Norbert Dickel

Norbert Dickel

Mönchengladbach – Norbert Dickel genießt in Dortmund Kult- und Heldenstatus. Dafür reichten ihm während seiner sportlichen Karriere gerade einmal 90 Minuten. Und zwei Tore. Den wichtigsten Tag seiner Karriere hätte Norbert Dickel beinahe verpasst. Das Knie. Knorpel- und Meniskusschaden. Erst eine OP. Der Meniskus wurde entfernt. Danach wochenlange Reha. Und somit zunächst kein Gedanke an das DFB-Pokalfinale am 24. Juni 1989 gegen Werder Bremen. Doch Dickel hoffte. Kämpfte. Wie es sich für einen Jungen aus dem Ruhrpott gehört. Doch die Zweifel blieben. Dickel quälte sich, das Knie quälte ihn. Der damals 28-Jährige schuftete. Für seinen großen Traum.​

Mönchengladbach – Norbert Dickel genießt in Dortmund Kult- und Heldenstatus. Dafür reichten ihm während seiner sportlichen Karriere gerade einmal 90 Minuten. Und zwei Tore. Den wichtigsten Tag seiner Karriere hätte Norbert Dickel beinahe verpasst. Das Knie. Knorpel- und Meniskusschaden. Erst eine OP. Der Meniskus wurde entfernt. Danach wochenlange Reha. Und somit zunächst kein Gedanke an das DFB-Pokalfinale am 24. Juni 1989 gegen Werder Bremen. Doch Dickel hoffte. Kämpfte. Wie es sich für einen Jungen aus dem Ruhrpott gehört. Doch die Zweifel blieben. Dickel quälte sich, das Knie quälte ihn. Der damals 28-Jährige schuftete. Für seinen großen Traum.​

Entscheidung mit Folgen​

Bis kurz vor dem Anpfiff stand nicht fest, ob er spielen würde. Der damalige Trainer Horst Köppel zauderte und zögerte. Und entschied sich dann doch für seinen Stürmer. Eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen. Für Borussia Dortmund. Aber vor allem für Dickel selbst. Dabei begann das Spiel seines Lebens mit einem frühen Gegentor. Karl-Heinz Riedle brachte Werder schon in der 15. Minute in Führung. “Die sind so bärenstark. Wie willst du hier und heute ein Tor schießen?”, schoss es ihm durch den Kopf. Es sollte nur sechs Minuten lang dauern. Als sich Frank Mill auf der linken Seite durchtankte, entwischte Dickel seinem Bewacher Rune Bratseth. Die flache Hereingabe verwandelte er zum 1:1. Kurz nach der Pause erhöhte Frank Mill auf 2:1.

Irgendwie ein Tor machen

Danach wurde jedwede Taktik über den Haufen geworfen. Kein 4-4-2, kein 4-3-3, sondern noch ein Tor machen, egal wie. Und dann kam die 73. Minute. Mill flankte erneut auf Dickel. Der Ball segelte von rechts nach links, durch den Strafraum. Dickel schaute. Nahm Maß. Dachte kurz nach: Mit dem Vollspann schießen, der Innenrist wäre zu schmerzhaft. Und dann drosch er den Ball volley mit dem Vollspann ins lange Eck.

„Ein geiles Gefühl“

Der Rest? Das 4:1 durch Michael Lusch und “ein geiles Gefühl“, sagt Dickel. “Der 24. Juni 1989 hat mein ganzes Leben verändert.“ Dieser Tag bot ihm die emotionalsten Momente seiner Sportlerkarriere. Es waren aber auch die letzten. Immer noch das Knie. Noch sechsmal startete er nach dem Pokalfinale ein Comeback-Versuch. Es sollte bei den Versuchen bleiben. Passenderweise trat er am 15. Dezember 1989 beim 1:1 in Düsseldorf mit seinem 40. Pflichtspieltreffer in der 90. Minute in seinem 90. Bundesliga-Spiel für den BVB endgültig ab.

Zwei Tore mit Folgen

Doch was vor allem bleibt, ist dieser 24. Juni 1989. Dickel schoss den BVB nicht nur zum ersten Titel seit 1966. „Das waren mit Abstand die wichtigsten beiden Tore meiner Fußballkarriere“, sagt er. Es waren zwei Tore mit weitreichenden Folgen. Über 20 Jahre lang hat er Fußball gespielt, um sich in 90 Minuten in den Geschichtsbüchern zu verewigen. Und in Dortmund unsterblich zu werden. Heute steht er bei den Heimspielen des BVB als Stadionsprecher vor der Südtribüne. Er feiert die Fans, die Fans feiern ihn. „Wenn ich an diesem Tag nicht gespielt hätte, wäre ich nicht mehr beim BVB beschäftigt“, weiß Dickel.

„Kauft euch 400 Spieler“

Und er ist immer noch mit Herzblut und Emotionen dabei. Als Reporter für das vereinseigene Netradio leistet er sich hin und wieder einen verbalen Fauxpas. Ein beliebtes Ziel: Der FC Bayern. „Kauft doch einfach… kauft doch einfach alle! Kauft euch 400 Spieler und gründet eure eigene Liga, dann werdet ihr jedes Jahr Meister und könnt mit fünf Fans auf dem Marienplatz feiern“, wetterte er einmal. Auch dafür lieben ihn die Dortmunder.

Übersicht der Pokalhelden