In einem Stadion wird der Schnee geräumt

Schnee, Glätte, Chaos: Das Jahr, in dem die Bundesliga einfror

Schnee, Glätte, Chaos: Das Jahr, in dem die Bundesliga einfror

Kopfbälle mit Mützen, ein warmer Kakao im Stadion, dazu der kultige rote Ball für das Spiel auf Schnee – Fußball im Winter hat seinen Charme. Dass Fußball im Winter aber auch im Chaos enden kann, zeigte der Januar 1970 – der Winter, in dem die Bundesliga einfror.

Am 18. Spieltag, der am 10. Januar 1970 stattfinden soll, geht gar nichts – ein XXL-Winter ist über ganz Deutschland eingebrochen. Schnee und Eis, so weit das Auge reicht. Zum ersten und bis heute einzigen Mal in der 59-jährigen Ligageschichte muss ein kompletter Spieltag abgesagt werden.

Gegenwärtig ein schwer vorstellbares Szenario, auch wenn die Winterpause in diesem Jahr besonders kurz ist. In der Vergangenheit gab es oft eine monatelange Spielpause, zuweilen wurde die kalte Jahreszeit mit langen Hallenturnierserien überbrückt. Das wirkt im Jahr 2021 wie ein Relikt aus einer anderen Zeit, der Fußballkalender ist vollgepackt bis oben hin. In diesem Winter können die Profis gerade mal drei Wochen durchschnaufen. Und auch wenn am 7. Januar schon wieder gespielt wird, die Chance auf winterbedingte Spielabsagen ist praktisch ausgeschlossen.

Während Platzwarte dieser Tage dank moderner Technik über Schnee und Eis nur müde lächeln, herrscht im Jahr 1970 dagegen pures Chaos. In fast allen Stadien liegen dicke Schneedecken auf den Plätzen und Tribünen, die Zufahrtswege sind vereist. Die Gründe wirken aus heutiger Sicht lapidar: Damals gibt es kaum Schutz vor den Schneemassen, längst sind nicht alle Tribünen überdacht. Rasenheizungen, wie sie mittlerweile im Profifußball zum Standard gehören, gibt es nicht.

Und so trifft Walter Baresels am Morgen des 9. Januar 1970 eine historische Entscheidung: Der DFB-Spielleiter sagt den kompletten Spieltag ab. Die ruhmreiche Bundesliga ist machtlos gegen den Wintereinbruch. Dabei versuchen die Klubs alles: In Kaiserslautern sollen US-Panzer das meterdicke Eis brechen – keine Chance. 1860 München will mit Dampfluftbeheizung die Spielfläche abtauen – keine Chance.

Dortmunds Jürgen Schütz wettert gegen die Offiziellen: „Da redet man bei uns immer von Fortschritt. In Wirklichkeit befinden wir uns noch in der Steinzeit.“ Und Rot-Weiss Essens Torwart Fred Bockholt konnte wegen des Schneechaos kaum schlafen: „Ich träume nachts schon von tückischen Bällen, die ich nicht erreichen kann.“

 

In einem Stadion wird der Schnee geräumt

 

Und die Wetterlage bessert sich nicht. Am Wochenende nach der Komplettabsage wagen sich sechs Teams zurück auf den Platz. Die Bedingungen sind weiter unzumutbar. Das spiegeln auch die Ergebnisse wider: Oberhausen gegen Kaiserslautern, Aachen gegen Essen und Schalke gegen Frankfurt enden 0:0. Sechs Teams, 270 Minuten, null Tore.

Der Januar 1970 bleibt chaotisch, allein in diesem Monat werden 23 Spiele abgesagt – ewiger Bundesliga-Monatsrekord. Erst im April sind alle Spiele aus dem Januar nachgeholt. Bis zum Saisonende werden insgesamt 42 Partien verschoben. Viele Klubs verschulden sich, denn die Zuschauereinnahmen machen den Großteil der Etats aus. Ohne Spiele keine Kohle.

Die Saison wird aber auch für die Spieler zu einer enormen Belastung. Die WM in Mexiko beginnt schon am 31. Mai. „Die Nationalspieler muss ich unbedingt vom 3. Mai an um mich haben“, fordert Bundestrainer Helmut Schön. Der Kalender ist also ohnehin eng getaktet. Durch die vielen Spielausfälle wird der Saisonendspurt zur körperlichen Tortur. DFB-Funktionäre erwägen sogar, einigen Klubs drei Spiele pro Woche zuzumuten.

„Jetzt bin ich mit meinen Nerven endgültig am Ende“, wird Terminplaner Walter Baresel damals zitiert. Abstiegsbedrohte Klubs wie Rot-Weiss Essen und 1860 München fordern, den Tabellenführer zum Meister zu erklären und die Saison ohne Absteiger abzubrechen. „Was jetzt noch in den Nachholspielen passiert, ist eine Farce“, schimpft Essens Geschäftsführer Paul Nikelski.

Baresel aber bleibt hart, der DFB-Spielleiter peitscht die Saison im Schnelldurchlauf zu Ende. Die Spieler gehen dabei auf dem Zahnfleisch, viele können im Ligaendspurt ohne schmerzstillende Spritzen gar nicht mehr auflaufen. Trotz des Winterchaos im Januar steht der Meister nach 34 Spieltagen aber pünktlich am 3. Mai 1970 fest: Zum ersten Mal holt Borussia Mönchengladbach die Schale.

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