Sandra Sturmat spricht
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Becoming ID.

Lichtdesign: so entsteht Persönlichkeit

Becoming ID.

Lichtdesign: so entsteht Persönlichkeit

20.03.2020

Der ID.3 ist der erste Volkswagen, der seine Augen öffnen und Fahrer mit einem freundlichen Gesicht anblicken kann. Möglich machte dies eine völlig neuartige und unverwechselbare Lichtsignatur. Aber das sehen Sie am besten selbst.

20.03.2020

Der ID.3 ist der erste Volkswagen, der seine Augen öffnen und Fahrer mit einem freundlichen Gesicht anblicken kann. Möglich machte dies eine völlig neuartige und unverwechselbare Lichtsignatur. Aber das sehen Sie am besten selbst.

Welche Auswirkungen Licht auf die Emotionalität eines Fahrzeugs hat? Es kann emotionalisieren – und es kann Menschen damit an sich binden. Interaktion mit der Maschine fällt somit leichter, weil sie natürlicher wirkt. Sandra Sturmat, Lichtdesignerin bei Volkswagen, ist für die Lichtinszenierung beim ID.3 mitverantwortlich. Ein Interview!

Was bewegte Sie bei der Entwicklungsarbeit der ID. Familie am meisten?

Etwa zeitgleich mit dem Start des Projekts ID.3 kam im Unternehmen der Wunsch nach neuen Lichtinhalten am Exterieur auf. Relativ schnell ist ein kleines Team entstanden, das sich mit sogenannten Ambientelicht-Umfängen und Lichtinszenierungen am Exterieur beschäftigt.

Wir sind während des Projekts zusammengewachsen und auch das Thema „Exterieur Lichtinszenierung“ ist mit der ID. Familie mitgewachsen. Und mittlerweile können wir auf eine beachtliche Teamleistung zurückblicken: ID. spezifische Lichtinhalte und Inszenierungen, die ein echtes Novum im Markt sein werden, eine unverwechselbare Lichtsignatur, die Teil des neuen Markenerscheinungsbildes ist, und zahlreiche Showcars und Serienprojekte, an denen unsere Ideen verwirklicht wurden. Das alles wäre nicht möglich gewesen ohne die tollen und starken Frauen, die sich mit mir in diese neue Aufgabe gestürzt und mit ihren Persönlichkeiten, Ideen und ihrem Engagement Produkte, Prozesse und das gesamte Thema mitgeformt haben. Die Entstehung dieses fantastischen Teams ist somit mein persönliches Highlight.

An welchem Punkt merkten Sie, dass Elektromobilität für jedermann vor dem Durchbruch steht?

Wie wahrscheinlich viele Menschen, die noch nie ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug gefahren sind, hatte ich keine Vorstellung vom Fahrerlebnis und dementsprechend hatte ich auch zunächst nichts Besonderes erwartet. Das hat sich schlagartig geändert, als ich zum ersten Mal einen e-Golf fahren durfte: Ich war von der direkten Beschleunigung und dem lautlosen Dahingleiten derart überrascht und begeistert, dass es mir sofort ein Grinsen ins Gesicht gezaubert hat. Das hat sich schon so sehr nach Zukunft angefühlt und mich wirklich fasziniert. Ich wollte das Auto gar nicht mehr abstellen vor lauter Spaß, den ich damit hatte.

Damals war das ein e-Golf, also ein Fahrzeug mit klassischem MQB-Design. Der ID.3 wird dem Zukunftsgefühl, das der Elektroantrieb mit sich bringt, nun auch gestalterisch gerecht: Mit einem speziell auf einer modularen Plattform (MEB) ausgerichteten Design und – wie ich finde – wundervollen neuen Features, die den emotionalen Funken definitiv überspringen lassen.

Es berührt mich immer wieder, wie durch Licht zwischen Mensch und Fahrzeug eine emotionale Verbindung steht.
Sandra Sturmat
Exterieur Lichtinszenierung
Volkswagen Design

Im Detail: Welche Technologie finden Sie beim neuen ID.3 am faszinierendsten?

