Interview Maximilian Arnold und Ridle Baku

Traum vom EM-Titel lebt: Baku will es Arnold in der U 21 nachmachen

Traum vom EM-Titel lebt: Baku will es Arnold in der U 21 nachmachen

Maximilian Arnold spielt seit zehn Jahren in Wolfsburg Profifußball. 2017 wurde er als Kapitän der deutschen U 21 Europameister. Jetzt will es ihm sein Vereinskollege Ridle Baku nachtun. Ein Gespräch über Schlagergesang in der Kabine, den Unterschied zwischen Junioren- und Herrenfußball und über Titelträume im Sommer 2021.

Die Stimmung ist gut, kein Wunder. Maximilian Arnold und Ridle Baku haben mit dem VfL Wolfsburg in der Bundesliga gerade einen Lauf, sind auf Champions-League-Kurs. Doch eins hat der „alte“ Arnold (26) dem jungen Baku (22) voraus: Arnold gewann 2017 als Kapitän die U 21-Europameisterschaft. Drei Vorrundenspiele, ein Halbfinale, ein Finale. Klingt simpel, war es aber nicht.

Ridle Baku ist noch ohne großen Titel, will es Arnold nun gleichtun. Möglichkeiten gäbe es genug in diesem Sommer: U 21-EM, die EURO im Sommer, die Olympischen Spiele in Tokio. Es gibt also Gesprächsbedarf zwischen den beiden Wolfsburger Leistungsträgern.

Herr Arnold, wir steigen musikalisch ein: Bei Ihnen wird nach Siegen in der Kabine viel gesungen. Sie sagten mal, dass es viele Céline Dions mit großem Gesangstalent in der Mannschaft gebe. Ist Ridle eine davon?

Arnold: Da gehört Ridle nicht unbedingt dazu. Er hat auch komisch geguckt, als in der Kabine der Schlagersong „Cordula Grün“ lief.

Baku: Die Geschmäcker sind verschieden, aber ich kann schon singen. Wir hören oft Schlager, das ist nicht unbedingt meins.

Kann Max denn singen?

Baku: Das habe ich bisher noch nicht wirklich gehört.

Arnold: Das ist ja auch kein Singen dann, sondern mehr Grölen. Und Grölen kann ich ganz gut. (lacht)

Bei Einständen in Klubs und Nationalmannschaften muss man häufig singen. Was waren Ihre Songs?

Baku: In Wolfsburg ist mir das bislang zum Glück erspart geblieben. In Mainz habe ich seinerzeit Helene Fischer gesungen.

Und Ihr Lied, Herr Arnold?

Arnold: Als ich in den Profibereich gekommen bin, habe ich im Trainingslager zusammen mit Stefan Kutschke den „Holzmichel“ gesungen. Wir kommen beide aus dem Osten, aber es hat nicht jeder verstanden, was für eine unglaublich gute Kunst dieser Song war, deswegen wurde das schnell abgebrochen. (lacht)

Maximilian Arnold und Ridle Baku im Interview

Lassen Sie uns über die U 21-EM reden. Als Stefan Kuntz Sie 2017 zum Kapitän machte, konnten Sie es erst gar nicht glauben …

Arnold: Das kam damals in der Tat sehr überraschend. Ich habe kaum eine Rolle gespielt, saß viel auf der Bank, und dann fragt mich Stefan Kuntz, ob ich Kapitän werden möchte. Ich dachte, er will mich veralbern, das passte irgendwie gar nicht.

Dennoch haben Sie die Rolle ja bestens ausgefüllt. Sie sind, ähnlich wie Ridle, nicht der ganz große Lautsprecher. Haben Sie einen Tipp, wie man sich als stiller Leader trotzdem Gehör verschafft?

Arnold: Man hat eine Verantwortung auf dem Platz und wenn man die so professionell wie möglich ausführt, dann kommt das Vertrauen der Mannschaft von ganz alleine.

Herr Baku, können Sie sich bei Max etwas abgucken in Sachen Führungsqualitäten?

Baku: Ich sehe das ähnlich und gehe mit der sportlichen Qualität auf dem Platz voran. Von Max kann man sich da als junger Spieler schon eine Scheibe abschneiden.

