Elektromobilität in der Megacity Singapur
Elektromobilität in der Megacity Singapur
Elektromobilität in der Megacity Singapur
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Mobilität

Smart City: Mobilität in der Stadt von morgen

Mobilität

Smart City: Mobilität in der Stadt von morgen

25.04.2019
25.04.2019

Dicke Luft und lange Staus – das soll in urbanen Zentren auf der ganzen Welt bald der Vergangenheit angehören. Wichtigste Stichworte bei der Stadtplanung der Zukunft: Vernetzung und Elektromobilität.

Das erfahren Sie hier:

  • Vor welchen Herausforderungen die urbane Mobilität steht
  • Auf welche Mobilitätskonzepte Smart Citys weltweit setzen
  • Wie E-Mobilität, Digitalisierung und künstliche Intelligenz Städte lebenswerter machen
  • Was Wolfsburg zum Freiluftlabor für autonomes Fahren und innovative Mobilitätsdienste macht
Digitalste Städte der Welt
Megacitys weltweit stehen vor Herausforderungen im Verkehrswesen. Dieses gilt mit Abstand als die wichtigste Herausforderung des Bereiches Infrastruktur und ist ein Schlüsselfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt.

Wachsende Herausforderungen für Megacitys

Städte ziehen seit jeher Menschen an. Der Anteil derer, die in urbanen Gebieten leben, nimmt stetig zu. 2005 kletterte der Wert der städtischen Bevölkerung erstmals über 50 Prozent. Im Jahr 2050 werden laut UN-Prognose 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Noch ist Tokio mit 38 Millionen Menschen die Stadt mit den meisten Bewohnern. Doch das ist nichts im Vergleich zur geplanten Megametropole Jing-Jin-Ji – einem Zusammenschluss von Peking und Tianjin mit der Provinz Hebei. Sie soll im Jahr 2030 mehr als 130 Millionen Chinesen eine Heimat bieten und eine Fläche umfassen, die zweimal so groß ist wie der Freistaat Bayern.

Die Herausforderungen der wachsenden Megacitys für Politiker, Stadtplaner, Architekten und Ingenieure sind immens. Schon heute halten Straßennetze und öffentliche Verkehrssysteme kaum Schritt mit dieser Entwicklung.

Stadtplanung: Kampf gegen die Dunstglocke

In Asien ist das Dilemma am offensichtlichsten: Während man im 494 Meter hohen „World Financial Center“ in Shanghai mit dem Aufzug in nur einer Sekunde rund zehn Meter in die Tiefe rauscht, geht es vor der Tür nur im Schritttempo voran. Auch in Ballungszentren wie Jakarta, Manila oder Peking erinnern die Straßenzüge zur Rushhour eher an Parkplätze. Smog gehört hier zum Alltag. In China treibt die Regierung mit rigiden Gesetzen den Umstieg auf die Elektromobilität voran, um den Anteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen im Land zu erhöhen. Zehntausende Ladestationen werden landesweit errichtet und Förderprogramme für E-Mobilität aufgelegt.

Das Problem der vollen Straßen betrifft aber schon lange nicht mehr nur aufstrebende Nationen, sondern auch Metropolen in Europa und selbst in Deutschland. Autofahrer in Berlin stehen im Jahr durchschnittlich 154 Stunden im Stau. Danach folgen München mit 140, Hamburg mit 139 und Stuttgart mit 108 Stunden. Der Straßenverkehr ist für rund ein Fünftel des CO2-Ausstoßes auf dem europäischen Kontinent verantwortlich. Allerorten wird daher darüber diskutiert, wie der urbane Raum umweltfreundlicher und grüner wird, während die Bewohner weiter mobil bleiben.

In diesen 10 deutschen Städten stehen Sie am längsten im Stau:

Staudauer in der Stadt
Je größer die Stadt, desto größer der Zeitverlust pro Verkehrsteilnehmer: In Berlin, München und Hamburg ist die Verkehrsbelastung in Deutschland am höchsten. (Quelle: „INRIX“)

Verbotskultur in Paris

Dort, wo früher täglich über 40.000 Autos fuhren, stehen heute Bänke und Liegestühle, die zum Verweilen einladen, Cafés, dazwischen Flächen zum Spielen: Ein 3,3 Kilometer langes Stück an der Seine zwischen dem Place de la Concorde und dem Rathaus von Paris ist seit 2018 autofrei. Die amtierende Bürgermeisterin Anne Hidalgo geht seit Jahren in Frankreichs Hauptstadt rigoros gegen ältere Pkw, Reisebusse, Lastwagen und Motorräder vor. An jedem ersten Sonntag des Monats gilt bereits in weiten Teilen der Stadt ein komplettes Fahrverbot. Neue Pläne sehen sogar vor, Fahrzeuge vollständig aus dem historischen Zentrum zu verbannen. Und ein Verbot von veralteten Diesel-Autos ist schon für 2019 geplant. Abhilfe sollen Shuttlebus-Flotten mit E-Antrieb schaffen und der Ausbau des Radwegenetzes soll außerdem massiv vorangetrieben werden. Andere europäische Metropolen wie Barcelona wollen nachziehen. Doch sind Verbote wirklich die Antwort auf den städtischen Verkehr der Zukunft?

