist bereit für einen probeweisen Einsatz unter realen Bedingungen.

Er könnte schon bald in Kooperation mit dem „ADAC“ erfolgen. In der Luftrettung soll der „Volocopter“ Notärzte mitsamt Equipment zu ihren Einsatzorten fliegen. Das könnte einen deutlichen Zeitvorteil bringen. Das ist wichtig, denn bei schweren Verletzungen zählt bekanntlich jede Sekunde.

Aus München kommt das Start-up „Lilium“. Das arbeitet ebenfalls an einem Senkrechtstarter – dem „Jet“. Gleich 36 elektrische Motoren sollen für genug Auf- und Vortrieb sorgen. Auch der „Lilium Jet“ besitzt keine Räder, kann also nicht einfach durch die Stadt rollen. Geplant ist das Gerät als Lufttaxi für bis zu fünf Personen.

Durch seine Flügel soll der Jet in der Luft auch Vorteile eines klassischen Flugzeugs aufweisen. So ist ihm etwa das zeitweise Gleiten möglich. Das spart im besten Fall Energie für noch weitere Strecken. „Lilium“ ist dabei, das Konzept zu testen – seinen Erstflug absolvierte das Flugtaxi Mitte Mai 2019 in Oberpfaffenhofen bei München.

Flugtaxis benötigen das schnelle 5G-Netz

Selbst wenn in der Praxis ein Flug mit den Lufttaxis möglich sein sollte, braucht es für einen Start auch die Infrastruktur. Autonome Systeme setzen einen bundesweiten Ausbau des 5G-Netzes voraus. Nur so können die Fluggeräte schnell genug mit dem Boden und anderen Systemen kommunizieren.

Zudem braucht es Flächen für Lande- und Ladeplätze. Den kann es zwar zum Teil auf privaten Flächen geben, doch für die Nutzer sind öffentliche Plätze leichter zu erreichen. Dort müssten auch Ladestationen für die Flieger entstehen.

Ist der Verkehr auf dem Boden eindeutig durch Gesetze geregelt, fehlen diese für den potenziellen Einsatz von Flugtaxis noch gänzlich. Bereits jetzt setzen sich etwa die Digital-Staatsministerin Dorothee Bär und bayerische Ministerpräsident Markus Söder für entsprechende Regelungen ein. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (alle CSU) war sogar bei der Vorstellung des „CityAirbus“ in Ingolstadt dabei.

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