Hätten Sie auch gerne spielerisch etwas von Max?

Baku: Hmm … (überlegt lange)

Arnold: Da gibt’s nicht viel, ne? Danke, Ridle. (beide lachen)

Baku: Ich kenne den Max ja schon lange, auch aus direkten Duellen noch mit Mainz. Ein guter Techniker, ein guter linker Fuß. Er bringt konstant gute Leistungen und ist ein wichtiger Leader in unserem Team.

Herr Arnold, was hätten Sie denn gerne von Ridle?

Arnold: Sein erster Kontakt gefällt mir sehr gut, wie er den Ball mitnimmt. Dazu hat er einen brutalen Körper, da fehlt mir noch ein bisschen was. Und seine Schnelligkeit. Aber da kann ich noch so viel trainieren, das werde ich nie erreichen.

Muss er etwas ändern in der U 21?

Arnold: Das glaube ich nicht. Wenn er sich zu viele Gedanken macht, hemmt ihn das vermutlich eher. Wenn er einfach so wie bei uns spielt, wird er da ein absoluter Führungsspieler sein.

2017 sind Sie als Führungsspieler vorangegangen und haben im Halbfinale gegen England im Elfmeterschießen als erster Schütze Ihren Elfer verwandelt. Was denkt man da und was besser nicht?

Arnold: Ich hatte damals ja schon ein paar Bundesligaspiele gemacht und da ehrlich gesagt mehr Druck verspürt. Ich dachte, dass ich als Kapitän vorweggehen muss und habe den ersten dann auch mit etwas Glück reingeschossen.

2017 hatten Sie nach den ersten beiden Siegen einen Lauf. Jetzt ist das Turnier zweigeteilt, die K.-o.-Runde findet erst im Mai statt. Ein Nachteil?

Arnold: Ich finde: Ja. Das ist ein ganz anderer Modus. Wir hatten damals nicht die herausragenden Einzelspieler, haben dafür als Team eine richtige Dynamik entwickelt. Es wird jetzt sehr schwierig, alle Spieler über einen so langen Zeitraum auf einer Euphoriewelle mitzutragen.

Baku: Unser U 21-Kader ist wieder etwas neu formiert und man weiß auch nicht, wie er dann bei einer eventuellen Endrunde aussieht. Aber es ist eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen, und darauf freue ich mich.

2017 fehlten die großen Einzelspieler, vielleicht ähnlich wie jetzt. Alles ging über den Teamgeist. Wie schweißt man eine Mannschaft in so kurzer Zeit zusammen?

Arnold: Wir hatten damals auch ein Trainingslager davor, wo wir zusammengefunden haben. Und dann hatten wir alle drei Tage ein Spiel. Jeder war für den anderen da, das war verrückt. Es ging fast von alleine. Das hat sich einfach entwickelt, man kann das gar nicht so einfach erklären.

In der aktuellen U 21 sind auch viele neue Gesichter, wie formiert man jetzt in so kurzer Zeit ein Team?

Baku: Wir hatten zuletzt immer eine neue Startelf. Es wird jetzt wichtig sein, dass wir uns als Kollektiv finden, auch wenn zu Beginn noch nicht alles klappt. Aber wir haben gute Spieler. Wenn wir das Niveau als Mannschaft auf den Platz bringen, haben wir gute Chancen, weit zu kommen.

Max Arnold sagte mal über seinen und Ihren U 21-Trainer: „Stefan Kuntz ist ein geiler Typ und toller Mensch“. Können Sie das bestätigten?

Baku: Er ist schon eher der Kumpeltyp, man kann mit ihm über alles reden. Jetzt wollen wir gemeinsam auch etwas ernten nach der harten Arbeit.

Herr Arnold, was zeichnet Stefan Kuntz für Sie aus?

Arnold: Er versteht die Spieler, er hat alle 23 Jungs im Kader mit ins Boot geholt. Er schaut auf die Charaktere und stellt so auch seinen Kader zusammen.

Herr Baku, in Wolfsburg liefern Sie auf Ihrer Wunschposition im rechten Mittelfeld Topleistungen ab, in der U 21 geht es vielleicht zurück auf die Rechtsverteidigerposition. Müssen Sie da mit dem Trainer noch mal nachverhandeln?

