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Brücke über einen Fjord in Norwegen vor einer verschneiten Gebirgslandschaft.
Nachhaltigkeit

Norwegen – ein Königreich für Elektromobilität

Nachhaltigkeit

Norwegen – ein Königreich für Elektromobilität

29.05.2019
29.05.2019

Dem Elektroauto gehört in Norwegen nicht nur die Zukunft, elektrisch mobil zu sein ist dort bereits Alltag. Warum sind die Norweger schon soweit? Und lässt sich das Modell auf Deutschland übertragen?

Das erfahren Sie hier:

  • Wie Norwegen mit finanziellen Anreizen Elektromobilität nach vorne bringt
  • Wie Sondergenehmigungen das Elektroauto attraktiver machen
  • Mit welchen Maßnahmen die Skandinavier die Ladeinfrastruktur verbessern
  • Was Deutschland sich bei den nordischen Nachbarn abgucken kann

Norwegen, das kleine Königreich im Norden Europas, gilt als Vorreiter für Elektromobilität: Über 30 Prozent aller Neuzulassungen im Jahr 2018 waren Elektroautos. Im März 2019 übertrafen die Neuzulassungen mit 58,4 Prozent sogar erstmals die Verbrenner. In absoluten Zahlen ist Norwegen mit gerade einmal fünf Millionen Einwohnern tatsächlich der drittgrößte Markt für Elektroautos weltweit – nach China und den Vereinigten Staaten. Über 72.000 Elektroautos wurden laut „Statista“ 2018 in Norwegen zugelassen, in Deutschland knapp 68.000.

Stellt sich die Frage: Was kann Deutschland von den elektrifizierten Skandinaviern lernen? Lassen sich die Maßnahmen eventuell auf Deutschland übertragen, um Elektromobilität hierzulande nach vorne zu bringen? Hier hilft ein Blick auf die Gründe für die Popularität der E-Autos hoch im Norden.

Ein Mann in Norwegerpulli steht vor einer Bergkulisse.
Einsam und trotzdem fast an der Spitze: Trotz der geringen Einwohnerzahl ist Norwegen der drittgrößte Elektroauto-Markt der Welt.

1. Staatliche Vergünstigungen für Elektroautos schaffen Anreize

Vor allem aufgrund umfangreicher staatlicher Förderung ist Norwegen das Mekka für E-Autos. Hintergrund: Das Klima in der Hauptstadt ist durch den starken Verkehr und die Kessellage extrem belastet. Im Winter hängen oft Smog-Wolken über Oslo. Deshalb hat die Regierung beschlossen, bis 2020 die Kohlendioxid-Emissionen um 2,5 bis 4,0 Millionen Tonnen pro Jahr zu reduzieren. Mit der Neuordnung der Steuerregeln und Zulassungsgebühren beschloss die Regierung im Jahr 2009, Elektroautos von der Mehrwertsteuer in Höhe von 25 Prozent auszunehmen. Außerdem entfallen Kfz-Steuer, Zulassungs-, Import- und Zollabgaben. Beim Kauf eines Diesel-Fahrzeugs oder Benziners fällt dagegen eine Steuer an, die je nach Gewicht und Abgaswerten bis zu 10.000 Euro betragen kann. So finanziert die Regierung unter anderem die Fördermittel für die Elektro-Pkw. Die Regierung hat allerdings auch beschlossen, mit Beginn dieses Jahres wieder eine halbierte Kfz-Steuer zu verlangen, ab 2020 sogar den vollen Satz.

2. Sondergenehmigungen für Elektroautos in Norwegen

Eine einsame, gewundene Straße in Norwegen.

