Toni Kroos im Duell
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Ostdeutsche Legenden der 2010er

Ostdeutsche Legenden der 2010er

Deutschland ist seit 30 Jahren wiedervereinigt, davon profitiert auch die Nationalmannschaft. Im letzten Teil unserer Serie stellen wir die besten ostdeutschen Fußballer der 2010er Jahre vor.

Deutschland ist seit 30 Jahren wiedervereinigt, davon profitiert auch die Nationalmannschaft. Im letzten Teil unserer Serie stellen wir die besten ostdeutschen Fußballer der 2010er Jahre vor.

Nach der Wende versuchen viele DDR-Oberligaspieler ihr Glück in der Bundesliga. Einige schaffen es in die Nationalelf, Matthias Sammer ist über Jahre hinweg Kopf der Mannschaft. Auch die Generation um Michael Ballack profitiert von der guten fußballerischen Ausbildung in der DDR, hat aber weniger Anpassungsprobleme als die Generation davor. Ab dem Jahr 2010 prägen aber kaum noch ostdeutsche Spieler die DFB-Nationalmannschaft – abgesehen von Toni Kroos. Hier ist ein Überblick:

Toni Kroos – der Galaktische

Ballverteiler, Freistoßspezialist, Ruhepol. Toni Kroos gilt schon in jungen Jahren als das größte Talent seiner Generation. Schon mit 17 Jahren will ihm Bayern-Manager Uli Hoeneß die magische Nummer 10 beim Serienmeister reservieren. Mit 23 gewinnt er mit den Münchnern das historische „Triple“. Ein Jahr später wird Kroos mit dem DFB-Team Weltmeister – und wechselt zu Real Madrid. Brasilien-Legende Ronaldo gratuliert den Königlichen, den besten Spieler der WM verpflichtet zu haben. Mit einer für Real-Verhältnisse bislang unbekannten Ruhe und Gelassenheit schwingt er dort jahrelang den Taktstock im Mittelfeld. Schon jetzt ist er einer der höchstdekorierten deutschen Fußballer aller Zeiten: Kein anderer hat vier Champions-League-Trophäen gewonnen. Selbst Real-Coach Zinédine Zidane, einst selbst einer der weltbesten Ballzauberer, kommt aus dem Schwärmen nicht heraus: „Wenn ich in Rente gehe, kann ich sagen, ich habe Kroos trainiert.“

Toni Kroos im Duell
Marcel Schmelzer

Marcel Schmelzer – der Ruhige

Die Karriere von „Schmelle“, wie ihn BVB-Fans nennen, steht ganz typisch für die vieler talentierter Ostkicker seiner Generation: Mit acht Jahren fängt er bei einem kleinen Verein an, mit zwölf wechselt er zum besten Klub der Region – dem 1. FC Magdeburg. Doch die FCM-Fans können Schmelzers Talent nur aus der Ferne bestaunen. Schon mit 17 Jahren verlässt er seine Heimat und heuert bei Borussia Dortmund an. Leidenschaft, Einsatzwille, Vereinstreue – diese Eigenschaften passen bestens zur Dortmunder Malochermentalität. Der Rest ist schnell erzählt: A-Junioren, Zweite Mannschaft, Bundesligamannschaft, Meisterschaft. Auch der DFB hat ihn auf der Liste: „Schmelle“ gehört zur „Klasse von 2009“ – den U21-Europameistern um Jérôme Boateng, Manuel Neuer und Mesut Özil. Unter Jogi Löw bestreitet er später 16 A-Länderspiele, bei einem großen Turnier ist er aber nicht dabei und wird irgendwann aussortiert. In Dortmund ist „Schmelle“ – obwohl nie besonders lautstark – bei Funktionären, Mitspielern und Fans hochgeachtet und führt das Team zeitweise sogar als Kapitän aufs Feld.

Robert Huth – die Berliner Mauer

In Köpenick groß geworden, zieht es Robert Huth mit zarten 16 Jahren aus der Jugend des 1. FC Union Berlin zum FC Chelsea. Schon mit 17 feiert er sein Debüt in der Premier League. Die Fans lieben ihn sofort: Eine Statur wie ein Baum, zudem Eigengewächs und ein perfekter Name für einen Publikumsliebling: „Huuuth“ schallt es fortan durch die Stamford Bridge, wenn der Deutsche am Ball ist. Obwohl noch nicht einmal Stammspieler im Verein, nominiert ihn Jürgen Klinsmann 2004 für die Nationalelf. Huth wird Teil des Sommermärchens 2006 und kommt auf insgesamt 19 A-Länderspiele. In England spielt er später noch für Middlesbrough, Leicester und Stoke. Überall lieben die Anhänger seine raue, ehrliche Art, Fußball zu spielen. Die „Berlin Wall“ steht hinten für kompromisslose Grätschen und vorne für harte Kopfbälle und noch härtere Fernschüsse. Fürs Filigrane sind andere zuständig. In Huths Vita stehen drei englische Meisterschaften: 2005 und 2006 noch als Chelsea-Ergänzungsspieler, 2016 als Abwehrchef im Sensations-Team von Leicester City.

Robert Huth
Nils Petersen

Nils Petersen – der Joker

Nils Petersen aus Wernigerode im Harz weiß, wo das Tor steht. Trotzdem verläuft seine Karriere nicht schnurstracks nach oben: Als der 20-Jährige nach Cottbus wechselt, wird er noch kritisch beäugt. Er geht als Zweitliga-Torschützenkönig. Der Sprung zum großen FC Bayern München ist trotz guter Ansätze aber zu groß. Auch danach in Bremen läuft es nur am Anfang wirklich gut. Erst beim familiären SC Freiburg mit Trainer-Ikone Christian Streich blüht Petersen wieder richtig auf: Er trifft fast jede Saison zweistellig, bindet die Mitspieler gut ein und geht auch mit nach hinten. Vor allem braucht er keine Zeit zum Warmwerden: Petersen ist schon jetzt der beste Joker der Bundesliga-Geschichte. Dass die Breisgauer seit Jahren in der oberen Tabellenhälfte mitspielen, hat viel mit ihm zu tun. Auch seine menschlichen Qualitäten sprechen sich rum. Als vor den Olympischen Spielen 2016 noch drei ältere Spieler gesucht werden, um das junge Olympia-Team zu führen, fällt die Wahl schnell auf Petersen. Die Bilanz: Deutschland gewinnt die Silbermedaille, Petersen wird neben Serge Gnabry bester Torschütze.

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