Baku: Es wird sicher ein Gespräch stattfinden. Ich werde auch in der U 21 eine wichtige Rolle einnehmen, aber für mich persönlich ist es nicht wichtig, ob ich rechts hinten oder rechts vorne spiele. Das lasse ich den Trainer ganz alleine entscheiden.

Wenn man sich den U 21-Kader von 2017 ansieht, sind längst nicht alle Spieler in der Bundesliga etabliert wie Sie, Herr Arnold. Was ist beim Schritt vom Junioren- in den Herrenbereich entscheidend?

Arnold: Sicher ist die Einstellung wichtig, dass man auch mal mehr macht als 100 Prozent. Aber man braucht auch ein bisschen Glück.

Herr Baku, wann haben Sie gemerkt, dass Sie im Herrenbereich mithalten können?

Baku: Mein Profidebüt kam ja sehr kurzfristig zustande, ich wurde da quasi reingeworfen. Aber ich habe in meinem ersten Bundesligaspiel auch gleich getroffen. Da wusste ich, dass ich mich in der Bundesliga etablieren kann.

War die Umstellung für Sie mehr körperlich oder eher mental?

Baku: Die sportliche Qualität ist sicher entscheidend, um sich in der Bundesliga durchzusetzen. Man braucht aber auch den unbedingten Willen.

Für Sie wird es das letzte Turnier im Juniorenbereich sein. Hätten Sie noch genug im Tank für eine weitere EM im Sommer?

Baku: Mir würde es nichts ausmachen, wenn es direkt weitergehen würde. Ich habe schon Bock drauf, um Titel zu spielen. Max weiß ja schon, wie es sich anfühlt, wenn man auch etwas in den Händen hält. Deswegen würde ich gerne so viele Turniere wie möglich spielen.

Herr Arnold, Joachim Löw hat Sie seit 2014 nicht mehr für die A-Nationalmannschaft nominiert. Eine EM-Teilnahme im Sommer ist demnach eher unwahrscheinlich. Aber in der Olympiamannschaft wäre für Sie noch Platz, als einer von drei Ü23-Spielern.

Arnold: Ich habe einen guten Draht zu Stefan Kuntz. Vielleicht kann ich mich da ein wenig reinreden. (lacht) Aber für mich geht die Welt auch nicht unter, wenn ich kein Turnier spiele im Sommer. Ich habe zwei Kinder, da wird mir schon nicht langweilig.

Herr Baku, auch Sie sind eine Option für Olympia. Max und Ridle holen Gold in Tokio – wie klingt das für Sie?

Arnold: Also ich find’s geil.

Baku: Das wäre echt super. Man weiß aber nie, was passiert. Ich konzentriere mich erst mal auf das Hier und Jetzt mit dem VfL.

Maximilian Arnold und Ridle Baku im Interview

Herr Arnold, im November 2021 ist es soweit: Sie feiern zehn Jahre Profifußball in Wolfsburg. Dazu haben Sie Ihren Vertrag gerade um fünf weitere Jahre verlängert. Was ist so toll bei den „Wölfen“, dass Sie dort gar nicht mehr wegwollen?

Arnold: Zehn Jahre sind sicher etwas Besonderes. Es ist schwer in Worte zu fassen, aber ich weiß einfach, was ich hier habe. Die Infrastruktur, die Möglichkeiten, die Menschen, der Verein und das Drumherum, das gefällt mir einfach. Ich bin dankbar und auch stolz, dass der Verein weiter so mit mir plant.

Zehn Jahre Wolfsburg, ist das für Sie auch denkbar, Herr Baku?

Baku: Man sollte niemals nie sagen. Bisher fühle ich mich pudelwohl beim VfL. Ich habe bis 2025 unterschrieben und freue mich auf die nächsten Jahre in Wolfsburg.

Und was ist, wenn in ein paar Jahren Real Madrid anklopft?

Baku: Ich glaube, dann komme ich zumindest ins Grübeln. (lacht)

Arnold: Na, dann kann er auch gehen. Dann bringt er ja auch ein paar Euro ein. (lacht)

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