Rudi Thömmes

Rudi Thömmes

​​Es war Ende September des Jahres 1997, als Thömmes mit seinem Tor dafür sorgte, dass sich der Regionalligist Eintracht Trier gegen den amtierenden Uefa-Cup-Sieger Schalke durchsetzte. Schalkes Torhüter errang bei seinem Versuch einer Parade zwar hervorragende Haltungsnoten, „aber er hat keine Chance gehabt“, erinnert sich Thömmes. Nach dem Abpfiff trat der Geschlagene vor Wut eine Kabinentür ein. „Die mussten wir ersetzen“, lacht Thömmes, „aber ich hätte sie auch mitgenommen – man schießt nicht jeden Tag so ein Tor gegen Jens Lehmann.“

​​Es war Ende September des Jahres 1997, als Thömmes mit seinem Tor dafür sorgte, dass sich der Regionalligist Eintracht Trier gegen den amtierenden Uefa-Cup-Sieger Schalke durchsetzte. Schalkes Torhüter errang bei seinem Versuch einer Parade zwar hervorragende Haltungsnoten, „aber er hat keine Chance gehabt“, erinnert sich Thömmes. Nach dem Abpfiff trat der Geschlagene vor Wut eine Kabinentür ein. „Die mussten wir ersetzen“, lacht Thömmes, „aber ich hätte sie auch mitgenommen – man schießt nicht jeden Tag so ein Tor gegen Jens Lehmann.“

Eine Frage der Ehre

Wichtiger ist Thömmes im Rückblick aber sein zweiter Streich, der ihm nur einen guten Monat später beim 2:1 gegen den Champions-League- und Weltpokalsieger Borussia Dortmund glückte. Er erzielte das 1:0 selbst. Ein Foul an ihm bescherte Trier zudem einen Elfmeter, den Marek Czakon zum zwischenzeitlichen 2:0 verwandelte. Für Thömmes war die Sensation gegen die Schwarz-Gelben Ehrensache. „Der Sieg gegen Dortmund war wichtiger. Wenn man schon Schalke aus dem Pokal schießt, muss man versuchen, den direkten Konkurrenten auch rauszuschießen“, sagt er.

Kumpel-Typ mit natürlicher Autorität

Spätestens seit seinen beiden berühmten Pokal-Treffern ist Thömmes in seiner Heimat ein Volksheld. Seit vier Jahren ist er für die Trierer als Co-Trainer tätig. Er sei „eher der Kumpel-Typ, den jeder duzen kann“, sagt er. Einer wie er muss sich bei der Eintracht keinen Respekt mehr verschaffen. Zwar spielte und trainierte er auch anderswo, kehrte aber stets an den Ort zurück, wo in der Jugend alles begonnen hatte. Seine Beweggründe dafür waren dabei nicht primär sportlicher Natur. „Eintracht Trier ist einfach das Aushängeschild in der Region. Wenn man was erleben will, muss man bei Eintracht Trier sein“, sagt Thömmes. Insgesamt trug der Mittelfeldspieler das Trikot seiner Geburtsstadt 17 Jahre lang über die Fußballplätze.

Nur das Finale fehlt

Das große Endspiel in Berlin blieb ihm jedoch verwehrt. Trier kegelte nach den Siegen gegen Schalke und Dortmund auch noch Waldhof Mannheim aus dem Wettbewerb und zog ins Halbfinale ein.Dort aber scheiterten Thömmes und Co. mit 9:10 im Elfmeterschießen denkbar knapp am MSV Duisburg. „Sicher war es ärgerlich, aber man darf nicht vergessen, dass wir als Regionalligist bis ins Halbfinale gekommen sind“, sagt Thömmes mit Nachdruck. Es ist allerdings an seiner Stimme zu hören, dass er sich dieses letzte Spiel als Belohnung gewünscht hätte. „Ich hätte gerne gespielt“, sagt er, „aber es sollte nicht sein.“ Die Trierer Sensations-Saison blieb unvollendet – und damit ein kleiner Phantomschmerz bei all jenen, die das Ticket nach Berlin schon fast in der Hand gehalten hatten.

Übersicht der Pokalhelden