Eine Frau steht im Bus und blickt auf ihr Smartphone.
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Mobilität

Elektromobilität im Alltag: Elektrobusse erobern die Stadt

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Elektromobilität im Alltag: Elektrobusse erobern die Stadt

20.05.2019
20.05.2019

Noch hat nicht jeder ein eigenes E-Auto vor der Haustür stehen. Um E-Mobility trotzdem zu erleben, müssen Sie aber nur ein Stück weitergehen – und zwar bis zur Bushaltestelle. Hier kommt immer häufiger ein Elektrobus.

Das erfahren Sie hier:

  • Warum der ÖPNV auf Elektrobusse setzt
  • Was die E-Busse noch ausbremst
  • Wie das Bundesumweltministerium den Umstieg auf E-Busse fördert
  • Wo die meisten Elektrobusse unterwegs sind

Deutschlands ÖPNV ersetzt jeden Tag rund 20 Millionen Autofahrten. Das entlastet die Umwelt und den Stadtverkehr enorm. Dafür sind unter anderem täglich rund 36.000 Busse im Linienverkehr unterwegs. Diese meist dieselbetriebenen Busse stoßen allerdings CO2 aus: 2,5 Millionen Tonnen jährlich. Der vollständige Wechsel zu lokal emissionsfreien, geräuscharmen und mit Strom betriebenen E-Bussen hätte also einen zweifachen positiven Effekt: für die Umwelt und das Verkehrsaufkommen.

Elektrobusse: Noch sind die Umstellungskosten hoch

Man steht im Bus und schaut auf sein Handy.
Vom Bus aus das Carsharingauto buchen: Die Vernetzung mit anderen Verkehrsmitteln macht auch den ÖPNV attraktiver.

Die enorme Reduktion der städtischen CO2-Emission und der deutlich verringerte Verkehrslärm sind gute Gründe, im ÖPNV auf Elektromobilität umzusteigen. Trotzdem gibt es in Deutschland laut „Statista“ bislang erst 183 reine Elektrobusse. Vor allem die hohen Kosten beim Umstieg auf Elektromobilität schrecken die deutschen Verkehrsbetriebe ab. Mit etwa 750.000 Euro sind Elektrobusse doppelt so teuer wie Dieselfahrzeuge. Hinzu kommen die nötigen Umrüstungen der Werks-Infrastrukturen, um E-Busse zu betreiben und zu warten. Ein weiterer Punkt, der den Umschwung hemmt: die Reichweite. Dieselbusse legen mit einer Tankfüllung durchschnittlich 500 Kilometer zurück – das elektrische Pendant schafft deutlich weniger.

Bundesumweltministerium fördert klimaneutralen Verkehr

Die hohen Kosten sind eine Hürde, die die Regierung senken möchte – auch um den Klimaschutzplan zu erfüllen. Im „Klimaschutzplan 2050“ der Bundesregierung ist nämlich die Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent (im Vergleich zu 1990) verankert. Das Umweltministerium bezuschusst deshalb die Anschaffung von E-Fahrzeugen – ab fünf Stück mit bis zu 80 Prozent der Investitionskosten. Davon verspricht sich das Ministerium eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 10.000 Tonnen CO2. Diese Zahl ist weit weg von den möglichen 2,5 Millionen Tonnen und dem Austausch von 36.000 Fahrzeugen. Aber es ist ein Anfang und soll ein Anreiz für die Verkehrsunternehmen sein, verstärkt auf Elektromobilität zu setzen.

Elektromobilität: Die Stadt Hamburg steigt bei Bussen vollständig um

In Hamburg geht man mit gutem Beispiel voran, was die Entwicklung des Nahverkehrs im Bereich E-Mobility betrifft. Ab 2020 werden bei den „Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein GmbH“ (VHH) für den Nahverkehr in Hamburg ausschließlich Elektrobusse angeschafft. Das Ziel: Bis 2030 sollen nur noch strombetriebene Linienbusse auf Hamburgs Straßen fahren. Dafür sind jedoch nicht nur guter Wille und Geld nötig. Für einen zuverlässigen Regelbetrieb muss auch die Infrastruktur geschaffen werden. Daran arbeitet der Betrieb mit Hochdruck. Neue Werkstätten, Ladestationen, aber auch digitale Technologien, wie das smarte Lademanagement, und geschultes Fachpersonal müssen für einen reibungslosen Ablauf zur Verfügung stehen.

Um die Elektromobilität noch schneller voranzutreiben, bietet in Hamburg das lokal emissionsfreie Shuttle-On-Demand System der Volkswagentochter MOIA, zusammen mit der „Hochbahn Hamburg“ eine Shared-Mobility-Variante an. Seit April 2019 unterstützen 100 elektrische Kleinbusse den ÖPNV. 2020 sollen es dann schon 500 Busse sein.

 

 

Batterieelektrischer Bus der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) im Stadttteil Blankenese.

E-Mobilität im ÖPNV: So sieht es in anderen Ländern aus

Ausschließlich vollelektrische Busse im ÖPNV und E-Autos als Taxis – in der chinesischen Stadt Shenzhen ist E-Mobility vollständig im Alltag angekommen. Mit gut 16.000 E-Bussen besitzt die Stadt die größte E-Busflotte der Welt, und mit 12.500 E-Taxis sind 63 Prozent aller Taxis elektrisch betrieben. Laut eigenen Angaben spart die Stadt heute schon 1,18 Millionen Tonnen CO2 dank Strom betriebener Fahrzeuge. Bis 2020 will Shenzhen vollständig auf Elektromobilität umsteigen.

Busbahnhof mit Elektrobussen in Eindhoven
Alles auf Elektro: In Eindhoven fahren im Nahverkehr nur noch Elektrobusse.

Die Integration von Elektrobussen für Klimaschutz, nachhaltiges Leben und saubere Luft gelingt auch den Niederlanden und Großbritannien. Im niederländischen Eindhoven werden nur noch Elektrobusse im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt. London hat die meisten Elektrobusse in Europa. Ab 2020 sollen in der Londoner Innenstadt ausschließlich E-Busse im ÖPNV fahren. Zusätzlich wird eine „Ultra Low Emission Zone“ eingerichtet, mit einer äußerst strengen Schadstoffgrenze für private Fahrzeuge. Gemeinsam werden diese Maßnahmen die Luftqualität der Stadt deutlich verbessern.

Der Elektromotor ist der Antrieb der Zukunft und trägt heute schon deutlich zur Umweltentlastung bei. Bis in allen deutschen Städten der öffentliche Personennahverkehr vollständig auf elektrischen Antrieb umgestellt ist, wird es noch etwas dauern. Doch es ist möglich und lohnt sich, wie eben jene Länder und Städte zeigen, die uns in Sachen Elektromobilität im Alltag noch einen Schritt voraus sind.

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