Dein Browser ist nicht aktuell.

Aktualisiere Deinen Browser für eine bestmögliche Darstellung der Inhalte dieser Webseite.

Autonomes Fahren in der Stadt mit Concept Car Cedric
Technologie

Autonomes Fahren: Vom Simulator in den Stadtverkehr

Technologie

Autonomes Fahren: Vom Simulator in den Stadtverkehr

09.04.2019

 

Abbildung zeigt Concept Car.

 

09.04.2019

 

Abbildung zeigt Concept Car.

 

Weniger Unfälle, entspannter Fahren, mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben. Die Aussicht aufs autonome Fahren klingt vielversprechend. Aber wo steht die Technik und wann wird autonomes Fahren Alltag?

Das erfährst du hier:

  • Auf welchem Level des automatisierten Fahrens die Technik steht
  • Wann autonome Fahrzeuge das Straßenbild prägen werden
  • Womit du deine Zeit im Auto verbringst, wenn du nicht mehr selbst fährst
  • Wie sicher das eigenständig fahrende Auto ist

Vier Jahre seines Lebens verbringt der Mensch im Schnitt mit Autofahren. Kein Wunder also, dass der Gedanke ans eigene Robotertaxi für die meisten von uns verlockend klingt. Die gute Nachricht: Was heute noch Vision ist, wird durch immer leistungsfähigere Rechner, Innovationen in der Sensortechnik und die fortschreitende Digitalisierung und Vernetzung unseres Alltags Schritt für Schritt Realität.

Experten sprechen bei der Entwicklung des automatisierten Fahrzeugs von fünf Entwicklungsstufen. Heute befinden wir uns an der Schwelle vom teilautomatisierten zum hochautomatisierten Fahren – also vor dem Sprung von Level 2 auf Level 3. In Deutschland hat der Gesetzgeber 2017 dafür den rechtlichen Rahmen geschaffen. Dem Fahrer wird demnach erlaubt, seine Hände kurzzeitig vom Lenkrad zu nehmen und sich vom Verkehrsgeschehen abzuwenden. Zum Beispiel, um eine Wasserflasche zu öffnen. Er muss allerdings in der Lage sein, die Steuerung binnen Sekunden wieder zu übernehmen.

 

Autonomes Fahren: Von Level 1 bis Level 5

Level 1 kam bereits 1958 auf den Markt: Die US-amerikanische Automobilindustrie überraschte Fahrer damals mit „Cruise Control“, dem ersten Assistenzsystem der Welt. Nur 60 Jahre später entlasten bereits mehr als 40 Systeme den Fahrer einer modernen Luxuslimousine. Möglich macht dies eine Vielzahl von Kamera-, Radar-, Infrarot- und Ultraschallsystemen, während ein Bordcomputer im Hintergrund die Datenmenge blitzschnell verwertet. Beim vollautomatisierten Fahren (Level 4), bei dem Serienfahrzeuge ab 2025 eigenständig komplexe Verkehrssituationen in der Stadt meistern sollen, kommen so mal eben mehrere Petabytes pro Jahr zusammen. Zum Vergleich: Heute liegt dieser Wert noch im zweistelligen Terabyte-Bereich. Ab dem ultimativen Level 5 – dem autonomen Fahren – übernimmt der Computer dann sämtliche Funktionen.

Das Self-Driving-System ist für mich das Herz des Autos im 21. Jahrhundert, also das, was der Motor bisher war.
Johann Jungwirth
Executive Vice President of Mobility Services, Volkswagen Group of America
Johann Jungwirth spricht über autonome Autos
Der Digitalexperte Jungwirth entwickelte mit seinem Team die autonome Konzeptstudie SEDRIC.

Neue autonome Konzeptstudien

Wann Level 5 im Straßenverkehr erreicht wird, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Auf der „IAA“ in Frankfurt, den Genfer und Pariser Autosalons sowie neuerdings auf der „CES“, einer der weltweit größten Fachmessen für Unterhaltungselektronik, und der „South by Southwest® Conference“ (SXSW®) in den USA können Besucher bereits futuristische Konzeptstudien für autonomes Fahren erleben: So zeigte Volkswagen hier zum Beispiel den SEDRIC, den Prototyp eines autonom fahrenden Autos.

