An öffentlicher Ladestation bezahlen
Mobilität

Elektroautos laden: So bezahlen Sie an öffentlichen Ladestationen

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Elektroautos laden: So bezahlen Sie an öffentlichen Ladestationen

09.04.2019
09.04.2019

Strom für alle: Als Spontantanker, aber auch als Vertragskunde eines Stromanbieters haben Sie bald nicht nur mehr Freiheiten beim Laden Ihres Elektroautos, sondern auch beim Bezahlen. Die Ladesäulenverordnung und eRoaming vereinfachen das Tanken und die Stromabrechnung an öffentlichen Ladestationen. So einfach kommen Sie jetzt an Strom für Ihr E-Auto.

Das erfahren Sie hier:

  • Warum Bezahlen an der Ladestation immer einfacher wird
  • Wie Sie an der Ladesäule bezahlen
  • Was eRoaming ist und wer davon profitiert
  • Wie Ihr E-Auto in Zukunft selbst mit der Stromtankstelle abrechnet

An der Ladestation ohne Vertrag laden

Seit November 2017 gilt die Ladesäulenverordnung 2 (LSV 2). Die LSV 2 regelt zum einen, dass alle Ladepunkte der deutschen Ladeinfrastruktur einen einheitlichen Anschluss anbieten müssen – die Typ-2-Steckdose. Außerdem schreibt die Verordnung vor, dass jeder an den Ladestationen seinen Strom beziehen und abrechnen können muss. Anbieter der Ladestationen dürfen also nicht mehr nur wie bisher häufig ihren Vertragskunden Strom liefern. Denn nicht jeder lädt sein Elektroauto regelmäßig unterwegs auf und möchte dafür eigens einen Vertrag abschließen. Auch als einmaliger Kunde werden Sie nun an der Stromtankstelle versorgt. In der Verordnung wird dies „diskriminierungsfreies Laden“ genannt.

Bar, mit Karte oder per App an der Ladestation bezahlen

Neben der vertragsbasierten Abrechnung, bei der Sie einfach Ihre persönliche Ladekarte an ein Feld der Ladestation halten oder per App bezahlen, muss Ihnen ab jetzt an jedem Ladepunkt mindestens eine der folgenden drei Möglichkeiten zur Verfügung stehen:

  1. Digitale Zahlung: Am einfachsten zahlen Sie für eine volle Batterie digital, zum Beispiel über eine App oder „PayPal“. Zum Bezahlen per App laden Sie vorab die App des jeweiligen Betreibers herunter, scannen an der Ladestation den QR-Code und bezahlen im Anschluss den geladenen Strom. Noch spontaner geht’s mit Web-Varianten wie „PayPal“, weil Sie vorher keine App herunterladen müssen.
  2. Kartenzahlung: Der Bezahlvorgang per EC- oder Kreditkarte funktioniert wie an jedem Kartengerät: Karte auflegen oder einschieben, PIN eingeben, fertig. Die Investitionskosten für eine mögliche Kartenzahlung an der Ladesäule rechnen sich für Betreiber aber nicht immer. Gleichzeitig sind die Anforderungen an die Sicherheit Ihrer Daten und das Risiko von Vandalismus (laut Betreibern) hoch. Darum können Sie mit EC- oder Kreditkarte nicht überall Strom laden.
  3. Barzahlung: Als Barzahler brauchen Sie sich nicht mit einer registrierten Ladekarte ausweisen. Das vereinfacht das Tanken – theoretisch. In der Praxis finden Sie diese Möglichkeit eher selten. Das liegt ganz einfach daran, dass die Ladestation mit einem Kassenautomaten, ähnlich wie in einem Parkhaus, ausgestattet sein muss, um Geld anzunehmen und Wechselgeld auszugeben. Ein hoher Aufwand in der Wartung und Sicherheit, der sich für die Betreiber meist nicht lohnt.