Als Lichtdesignerin bin ich natürlich ein bisschen parteiisch: Ich bin ganz furchtbar stolz auf die Lichtinszenierung am Exterieur, die den ID.3 nahbar und menschlich macht. Nähere ich mich dem Fahrzeug, so erwacht es mit einem „Augenöffnen“ und schaut mich an. Ich habe diese Begrüßung schon unzählige Male in der Erprobung bzw. bei der Arbeit am Timing im Lichttunnel erlebt, trotzdem berührt es mich immer wieder, wie auf einmal zwischen Mensch und Fahrzeug eine emotionale Beziehung entsteht. Für diesen Effekt braucht es leistungsfähige Technik in der Sensorik, den Scheinwerfern und bei Kessy (dem schlüssellosen Einstieg). Darüber hinaus ist die Steuerung und Programmierung hochkomplex, damit das Fahrzeug mit dem richtigen Timing in die richtige Richtung schaut.

Ebenso begeistert bin ich vom ID. Light, das unsere Kolleginnen im Interieur gestaltet haben. Auch hier menschelt es sofort beim Erstkontakt. Man hat nicht mehr das Gefühl, mit einer Maschine zu interagieren, sondern die Lichtfeedbacks sind tatsächlich so intuitiv und emotional gestaltet, dass man denkt, man kommuniziert mit einem lebendigen Wesen.

Über den gesamten Projektverlauf betrachtet: Was war die größte Herausforderung, vor der Sie standen?

Die größte Herausforderung, aber gleichzeitig die tollste Chance, die das Projekt ID.3 mit sich brachte, war für mich, dass wir eine ganz neue Fahrzeuggattung ohne Vorgänger gestalten durften, zunächst ohne Rahmen und mit wenig Orientierung. So konnten wir ganz frei und höchst kreativ an dieses Projekt herangehen – eine zeitweise respekteinflößende Aufgabe, aber ein Traum für jeden Designer. Wir alle sind damit Teil einer ganz neuen Produktfamilie, einer neuen Ära für die Marke Volkswagen.

Was nehmen Sie persönlich aus dem Projekt mit?

Als Designerin nehme ich viele Erinnerungen an eine intensive Zeit mit: viele spannende Momente, auch viele Momente der Reibung mit anderen – die aber letztendlich wichtig und notwendig waren, um zu diesem tollen Ergebnis zu gelangen. Glückliche Momente, wenn etwas gelungen ist, Momente voller Enttäuschung, wenn eine tolle Idee nicht umgesetzt werden konnte. Auch Emotionen aus einem besonderen Designprozess, der Produkt und Marke sowie das Team geformt hat. Am Ende bin ich stolz, dass ich mitgestalten durfte und dabei war.

Aus menschlicher Sicht bleibt ein Gefühl von Hoffnung. Hoffnung, dass der ID.3 und die Neuausrichtung der Marke die Menschen überzeugen und somit der Schritt in die richtige Richtung für Volkswagen getan ist. Hoffnung, dass politisch und städtebaulich schnell die nötige Infrastruktur geschaffen wird, damit die Elektromobilität tatsächlich für jedermann zugänglich ist. Und vor allen Dingen die Hoffnung, dass Mensch und Umwelt von dieser neuen Mobilität profitieren.

Welche Bedeutung hat die Verwendung von Licht in Ihrem privaten Leben? Haben Sie zu Hause Ihren gesamten Wohnraum auch mit Lichtleitelementen und LED-Leisten ausgestattet?

Nicht nur den Wohnraum! Ich habe zu Hause tatsächlich mehr Lampen, als ich gleichzeitig benutzen kann. Freunde necken mich manchmal wegen meiner „Lampenausstellung“ – am Ende „brauche“ ich sie aber alle, weil ich je nach Situation verschiedene Lichtquellen miteinander kombiniere. Ich fühle mich nicht wohl, wenn die Beleuchtung nicht zu meiner Stimmung passt.

Es sind aber keine LED-Leisten, mir haben es eher die Klassiker angetan. Von alten Putzler-Kristall-Leuchten, die schon zu Hause bei meinen Eltern hingen, bis hin zur zeitlosen Artemide Tolomeo. Und zugegeben: Obwohl alle Anschlüsse belegt sind, steht schon die nächste Leuchte auf dem Wunschzettel: eine Luceplan Hope, ein Traum an Lichtbrechungseffekten und Reflexionen. Licht war immer schon eine Leidenschaft von mir, sowohl beruflich als auch privat. Da ist natürlich das Lichtkonzept zu Hause auch niemals fertig und wird stetig verbessert und weitergestaltet.

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