Die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs in Paris
Savoir vivre: In Paris kann man die Seine an vielen Stellen in Ruhe genießen. Die Uferstraßen sind auf einer Länge von 3,3 Kilometer für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Schaufenster für die Mobilität der Zukunft

Wenn es um den stadtgerechten Verkehr in der Zukunft geht, richten sich die Blicke gerne nach Hongkong und Singapur. Die wirtschaftlichen Musterknaben Asiens gelten auch im Bereich urbaner Mobilität als Pioniere. Die Menschen leben hier auf engstem Raum und wollen zugleich rund um die Uhr in Bewegung bleiben. Beide Orte zeichnet ein fast perfekt funktionierender ÖPNV aus. Zudem verliert das Privatauto zunehmend an Prestige, wobei es für die meisten Bürger aufgrund horrender Abgaben und Kosten sowieso unerschwinglich ist.

Insbesondere der Inselstaat Singapur mausert sich immer mehr zum Großlabor für urbane Mobilität: Entwicklungen wie multimodale Mobilitäts-Apps, selbstfahrende Busse und Taxis, Elektroautos, öffentliche Mini-Shuttles sowie Lösungen für die Mikromobilität, wie elektrisch-betriebene Tretroller, werden in Partnerschaft mit Start-ups, Erstausrüstern bzw. OEMs (englisch: original equipment manufacturer), und Zulieferern aus der ganzen Welt auf die Straße gebracht.

 

Nachhaltigkeit in Singapur durch Elektromobilität
Singapur möchte für seine Bewohner noch attraktiver werden und setzt dabei gezielt auf Elektromobilität.

Smart Citys: Städte vom Reißbrett

Stadtplaner und Architekten weltweit stampfen auch komplett neue Städte aus dem Boden. Masdar City ist so ein Beispiel und startete 2008 im Wüstenstaat Abu Dhabi als erstes ökologische Planstadt der Welt. Vollkommen energieautark und nachhaltig soll sie werden. Sir Norman Foster plante dafür ein Modell nach dem Vorbild historischer, arabischer Siedlungen mit Gassen und kleinen Plätzen. Selbstfahrende Elektrotaxis sollen Privatautos ersetzen, moderne Windtürme zur Kühlung von Gebäuden eingesetzt werden. Der Strombedarf wird über eine Photovoltaikanlage gedeckt.

Solarstrom für Nachhaltigkeit in der Stadt

Bei vergleichbaren Projekten wie der „Smart City Songdo“ (Südkorea), der „Belmont Smart City“ (USA) von Bill Gates oder dem vom Google geförderten Viertel „Quayside Toronto“ (Kanada) prägen Digitalisierung und künstliche Intelligenz die neuen Metropolen, wo die Daten der Menschen mit der Infrastruktur wie Straßen und Häuser vernetzt werden. Ampeln, die mit Fahrzeugen über die Grünphase verhandeln, intelligente Straßen, deren Fahrbahnmarkierungen sich je nach Verkehrslage anpassen – all das wird in den nächsten Jahren erprobt.

Elektromobilität: Die Stadt Wolfsburg als Vorbild

Elektromobilität und Digitalisierung bedeuten tiefgreifenden Strukturwandel.
Gunnar Kilian
Volkswagen Personalvorstand 

Doch nicht jeder Ort ist in der Lage, bei Null anzufangen. So versuchen existierende Ballungsgebiete sich an technologischem Fortschritt zu orientieren, um ihre organisch gewachsenen Strukturen lebenswerter zu machen und den Verkehr nachhaltiger zu gestalten. Mit der Initiative #WolfsburgDigital möchte beispielsweise Volkswagen die Stadt Wolfsburg zur digitalen Modellstadt entwickeln. Dafür wird die Infrastruktur vor Ort umfassend ausgebaut und die Stadt in ein Freiluftlabor für autonomes Fahren und innovative Mobilitätsdienste verwandelt. Wolfsburg soll dabei eine Vorreiterrolle bei der Elektromobilität einnehmen: Bis 2025 wird die Ladeinfrastruktur so massiv ausgebaut, dass problemlos eine Fahrzeugbestandsquote von 50 Prozent Elektroautos versorgt werden kann. Ein Schritt, von dem sich die ein oder andere Metropole mit Sicherheit inspirieren lassen wird.

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