Bis vor Kurzem mussten Besitzer von Elektroautos zudem keine Gebühren für Straßenmaut, Fähren oder fürs Parken entrichten. Inzwischen sind solche Abgaben auch für Elektroautos fällig, allerdings nur bis zur Hälfte des regulären Satzes. Außerdem dürfen Elektrofahrzeuge die Spuren von Bussen und Taxis benutzen, um im Stadtverkehr schneller voranzukommen und im Stau an den Verbrennern vorbeizufahren. Auch öffentliches Parken und das Laden der Akkus an den rund 4000 öffentlichen Ladestationen im ganzen Land ist kostenfrei. Ebenso wie bei den staatlichen Vergünstigungen werden auch die Sondergenehmigungen mittlerweile schrittweise zurückgenommen. Der Zugang zu den Busspuren ist wegen des höheren Verkehrsaufkommens von Elektroautos wieder eingeschränkt worden.

3. Die Ladeinfrastruktur ist in Norwegen Chefsache

In Norwegen hat die Regierung den Aufbau des Ladenetzes übernommen und eine eigene staatliche Firma gegründet („Enova“), welche die Aufträge für den Aufbau der Ladeinfrastruktur vergibt. Rund 1000 Ladestationen gibt es allein in Oslo. In vielen anderen Ländern dagegen streiten Autohersteller und die öffentliche Hand darüber, wer die Kosten für den Ausbau der Infrastruktur übernimmt. Da Norwegen Strom mit Wind- und Wasserkraft günstig erzeugen kann, verschenkt die Regierung diesen an den öffentlichen Stromtankstellen – die allerdings keine Schnellladung anbieten.

Eine Frau sitzt auf einem Baum.
Volksbegehren: In Norwegen gibt es eine starke öffentliche Bewegung für die Elektromobilität.

4. Starke Lobby für E-Mobility

Zu guter Letzt muss betont werden, dass es in Norwegen eine unparteiische Organisation gibt, die sich vehement und öffentlichkeitswirksam für E-Mobility einsetzt: Mit dem Verband der Elektroautobesitzer hat die Elektromobilität eine starke Lobby, die sich in der Vergangenheit mit umfassenden Forderungen wie der nach einem kompletten Verbot von Autos mit Verbrennungsmotor ab 2025 hervorgetan hat. Der Verein hat in seiner Heimat viele Anhänger, die ihn und seine Werte unterstützen.

Wieviel Norwegen steckt in Deutschland?

Rote Hütte in einer kargen Gebirgslandschaft.

Zurück zur Ausgangsfrage, was andere Länder in Sachen E-Auto von den Skandinaviern übernehmen können, um Elektromobilität ebenso voranzubringen. Klar ist: Einige dieser landesspezifischen Parameter sind nicht einfach als universelles Erfolgsrezept zu verallgemeinern. Ob man einen Interessenverein wie der Verband der Elektroautobesitzer mit ähnlicher Präsenz auch hierzulande etablieren könnte, ist zumindest fraglich.

Fördermaßnahmen gibt es auch in Deutschland, wenn auch nicht in identischem Umfang: Die Anschaffung oder das Leasen eines Elektroautos beispielsweise fördern Bund und Autohersteller mit insgesamt 4.000 Euro, allerdings nur noch bis Juni 2019. Zudem erlässt der Staat den Haltern von Elektrofahrzeugen für zehn Jahre die Kfz-Steuern. Und wer seinen Firmenwagen auch privat nutzt, zahlt seit diesem Jahr nur noch einen halbierten Steuersatz.

Letztlich lassen sich die Maßnahmen in Summe nur schwer vergleichen, selbst ein identisches Set an Instrumenten müsste in Deutschland in Anbetracht unterschiedlicher Prämissen nicht zwangsläufig den gleichen Effekt haben. Im „EV Readiness Index“ von „LeasePlan", einem niederländischen Leasinganbieter für E-Autos, der vergleicht, wie gut die europäischen Länder auf Elektromobilität vorbereitet sind, bringt es Deutschland auf einen respektablen sechsten Platz.

Und die Kurve zeigt weiter nach oben: Im letzten Jahr gab es einen Zuwachs an Neuzulassungen von 26 Prozent. Und auch die wachsende Palette an Elektro-Modellen zu immer erschwinglicheren Preisen wird ihr übriges dazu tun, dass die Anzahl der Elektroautos auf deutschen Straßen stetig zunimmt.

 

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