Achtung: Um zu wissen, was Sie eine Ladung kostet, müssen Sie sich in der Regel beim Betreiber online informieren. Und kürzere Wartezeiten an der Ladesäule haben ihren Preis – an den meisten Ladepunkten kostet die Schnellladung mit bis zu 350 kW mehr als die Standard-Ladung mit 11 kW und Sie brauchen einen CCS-Stecker.

Strom tanken an der Ladesäule
Mit der Charge&Fuel Card von Volkswagen können Sie an rund 10.000  Ladestationen deutschlandweit bezahlen.

Beim Bezahlen an der Ladesäule profitieren Vertragskunden

Auf Plattformen vernetzen sich immer mehr Ladeinfrastruktur- und Stromanbieter, um es Ihnen als Vertragskunde so einfach wie möglich zu machen, Ihr Elektroauto zu laden. Über die Plattformen können Sie als Nutzer nicht nur an den Ladestationen Ihres Vertragspartners laden, sondern auch an allen anderen E-Tankstellen der Plattform. Als Kunde bei Volkswagen geht das deutschlandweit mit der Charge&Fuel Card und der dazugehörige App. Dieses anbieterübergreifende Laden und Bezahlen per Karte oder App, auch eRoaming genannt, ist die einfachste Variante, um an möglichst vielen öffentlichen Ladesäulen Ihr E-Auto zu laden, auch über die Landesgrenze hinaus.

Das Energieversorgungsunternehmen „EnBW“ bietet beispielsweise ein solches Roaming als Lademöglichkeit an. Zu dem Netz gehören etwa 22.000 Ladepunkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Unternehmen wirbt damit, dass Sie bei allen Partnern den „EnBW”-Tarif zahlst, egal was der Strom sonst kosten würde. Abgerechnet wird auch hier über die Abo-Karte oder über die App. Die App startet und stoppt außerdem den Ladevorgang des E-Autos und zeigt Ihnen im Vorfeld alle verfügbaren Ladesäulen der Umgebung an.

Auch immer mehr Roaminganbieter vernetzen sich zusätzlich untereinander. So ist die „EnBW“ zum Beispiel Teil der Plattform „Intercharge“. Die verbindet Fahrer eines Elektroautos und Ladeinfrastrukturen europaweit. Um die 55.000 Ladestationen stehen Ihnen als Kunde zum Aufladen Ihres E-Autos zur Verfügung, die Sie auch über die „Intercharge“-App findest. Das macht auch das Reisen mit dem Elektroauto noch einfacher, weil Sie unterwegs an wesentlich mehr Lademöglichkeiten Halt machen können. Neben mehr Ladesäulen für Ihr Elektroautos profitieren Sie auch von der Preistransparenz, weil Sie entweder in der App die Kosten an der jeweiligen Stromtankstelle sehen oder eh den Tarif Ihres Anbieters an allen zugehörigen Ladesäulen bezahlen.

Bald zahlt das Elektroauto an der Ladestation selbst

Die Authentifizierung zur Abrechnung ist ein wichtiger Teil des Ladevorgangs an öffentlichen Ladesäulen. Mit der ISO Norm 15118 kann das nötige Authentifizierungszertifikat in Zukunft direkt in die Fahrzeugelektronik des Elektroautos integriert werden.

Bargeld, Karten und Smartphone benötigen Sie dann nicht mehr zum Auftanken des Akkus – egal ob als Vertragskunde oder Spontantanker. Sie müssen nur noch das Elektroauto über einer im Boden eingelassenen Platte parken und das E-Fahrzeug über das Ladekabel mit der Ladesäule verbinden. Die Platte und das Elektroauto tauschen dann alle nötigen Informationen zur Authentifizierung, intelligenten Ladesteuerung und der anschließenden Abrechnung selbstständig miteinander aus.

Mit dieser neuen Bezahltechnologie (Smart Charging) ist die Elektromobilität weiter auf dem richtigen Weg, die Mobilität der Zukunft zu werden. Die LSV 2 und das eRoaming vereinheitlichen und vereinfachen die Stromabrechnung an der Ladesäule außerdem schon heute und machen Ihnen den Alltag mit einem Elektroauto noch bequemer.

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