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Warum Andrea eine Heldin ist

Warum Andrea eine Heldin ist

In der Corona-Pandemie erlitt die Kinder- und Jugendpsychiaterin Andrea Redbrake-Bennert eine Herzkrankheit. Trotzdem setzte sie die Therapie ihrer Patienten fort. Für ihr Engagement wurde sie nun in den #Heldenkader berufen.

In der Corona-Pandemie erlitt die Kinder- und Jugendpsychiaterin Andrea Redbrake-Bennert eine Herzkrankheit. Trotzdem setzte sie die Therapie ihrer Patienten fort. Für ihr Engagement wurde sie nun in den #Heldenkader berufen.

Corona, das bedeutet unterschiedliche Nöte für uns alle: Angst vor Ansteckung und Krankheit, Sorge um Job und Familie. Nichts ist da wichtiger als ein starker Zusammenhalt. Doch nicht jeder hat das Glück, in einer behüteten Familie aufzuwachsen. Manche Eltern wenden ihre Aggressivität und Verzweiflung in Gewalt gegen die eigenen Kinder. Andrea Redbrake-Bennert hilft den Opfern. Sie ist Kinder- und Jugendpsychiaterin und einer der Menschen, denen wir mit der Berufung in den Heldenkader und der Einladung zum EM-Finale 2021 nach London für ihren Einsatz während der Corona-Pandemie danken wollen. 

„Als ich am Telefon erfuhr, dass ich in den Heldenkader berufen wurde, war ich ganz überrascht. Ich wusste nichts von der Nominierung“, freut sich die 54-Jährige. „Die Fahrt zum EM-Finale nach London habe ich meinem 16-jährigen Sohn zu verdanken.“ Dieser hatte über das Internet von der gemeinsamen Aktion des DFB und Volkswagen erfahren und sich seine Gefühle in dieser schwierigen Zeit bei der Nominierung einfach von der Seele geschrieben. „Der Wille, anderen zu helfen, ist bei ihr einfach unglaublich groß. Deswegen dachte ich, dass sie in den Heldenkader gehört“, erzählt ihr Sohn Luca. So kam es dann auch.

Redbrake-Bennert stammt aus einer fußballbegeisterten Familie. „Ob mein Vater, meine Brüder, mein Sohn oder mein Mann – alle lieben Fußball.“ Vor allem ans gemeinsame Kicken mit ihrem Vater und ihren Brüdern erinnert sie sich gern. Am liebsten war sie Libero. „Ich habe als Kind auf dem Sportplatz immer mitgemischt, ob aktiv auf dem Platz oder beim Anfeuern der Mannschaft.“  

Es muss menscheln

Heute lebt Redbrake-Bennert mit ihrer Familie im bayerischen Traunstein, ist gelernte Kinder- und Jugendärztin und arbeitet im Klinikverbund der Südostbayern AG. „Bei meiner Arbeit mit krebskranken und schwerstbehinderten Kindern habe ich aber immer häufiger bemerkt, dass mein Wissen zu den psychischen Problemen dieser Menschen noch zu gering ist, um ihnen wirklich helfen zu können. Deshalb habe ich noch eine Facharztausbildung zur Kinder- und Jugendpsychiaterin gemacht.“ 

Die Sorge um ihre Patienten raubt Redbrake-Bennert dieser Tage oft den Schlaf. Insbesondere, weil sie nachvollziehen kann, warum viele Eltern gerade in dieser Zeit unter besonderem Druck stehen. Sie selbst hat während des Lockdowns erfahren, wie beengend es ist, wenn die Kinder nicht mehr zu Schule können, Eltern nur noch aus dem Homeoffice arbeiten und die ganze Familie aufeinanderhockt. „Meinem Mann, der Musiker und Puppenspieler ist, wurden plötzlich Dutzende Engagements abgesagt. Meinem Sohn und manchen Patienten riet ich irgendwann, gemeinsam über das Internet zu zocken, wenn sie sich schon nicht persönlich sehen können. Jugendliche brauchen einfach Bezugspersonen und menschliche Kontakte.“ 

Plötzlich selber krank

Empathie, Liebe und der Wille, eine persönliche Beziehung zu ihren Patienten aufzubauen, sei deshalb eine Grundvoraussetzung für ihren Beruf. „Mich hat es beunruhigt, meine Patienten teilweise nur noch über Telefon und Video beraten zu können, weil ich weder die Augen des Menschen sehen noch ein Gefühl dafür bekommen konnte, ob die Mimik und Gestik zum Gesagten passen“, so Redbrake-Bennert.

Irgendwann in diesem Frühjahr stieß sie vor lauter Stress und Sorgen selbst an ihre Grenzen. Sie erlitt eine Angina pectoris, einen anfallsartigen Schmerz in der Brust, der durch eine vorübergehende Durchblutungsstörung des Herzens ausgelöst wird und bis zu einem Herzinfarkt führen kann. Für Redbrake-Bennert war dies kein Grund, sich zu schonen. Ihr Wille, Kinder und Jugendliche zu schützen, war stärker. Sie setzte die Therapie trotz Erkrankung per Telefon fort. „Anfangs hatte ich Angst. Aber ich bin ein gläubig-spiritueller Mensch und habe gespürt, dass ich mich nicht verkriechen, sondern aufstehen und weitermachen sollte.“ 

Gewinnen soll der Außenseiter

Beim EM-Finale im nächsten Jahr freut sich Redbrake-Bennert schon sehr, die anderen Heldinnen und Helden kennenzulernen. „Das Spiel wird bestimmt auch spannend. Egal, welche Teams da dann mitmischen.“ Und wen wünscht sie sich als Europameister? „Das ist mir nicht so wichtig. Wenn’s geht, soll der Außenseiter gewinnen, denn auch Favoriten sollten mal die Erfahrung einer Niederlage machen.“ Da blitzt sie wieder auf: diese Lust und ihr Engagement, sich mit aller Kraft für die Schwächeren einzusetzen.

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