Daneben treiben vor allem deutsche Zulieferer und Start-ups aus dem Silicon Valley und China mit zahlreichen Innovationen die rasante Entwicklung voran. Der japanische IT-Konzern „NTT Data“ geht davon aus, dass ab 2060 in westlichen und asiatischen Metropolen mehrheitlich autonome Autos das Straßenbild prägen werden. Der Verbrennungsmotor wird dann keine große Rolle mehr spielen. Das hat natürlich fundamentalen Einfluss auf das äußere Erscheinungsbild. Die Konstruktion des Autos wird in Zukunft alternative Wege einschlagen. Und auch dem Interieur eröffnet die bevorstehende Ära des Elektroantriebs völlig neue Perspektiven.

Autonomes Fahren auf Stufe 5: Der digitale Chauffeur

Doch worum kümmert sich ein Fahrer, wenn er in Zukunft nicht mehr selbst fahren muss? Entspannen, arbeiten, Entertainment genießen. Einen Vorgeschmack liefert jüngst „Panasonic“ mit der „Autonomous Living Space Cabin“: digitale Oberflächen so weit das Auge reicht. Die Insassen können die Bildschirme durch den Innenraum bewegen, Knöpfe und Schalter sucht man vergeblich. Gestik und Sprache übernehmen das Kommando. Seitdem digitale Sprachassistenten im Fahrzeug Einzug halten, ist davon auszugehen, dass die Technik ein zentrales Feature selbstfahrender Fahrzeuge sein wird. Fragen stellen, einparken lassen, den autonomen Wagen rufen oder das Smart Home während der Fahrt steuern – weit entfernt sind wir davon nicht mehr.

 

Selbstfahrende Fahrzeuge werden den Menschen Zeit zurückschenken, sie kann fürs Arbeiten, Spielen, Reden oder Relaxen genutzt werden.
Johann Jungwirth
Executive Vice President of Mobility Services, Volkswagen Group of America

Raus aus dem Simulator, rein in den Stadtverkehr

Die Entwicklung selbstfahrender Autos findet heute größtenteils noch in Simulatoren statt. Denkt man an eine Millionenstadt mit Tausenden Straßen, Radfahrern, Fußgängern, Straßenbahnen und täglichen Staus, weiß man um die Herausforderungen für Forschung und Technik. Um Behörden und insbesondere den Menschen vom automatisierten Fahren zu überzeugen, braucht es den Realitätscheck im Straßenverkehr. Stufe 4 und 5 werden daher seit geraumer Zeit im realen Verkehr mit Forschungsfahrzeugen erprobt. Galt vor kurzem noch Singapur als bevorzugtes Großlabor für vernetzte und autonome Mobilität, werden vermehrt auch in Deutschland geschlossene Testareale errichtet. Im Oktober 2018 eröffnete die „RWTH Aachen“ mit der „CERMcity“ eine Stadtkulisse für automatisiertes Fahren. In zahlreichen Bundesländern gibt es zudem Testfelder auf öffentlichen Straßen. Die größte Strecke mit Autobahnen, Bundesstraßen sowie innerstädtischen Routen wird derzeit in Niedersachsen installiert. Auf den insgesamt 280 Kilometern fahren künftig auch autonome Busse und automatisierte Lkw.

Autonomes Fahren: Sicherheit vor Schnelligkeit

Derzeit ist Deutschlands Autoindustrie noch führend auf dem Gebiet des automatisierten Fahrens. Der Wettlauf geht aber in eine entscheidende Phase. In den USA sind kommerzielle Autos mit autonomen Fahrfunktionen im öffentlichen Straßenverkehr bereits per Gesetz erlaubt. Die dortige Industrie und Start-up-Szene profitiert stark von der Eigenvermarktung. In Kalifornien gibt es seit April 2018 die Zulassung für selbstfahrende Autos sogar ohne Fahrer. Voraussetzung dafür sind unter anderem Systeme gegen Cyberattacken und eine Funküberwachung. Zudem muss die Polizei im Notfall das Fahrzeug stoppen können.

Ganz vorne mit dabei ist „Waymo“. Das Unternehmen testet seine Flotte aktuell in 25 Städten und knackte kürzlich die Marke von zehn Millionen absolvierten Meilen im Verkehr. Allerdings werfen vermehrt Unfälle der „Waymo“-Fahrzeuge und anderer E-Mobility-Konzernen in den USA einen Schatten auf die Entwicklung. Daher gehen deutsche Autohersteller mit Bedacht vor: Technologien für autonome Fahrzeuge kommen erst auf die Straße, wenn sie die entsprechende Reife bewiesen haben.

 

Jetzt anmelden und der Zeit voraus sein

Hol dir regelmäßige Updates zu den Themen Sonderedition ID.3 1ST, Registrierung und Elektromobilität.