Deutschland gegen die Türkei
Deutschland gegen die Türkei
Deutschland gegen die Türkei
Deutschland gegen die Türkei

Zittersiege und Galaspiele

Zittersiege und Galaspiele


Seit Jahren stehen talentierte deutsch-türkische Kicker vor der Frage, ob sie für ihr Geburtsland oder das ihrer Väter spielen sollen. Zum Beispiel die Altintop-Brüder Hamit und Halil, Nuri Şahin, Mesut Özil, Hakan Çalhanoğlu, Emre Can oder Ilkay Gündoğan. Gerade weil man den Gegner gut kennt, will man sich nichts schenken. Wir blicken auf die besten Duelle zurück.

Seit Jahren stehen talentierte deutsch-türkische Kicker vor der Frage, ob sie für ihr Geburtsland oder das ihrer Väter spielen sollen. Zum Beispiel die Altintop-Brüder Hamit und Halil, Nuri Şahin, Mesut Özil, Hakan Çalhanoğlu, Emre Can oder Ilkay Gündoğan. Gerade weil man den Gegner gut kennt, will man sich nichts schenken. Wir blicken auf die besten Duelle zurück.

90.000 im Olympiastadion
17. Juni 1951, Berlin,
Freundschaftsspiel, 1:2

Deutschland gegen die Türkei

Die deutsch-türkische Länderspielgeschichte nimmt einen würdigen Anfang: 90.000 Zuschauer wollen sehen, wie sich Fritz Walter & Co. gegen die Gäste vom Bosporus schlagen. Und tatsächlich, sie lassen sich schlagen. Schon nach fünf Minuten trifft Recep Adanir zur Führung. Daran hat die DFB-Elf lange zu knabbern. Erst 70 Minuten später erzielt Hans Haferkamp den verdienten Ausgleich. Wer jetzt denkt, bei den Deutschen sei der Knoten geplatzt, sieht sich getäuscht. Muzaffer Tokaç knipst fünf Minuten vor Schluss und geht als Siegtorschütze des ersten deutsch-türkischen Fußballvergleichs in die Geschichte ein.

Doppelte Revanche
17. Juni 1954, Bern,
WM-Vorrunde, Auftaktspiel, 4:1

Deutschland gegen die Türkei

23. Juni 1954, Basel, WM-Vorrunde, Entscheidungsspiel, 7:2Der WM-Modus will es so, dass die Türkei und Deutschland zweimal in der Vorrunde aufeinandertreffen. Das Auftaktspiel gewinnen die Deutschen locker mit 4:1. Da die Türkei am zweiten Spieltag gegen Südkorea siegt, Deutschland aber gegen die favorisierten Ungarn unter die Räder kommt, treten beide Teams erneut gegeneinander an. Nun entfaltet ein Kniff von Trainerfuchs Sepp Herberger seine volle Wirkung: Er hat gegen die ungarische Star-Truppe seine stärksten Männer geschont. Das Ergebnis: Die deutschen Spieler sind topfit und schießen ihre Kontrahenten mit 7:2 aus dem Züricher Hardturmstadion. Max Morlock ist mit drei Treffern besonders torhungrig.

Nichts als Rumpelfußball
8. Oktober 2005, Istanbul,
Freundschaftsspiel, 2:1

Oliver Kahn geschlagen

Jürgen Klinsmann ist seit einem Jahr Coach der DFB-Elf und plant ein Sommermärchen. Aber märchenhaft ist hier noch gar nichts. In der ersten Hälfte laden die Gastgeber ihre Gegner reihenweise zu Torchancen ein. Eine davon setzt Tümer Metin in der 25. Minute an den rechten Pfosten, der in Gelsenkirchen geborene Halil Altintop nimmt den Abpraller direkt: 1:0. In der zweiten Hälfte erspielen sich die Deutschen ein paar Gelegenheiten. Dann aber kommt der gebürtige Lüdenscheider Nuri Şahin zu seinem Länderspieldebüt – für die Türkei wohlgemerkt. Nur drei Minuten später trifft er zum 2:0. In der Schlussminute erzielt Oliver Neuville den Anschlusstreffer. Kurios: Sein Geburtsort ist Locarno in der Schweiz. Damit ist keiner der drei Torschützen in dem Land geboren, dessen Nationaltrikot er trägt.

Deutscher Zittersieg
25. Juni 2008,
EM-Halbfinale, 3:2

Miroslav Klose beim Kopfball

Die Vorzeichen können klarer nicht sein. Hier der gebeutelte Underdog aus der Türkei mit langer Verletztenliste, dort die gerade erwachte Turniermannschaft. Überraschenderweise dominieren trotzdem die Türken das Spiel. Sie sind technisch gut, laufstark und giftig in den Zweikämpfen. Nach 22 Minuten fällt folgerichtig das 0:1 durch Uğur Boral. Kurz darauf flankt Lukas Podolski auf Bastian Schweinsteiger und mit der ersten deutschen Chance steht es 1:1. Miroslav Kloses Kopf und Semih Şentürks Fußspitze machen daraus ein 2:2. Als alles auf die Verlängerung wartet, zeigt der ungewohnt fehlerhafte Philipp Lahm, was eigentlich in ihm steckt. Antritt, Doppelpass mit Thomas Hitzlsperger und kraftvoller Abschluss ins kurze Eck: 3:2 in der 90. Minute. Die Türkei ist an diesem Abend besser, aber Deutschland steht im EM-Finale.

Hexenkessel beim Verfolger
7. Oktober 2011, Istanbul,
EM-Qualifikation, 1:3

Bastian Schweinsteiger im Elfmeterduell

Spitzenspiel in Istanbul, Erster gegen Zweiter in der EM-Qualifikation. Schon damals nicht aus dem deutschen Tor wegzudenken: Manuel Neuer. Nach zähem Beginn bringt der Keeper einen langen Abwurf zu Thomas Müller, der bedient Mario Gómez und der seinerzeit amtierende Bundesliga-Torschützenkönig überwindet Torwart Volkan Demirel. Auch das 2:0 leitet Neuer ein. Sein Abschlag landet über Mario Götze bei Müller, der ins lange Toreck vollendet. Nach dem Anschlusstreffer von Hakan Balta wittert der Gastgeber Morgenluft, aber Bastian Schweinsteiger per Elfmeter stellt den Zwei-Tore-Abstand wieder her. In der Schlussminute feiert der junge Marco Reus aus Mönchengladbach sein Länderspieldebüt.

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